Dienstag, 10. Oktober 2017

Wochenthema 9. bis 15. Oktober 2017

Das Wochenthema wird seit der 14. Kalenderwoche 2009 veröffentlicht.

Wir wünschen euch in der 41. KW 2017 gutes Gelingen bei der literarischen, künstlerischen Umsetzung des Wochenthemas: 
 
unsterblich
 
Gedichte, Geschichten, Fotos, Grafiken etc. könnt ihr senden an:  
nlz-ich-schreibe[at]gmx.de

Samstag, 7. Oktober 2017

Gruß zum Wochenende

Auf das Motiv bin ich im Oktober gestoßen. Allerdings dürfte von dem Herz bestenfalls ein Eichenkeimling übrig sein, denn das Foto entstand 2014 und ich habe es gerade in meinem Fotoarchiv wiederentdeckt und teile es mit dir.

Herzliche Herbstgrüße, Foto: JA


Freitag, 6. Oktober 2017

Herbstschreibwerkstatt in Senftenberg / 24.+25.Oktober

Herzliche Einladung an alle Ferienkinder und Geschichtenspinner und Gedichtedrechsler,

zu unseren Schreibwerkstatttagen im NLZ "Ich schreibe!" am

Dienstag, 24. Oktober und Mittwoch, 25. Oktober 2017
jeweils von 8:30 Uhr bis 12:00 Uhr

Literaturzentrum "Ich schreibe!"
Rudolf-Breitscheid-Straße 17
01968 Senftenberg

Anmeldung an: nlz-ich-schreibe@gmx.de
oder per Telefon: 03573-147663





Donnerstag, 5. Oktober 2017

Heute: Treff der Ortschronisten Brieske-Marga / Samstag: Ausstellungen geöffnet

monatlicher Treff der Ortschronisten Brieske-Marga
Donnerstag, 5. Oktober 2017
10 Uhr
Begegnungsstätte & Galerie MARGA

Werter Blogleser,

es liegt eine aktive Saison hinter uns. Zum ersten Mal haben wir neben den Öffnungszeiten auch eine vielfältige Veranstaltungstätigkeit organisiert und abgesichert. Die Begegnungen mit Künstlern, Kunstfreunden, Geschichtsinteressierten und Neugierigen waren sehr bereichernd.
Einen Eindruck vom Frühjahr/Sommer bekommst du HIER
Das 5. Lausitzer Lyrikfestival war ein besonderer Höhepunkt, auf unserem Blog und im aktuellen NLZettel berichten wir ausführlich in Wort und Bild darüber.

Jetzt im Oktober bereiten wir die neue Saison vor. Wen laden wir auf unsere Kleinkunstbühne ein? Welche Projekte wollen wir mit welchen Partnern auf die Beine stellen? Woher bekommen wir die Finanzen?
Gern kann man sich in die Planung und/ oder in die Geschichtsaufarbeitung "Brieske" einbringen.

Die "Begegnungsstätte & Galerie MARGA" hat am kommenden Samstag, 7. Oktober, von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Besucher der Ausstellung in der
Begegnungsstätte & Galerie MARGA


 

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Vom Konsumenten zum Gestalter

Ich bin gerade mittendrin in der Layoutarbeit für das "Lyrikzin 6", das eine spezielle Ausgabe für Kinder werden soll. Es scheint ein schwieriges Unterfangen für namhafte Gegenwartslyriker zu sein, ein Gedicht für Kinder zu schreiben. Dennoch haben wir viele Poeten angeschrieben und dazu aufgerufen, unser Lyrikzin für Kinder mitzugestalten. Wolfgang Wache meint: "Nun will ich mein Kindergedicht schreiben. Ich denke nach, welche Gedichte ich als Kind gemocht hätte. Da fiel mir ein, dass es oft Geschichten von Zukunftsvisionen waren, die mich begeistert hatten. Oder vom Fliegen - einfach davon fliegen. Neues entdecken. Woanders hin, wo es schöner ist. Auf und davon. Auf den Wolken sitzend träumen von Wohlgefühlen. Vielleicht auch wieder zurück kommen. Weil es woanders auch nicht jeden Tag schön ist." Ich bin gespannt auf die Verse, die er von seiner Reise mitbringt...

