Dienstag, 10. November 2020

Lesefestival für April 2021 geplant / Lesungen der Vereinsmitglieder "Ich schreibe!" e.V. / 2. Tage des offenen Brandenburgischen Buches

 


Das Leben nicht so vorgestellt

Lesung mit Nanette Kubusch

Die Autorin schreibt meist Gedichte, die kleine Dinge der Umgebung und des Miteinander für den Leser heranzoomen. Dadurch erschließen sich diese Details auf ungewohnte Weise.

Die junge Lyrikerin steht im Alltags- und Arbeitsleben ihre Frau aber mit den eigenen Texten im Rampenlicht auf der Bühne zu stehen, das ist etwas anderes. Ihre zarten Texte, die Gesehenes, Gehörtes und Empfundenes in Verse fassen, geben ihre aufmerksame Betrachtung der Welt wieder. Das sind nicht immer gefällige und angenehme Erlebnisse und Begegnungen, Nanette Kubusch zerfließt nicht in Sentimentalitäten, sie skizziert mit klaren Strichen, auch wenn es sich um einen Weg handelt, der im Nebel liegt. Die aufmerksamen Zuhörer malen beim Klang ihrer Stimme Bilder oder gar Filmsequenzen vor ihrem inneren Auge. Die Kutsche, die auf dem Feldweg vorüber rumpelt, die Spinne, die geduldig ihr Nest vor dem Fenster knüpft, der alte Mann, der hinter dem Zaun stehend den Passanten zuwinkt und sich freut, wenn auch ihm gewunken wird. Es sind Alltagsmomente, an denen Hunderte Menschen vorüber gehen und fahren, die Nanette Kubusch aufnimmt, mit Worten auf weißen Seiten festhält. Und dann sind da noch die großen und kleinen Lebensfragen, die menschlichen Sehnsüchte, die auch die junge Autorin umtreiben. Yana Arlt begleitet sie mit Melodien auf dem Glockenspiel, die Raum geben für eigene Gedanken zwischen den Gedichten.