Sonntag, 21. Mai 2017

Öffnungszeiten in MARGA

Wir fuhren im "Osten" so vor uns hin
und eigentlich hatten wir den Spreewald im Sinn.
Jetzt steht unser Camper auf Briesker Flur
von Lärm und Hektik keine Spur.
Wir haben in MARGA Geschichten entdeckt,
hätten nie gedacht, dass so etwas in den Leuten hier steckt.
Wolfgang Wache hat uns so vieles erzählt,
wir haben unseren Urlaubsort richtig gewählt!

Werter Blogleser,
schlag mich nicht für die obigen Zeilen, denn sie entstanden gerade eben als ich diesen Post gestalte, innerhalb von fünf Minuten. Am Freitag hatten wir aber gerade solche Besucher aus der Nähe von Essen. Sie sind auf Erkundungstour durch den unbekannten, grauen "Osten" und entdecken plötzlich ganz andere Sachen und viele Parallelen zur Geschichte ihrer eigenen Heimatregion und sogar Ähnlichkeiten in Lebens(ver)läufen.
Wir wünschen allen, die sich jetzt auf den Weg in den Urlaub machen oder die einfach mal ihrer Neugier und ihrem Fernweh nachgeben eine gute Reise. Kommt vorbei in der Begegnungsstätte & Galerie MARGA und erfahrt mehr über die Region, in der aus Tagebaurestlöchern Seen werden.

Dienstag, 23. Mai von 13 - 17 Uhr Ausstellung geöffnet
Mittwoch, 24. Mai von 10 - 12 Uhr Ausstellung geöffnet
ab 16 Uhr lesen Wolfgang Wache und die Leseratte Raz (Yana Arlt) im Rahmen der Reihe "Literarische Wanderbaustelle" / Die nächste "Literarische Wanderbaustelle" bietet am 31. Mai Yana Arlt mit ihrem Programm "Sonst nichts" eine Bühne am Küchentisch.

Mittwoch, 24. Mai 2017
Literarische Wanderbaustelle
mit Puppenspiel

Mittwoch, 31. Mai 2017
Literarische Wanderbaustelle
Yana Arlt mit ihrem Programm "Sonst nichts"

Freitag, 19. Mai 2017

Eine Ratte huscht über den Küchentisch



„Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder neue wunderbare Lesungen vorbereitet und durchgeführt aber die Veranstaltungen mit Raz sind die lustigsten“, sagt Yana Arlt, die der Leseratte mit Handbewegungen und Stimme Leben verleiht. Was Raz da ab und zu von sich gibt, ist selbst für die Puppenspielerin manches Mal überraschend. „Raz aber auch der Bücherwurm und die Eule haben nach und nach eigene Charakterzüge entwickelt. Ich denke, dass ich mit jedem der drei eine andere Seite von mir ausleben kann und so sprechen die Figuren Dinge aus, die ich nicht in Worte hätte fassen können.“ Wolfgang Wache tritt derweil als Dichter Wolfgang Wache auf. Er steht meist vor der Bühne, um die Kinder im Zuschauerraum und die drei Freunde im „Bücherregal“ zu belehren, ihnen Vorgänge zu erklären oder falsche Informationen zu korrigieren. Diesmal sitzen Wolfgang Wache und Raz am Küchentisch zwischen Brotschneidemaschine und Steinguttopf und sind dem Wassermann und den Lutki auf der Spur. Natürlich erfährt man auch dieses und jenes darüber wie die Menschen früher lebten, wie sie Brot buken und Butter schlugen.

Wer Raz' Küchentischgespräch mit Wolfgang Wache am vergangenen Mittwoch verpasst hat, kann dieses Programm am 24. Mai 2017 um 16 Uhr und am 23. Juli 2017* ab 14 Uhr, in der Begegnungsstätte & Galerie MARGA in Brieske, noch einmal erleben.




  * Kunstraum MARGA im Juli am Sonntag, 23. Juli 2017 von 14 - 17 Uhr

Donnerstag, 18. Mai 2017

Was ist denn bitte ein "Kunstraum"?

Kunstraum ist Raum für die Kunst.