Hast auch du einen Text gestaltet, der Kinder begeistern und inspirieren, zum Lachen oder Nachdenken bringen kann? Sende uns dein Gedicht für das "Lyrikzin 6 ~ Lyrik für Kinder" bis zum 8. Oktober 2017 an: nlz-ich-schreibe@gmx.de.

Die Premierenlesung wird voraussichtlich in einer Schulbibliothek vor Grundschülern stattfinden.


Coverentwurf "Gedichte für Kinder"
unter Verwendung von Tinos (11 Jahre) Bild


Dienstag, 3. Oktober 2017

Jana Weinert: Mensch wurde längst vom Gestalter zum Konsumenten gemacht.

Alice Schwarzer spricht in einem Emma-Artikel von einer "Machoisierung" der Gesellschaft, und deutet auch das Wahlergebnis vor diesem Hintergrund. Sie sieht eine "Gefühlsradikalisierung", die Ausdruck und Resultat tiefer Demütigung und langanhaltender Unterdrückung ist. Da gehe ich mit. Abgesehen davon, dass all diese -isierungswarnungen mit Vorsicht zu genießen sind, fällt mir zu "Machoisierung" der Gesellschaft eine ganze Menge ein. Und doch hieße die bloße Wahrnehmung zu thematisieren, auf der Symptomebene zu bleiben. Schwarzer spricht zwar von Unterdrückung und zieht die Parallele zu ehemaligen Kolonialgesellschaften - aber lässt sie mit gerade diesem Bezug nicht zuerst wieder an "die Anderen" denken, anstatt vor der eigenen Haustüre zu kehren? Bezogen auf den Habitus könnte der beobachtbar zunehmend rüde Umgangston auf eine "Gefühlsradikalisierung" deuten, die merklich härtere Umgangsweise miteinander im öffentlichen Raum, Verrohung sogar, eine deutliche Spur mehr Rücksichtslosigkeit und Egozentrismus - all das könnte für eine "Machoisierung" sprechen. Ein bissel schmunzelnd denke ich auch an den seltsamen Bart-Trend bei sehr vielen noch sehr jungen Männern.
Wenn Schwarzer von "Machoisierung" spricht, wäre auch davon zu sprechen, in welcher Rolle sich Frauen und Männer neuerdings sehen. Aber so weit gehe ich jetzt nicht in dieses Themenfeld hinein. Ich bleibe jetzt lieber bei dem Begriff "Gefühlsradikalisierung", Phänomene wie sie auch Zeitgenossen der beiden letzten Weltkriege berichteten.
Wodurch ist die "Gefühlsradikalisierung/Machoisierung" denn bedingt? Womit wird sie in Gang gebracht und gehalten? Worin werden wir hier unterdrückt? Uns geht es doch gut, oder?
Klar, es gilt das Teil-und-Herrsche-Prinzip. Da werden Hartz-Vier-Empfänger erzeugt, auch in dem mehr Teilzeit- und Zeitarbeitsstellen den Markt überschwemmen. Da wurden Lebensleistungen von Millionen Bundesbürgern abgewertet, eine ganze Wirtschaft wurde abgewickelt ...usw...wir wissen das.
Vor Jahren schon dieser Trend, in den Unterhaltungsfilmen im Kino den großen Helden wieder aufleben zu lassen, den Weltretter mit marzialischem Gebaren, in einem kriegerischen Kontext und meist sogar bei Weltuntergangsszenarien. Dazu die realen Kriege weltweit. Die dauernden Kriegsdrohungen. Nachrichten über schlimmste Gewaltverbrechen - und weniger Nachrichten darüber, wie diese Verbrechen geahndet wurden. Und die Hype um Terrorängste, die zu mehr Kontrolle der gesamten Menschheit führt, an Flughäfen, Grenzen, in Konzertsälen und im Datenverkehr.
All das bewirkt an sich schon eine existenzielle Grundverunsicherung.
Das wichtigste für mich aber: Mensch wurde längst vom Gestalter zum Konsumenten gemacht.
Das Denken kreist um Dinge, die man erwarb oder erwerben möchte, für die man wiederum Ausstattung braucht, die man kaufen muss. Das Denken dreht sich um Funktionen und Programme, die man downloaden kann und den Rattenschwanz an Möglichkeiten oder Widrigkeiten, die damit im Zusammenhang stehen. Geschrieben wird mit dem PC. Gezeichnet auch. Selbst Mobilität ist ein Konsumgut geworden, der Anspruch, weite Strecken zurücklegen zu können, um seine Arbeit zu machen, kann nur über Konsum erfüllt werden. Bahnhöfe sind nicht umsonst zu Shopping-Centern mutiert.

Die Gespräche im öffentlichen Raum drehen sich auch um das Konsumieren von Erlebnissen, touristischen Highlights, Großevents, Festivals - aber es bleibt dabei, alles das ist Konsum. Und natürlich ist auch der Konsum ein Akt der Entscheidungsfindung, und sogar eine kleine Möglichkeit, sich politisch zu verhalten - aber letztlich liegen die schöpferischen Fähigkeiten relativ brach, ist kein Prozess der Produktion mehr erfahrbar. Man nimmt sich, was man kriegen kann. Und selbst Erleben wird verkauft, in der Werbung wird alles zum Konsumgut, mit dem richtigen Laufschuh läuft sich der Marathon von selbst. Die Mühen der Ebenen, des Findens einer Idee und Lösung - sie sind ebenso schlecht zu verkaufen wie die Gedenkorte für die Verbrechen in unserer Geschichte in der Tourismuswerbung wenig Eingang finden. Leicht muss es schmecken. Alles muss gut sein.
Kaum jemand spricht davon, dass er selbst gestern Gitarre oder Klavier spielte und sich mühte, eine Melodie zu finden, nur mal so zur Freude, wenig wird von von den Fähigkeiten gesprochen an denen einer arbeitet, die er bei aller Mühe gern ausübt, mit Händen, Herz und Hirn.
Kommt das Gespräch aber doch mal darauf, dann erzeugt es einen Sog auch für umstehende Mitmenschen, als sei da ein Defizit, ein Hunger nach Austausch über Selbstgemachtes, Selbsterlebtes. Mir ist es beinahe eine Freude wenn sich Leute über ihren Garten oder Kochrezepte unterhalten, über Näharbeiten, Handwerk, über Seitenstiche beim Laufen und Rezepte dagegen, über harmlose Missgeschicke und Fehlversuche.
Das freie, greifbare Gestalten, auch das Mitgestalten von Gemeinschaftsräumen im Städtischen, von Kulturräumen, wie Theater oder andere Spielorte - alles das ist nicht unbedingt mainstream und usus.
Es ist ja auch immer wenig Zeit. Im digitalen Zeitalter hat man gefälligst schnell die Dinge zu erledigen. Man hat schnell einen Artikel zu schreiben - Recherche geht heute via Internet - schnell ein Layout zu gestalten, schnell einen Entwurf zu machen, ein Konzept zu schreiben - Vorlagen gibt es genug. Das stärkt nicht gerade das Gefühl, schöpferisch etwas entschieden zu haben, sondern hinterlässt eine latente Unzufriedenheit, die Dinge immer nur halb gut machen zu können, wie unter Besinnungslosigkeit, und mehr einem Trend nachzujagen und Außenerwartungen zu erfüllen, als die Arbeit mit dem eigenen Gespür und Gewissen abzugleichen. Letzteres wäre Gestalten.
Und je weniger mensch sich als gestaltend erlebt, desto mehr schwinden Entscheidungsfähigkeit und Selbstwertgefühl. Konsument sein macht abhängig, gestaltend sein gibt Freiraum.
Die Abhängigkeit des Konsumenten verstärkt wiederum die existenzielle Unsicherheit und das Gefühl, hilflos ausgeliefert zu sein. Wohnen geht nur via Konsum, Essen und Kleiden ebenfalls. Wie erstaunt jemand sein kann, der erstmalig einen Garten bewirtschaftet und Glück empfindet.
Wesentlich hinzu kommen die tatsächlich bedrohlichen Krisen, die mensch verursacht, die längst erkannt sind und dennoch nicht beendet werden. Gifte in der Nahrung, Wohnen, das man sich kaum noch leisten kann, Kriege und Kriegsandrohungen, Klimawandel, Atomwaffen, marode Atomkraftwerke, die Finanzblasen, die Spekulationswelt, ein digitaler Parallelmarkt - alles das wirkt nicht gerade vertrauensbildend auf das Menschenherz. Ganz zu schweigen von den Traumatisierungen, die wir alle, der eine mehr, der andere weniger, mit uns herumschleppen, aus den Elterngenerationen schon herübergebracht.
Die seit 25 Jahren etwa hartnäckig sich haltende Redewendung: "Alles ist/wird gut" hat etwas symptomatisches und deutet eher auf autosuggestive Beruhigungsmaßnahmen, wo im tiefen Innern längst die Alarmglocken schrillen. Aber mensch will und soll und muss überleben, auch in unwirtlichem System, das er selbst ist und selbst unterhält - und das er selbst ändern könnte!
Allmählich wäre die einzig richtge Anpassungsmaßnahme eine Grundveränderung, ein grundlegendes Neudenken und vor allem - gedacht wurde ja schon fast alles neu - ein Neugestalten. Und hier schließt sich der Kreis. Wer zum Konsumenten mutiert wurde, kann nur schwer den Gestaltungswillen in sich spüren. Aber es gibt ihn, den Gestaltungswillen, in jedem einzelnen Menschenherz.
Mal Pause machen vom Shoppengehen und bloßen Rezipieren von Inhalten. Mal träumen, wie man leben möchte, wie es einem wirklich gut gehen würde, was man verändern würde, wenn man könnte. Mal still werden. Mal selbst das Fahrrad neu erfinden von mir aus...und dann die Gesellschaft.