Sind Wände, an denen Ölbilder hängen.
Ist die Plattform, auf der Figuren stehen.
Sind Klänge einer Gitarre und Gesang.
Sind Illusionen und Zauberstücke.
Ist die warme Stimme eines "Es war einmal..."
Sind Tafeln voller Geschichte.
Sind Buntstifte und Kreide.
Ist der Geruch von Farben.
Sind ...

4 x laden wir in dieser Saison die ganze Familie in den Kunstraum MARGA ein.

Sonntag, 21. Mai 2017
Sonntag, 18. Juni 2017
Sonntag, 23. Juli 2017
Sonntag, 13. August 2017

jeweils 14 - 17 Uhr

Begegnungsstätte & Galerie MARGA
im ehemaligen Kaufhaus direkt am Briesker Marktplatz

Zu Gast sind jeweils ab 15 Uhr ein Liederpoet, ein Clown oder eine Märchenerzählerin.






Mittwoch, 17. Mai 2017

Wochenthemaankündigungstext ~ mal öffentlich

Werter Blogleser,

jeden Montag sitze ich an der Tastatur und schreibe einen Ankündigungstext für das aktuelle Wochenthema. Manchmal weiß ich sehr genau welches Thema es sein soll, manchmal verwende ich Wünsche und Hinweise anderer Wochenthematextschreiber, manchmal ergibt sich das Thema aus dem Ankündigungstext.
Auch wenn du vielleicht nicht selbst ein Schreibender bist und dir nie in den Sinn käme, zu einem vorgegebenen Thema ein Gedicht oder eine Geschichte zu schreiben, möchte ich dir heute auf diesem Weg meine Montagsgedanken zum Beginn der 20. Kalenderwoche 2017 mitteilen:

____Wochenthemaankündigungstext 20 KW 17_______



Ein Maitag ist ein kategorischer Imperativ der Freude.

Friedrich Hebbel

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Werte Wochenthemler,

man geht nicht rein – Mann geht nicht rein in den Raum, an dessen Fenstern Kunst steht – Frau geht auch nicht – sie bringen auch die Kinder nicht in den Raum, an dessen Fenster Kunst steht. Niemand verbietet es ihnen. Niemand rät ihnen davon ab. Sie gehen einfach nicht hinein. Sie trauen sich nicht? Sie nehmen den Raum nicht wahr. Er passt nicht in ihr Seh- und Hörschema. Er ist dafür zu klein oder zu groß oder zu absurd. Sie haben gelernt so zu sehen wie sie sehen. Auch das Hören haben sie anerzogen bekommen und es täglich angewendet. Kannst du was sehen?, fragt der eine den anderen, der den Hals streckt für einen Zipfel des Ungesehenen, Unerhörten. Das ist Kunst!, sagt der Vater zu seinem Kind und tippt an die Scheibe und zeigt auf ein Bild, eine Figur im Raum. Tippt an die Scheibe, an der Kunst steht. Sie gehen nicht rein – der eine nicht und nicht der andere, der Vater nicht und nicht sein Kind. ~ ~ ~ ~ ~ ~ Ich fuhr vor Jahren nach Chemnitz – wegen Munch. Ich fuhr nach Frankfurt/ Oder – wegen Goya. Ich fuhr nach Cottbus – wegen Goya. Ich fuhr nach Berlin – wegen Christo. Ich fuhr nach Straßburg – wegen Ungerer. Irgendwann werde ich schreiben können: ich fuhr nach Worpswede – wegen Modersohn-Becker, ich fuhr nach Nogent-sur-Seine wegen Claudel, ich fuhr nach Paris – wegen Rodin, ich fuhr nach Coyoacán – wegen Kahlo, ich fuhr nach Werder (Havel) – wegen Morgenstern, ich fuhr nach Rodmell – wegen Woolf... ich kam viel herum, besuchte Vertraute, denen ich nicht wagte, meine Freundschaft anzubieten. Mein kleines Ich siezt sie. Vertraut ist nicht vertraulich. Ich sehe und höre. Ich habe nichts zu zeigen und nichts zu sagen. Ich sehe und höre. Von wem habe ich das gelernt? Diese Art zu sehen und zu hören. Vielleicht ging ich an der offen stehenden Tür nicht nur vorbei. Vielleicht zog mich etwas in diesen Raum, an dessen Scheiben Kunst steht und ich spürte den Sog, der ein ganz feiner ist, den man leicht abzupfen kann, wie eine Klettenfrucht. Der Mann und die Frau gehen nicht an Bächen entlang und über Wiesen, gehen nicht mit ihren Kindern dort entlang, wo Kletten stehen, damit ihnen an den Kleidern keine widerhakigen Kugeln haften bleiben. Ich folgte dem leisen Plätschern, genoss die kühle Luft an überdrehten, überhitzten Tagen. Ich kriege die Kletten nicht mehr aus meiner Hose, aus meinem bequemen Kleid, aus meiner Lieblingsjacke.

Wochenthema 20 kw 17
15. bis 21.Mai 2017
 
Verlet-ZUNGEN

YA 
 

Montag, 15. Mai 2017

Roland Schiffters besondere "Geschichtsstunde" in MARGA

Fragte man die Zuhörer, die am vergangenen Samstag zu Roland Schiffters Lesung "Rückfahrten" kamen, war es für die einen eine Reise in die eigene Vergangenheit, ein Wecken von Erinnerungen und für die anderen ein spannender Blick in das Brieske-Ost von damals, in die Geschichte des Ortes. Dass es vor gerade einmal siebzig, sechzig Jahren üblich war, ein eigenes Schwein, Hühner und Ziegen zu halten und dass selbst die Kinder am Tag des Schweineschlachtens ihre Aufgabe zu erfüllen hatten, kann sich wohl kaum noch einer, der heute in Marga Wohnenden vorstellen. "Heute sieht man kaum noch jemand auf den Straßen, in meiner Kindheit waren die Straßen immer voller Menschen", erinnert sich der Briesker Roland Schiffter. Als Kind nahm er die Besonderheit des Ortes als erste deutsche Gartenstadt ebenso wenig wahr wie das "Fehlen" des Vaters, der bei Beginn des Zweiten Weltkriegs eingezogen wurde. Wie viele in seinem Alter fragte man nicht danach warum etwas so ist, man musste sich mit den Gegebenheiten arrangieren. Auch mit dem Hunger in den letzten Kriegsjahren und der Nachkriegszeit. Das Kind Roland hatte eines Tages einen irrwitzigen Traum: Man könne zum Bäcker gehen und für Geld so viele Brötchen kaufen, wie man wolle. Vor einem Monat schloss die traditionsreiche Bäckerei, die Fleischerei gibt es schon lange nicht mehr als Schlacht- und Verkaufseinrichtung, nach der Lesung über den Markt in die Gasttätte gehen, um ein Abendbrot einzunehmen, ist auch nicht mehr möglich. "Unterstützen wir alle Herr Wache, der in Brieske wieder einen Ort für Kultur schaffen will und schafft", ist daher Roland Schiffters Bitte und Mahnung an das Publikum. Gelegenheit dazu gibt es vier mal in der Woche während der Öffnungszeiten der Ausstellungen und zu den vielfältigen Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche, Familien, Erwachsene und Senioren.
JA








Wochenthema 15. bis 21. Mai 2017

Das Wochenthema wird seit der 14. Kalenderwoche 2009 veröffentlicht.
Wir wünschen euch in der 20. KW 2017 gutes Gelingen bei der literarischen, künstlerischen Umsetzung des Wochenthemas: 

Verlet-ZUNGEN
 

 
Gedichte, Geschichten, Fotos, Grafiken etc. könnt ihr senden an:  
nlz-ich-schreibe[at]gmx.de

Sonntag, 14. Mai 2017

Mai-Kunstraum für die ganze Familie

Sonntag, 21. Mai 2017
14 - 17 Uhr
Begegnungsstätte & Galerie MARGA

direkt am Briesker Marktplatz

Am Sonntag immer nur zu hause hocken, ist ja auch langweilig. Am 21. Mai 2017 lädt die Begegnungsstätte & Galerie MARGA zu einem Familienausflug in den Kunstraum ein. Hier kann man von 14 bis 17 Uhr entdecken und selbst kreativ werden. Pittkunings bringt seine Gitarre mit und lässt uns ab 15 Uhr seine neuen Lieder hören und mitsingen. Wer immer noch nicht weiß, wer die Lutki sind, sollte auf jeden Fall nach Brieske-Marga kommen.