Jana Weinert




"Die Aufgabe des Künstlers in einer gestörten Gesellschaft besteht darin, Bewusstsein für das Universum zu schaffen, die richtigen Fragen zu stellen und den Geist zu heben." Marina Abramovic


Yana Arlt ~ LandArt in der Lausitz
"Fluchtwege"
entstanden im Oktober 2015

Dieses Motiv ist auf dem Monatsblatt "Oktober" im Kalender 2017 zu sehen.


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Yana Arlt ~ LandArt in der Lausitz
Kalender 2018
erhältlich beim verlag*wache wolfgang




Montag, 2. Oktober 2017

Wochenthema 2. bis 8. Oktober 2017

Das Wochenthema wird seit der 14. Kalenderwoche 2009 veröffentlicht.

Wir wünschen euch in der 40. KW 2017 gutes Gelingen bei der literarischen, künstlerischen Umsetzung des Wochenthemas: 
 
ephemer
 
Gedichte, Geschichten, Fotos, Grafiken etc. könnt ihr senden an:  
nlz-ich-schreibe[at]gmx.de

Sergej Tenjatnikov zum Lausitzer Lyrikfestival

Zum Festival muss ich sagen, dass ich mich immer wieder freue bei euch zu sein. Diesmal war es fast ein familiäres Beisammensein. Das hat auch was :)
Ich bin jedes Mal von euren Aktivitäten positiv überrascht, da ich mitbekomme, wie anstrengend organisatorische Dinge sind und die Bürokratie alles dafür tut, dass die Gegenwartsliteratur in der Öffentlichkeit nicht erscheint. Die Gründe dafür mögen unterschiedlich sein, aber eine Grundtendenz ist nicht zu übersehen: Alles was von alleine wächst und kein Profit abwirft (und mehr noch nicht kontrollierbar zu sein scheint), wird als Unkraut behandelt. In so einem gentrifizierten Treibhaus mit genmodifiziertem Gemüse haben Wildkräuter natürlich nichts zu suchen. Wenn das so ist, dann sage ich, ich bleibe lieber eine Kornblume. Mal sehen, wer am Ende gewinnt, wenn der nächste Frühling kommt :) 


Sergej Tenjatnikov (li) mit der Autorin und Literaturwissenschaftlerin Susann Vogel im Gespräch, beide bekommen gerade interessante Information zum Lausitzer Seenland vom Kapitän Wilfried Korschel - oder der Bootsführer hat gerade einen Witz erzählt...


Sonntag, 1. Oktober 2017

Renate Hensel "Kleine Anmerkung zum Lyrikfest"

Der Sonnabend war für mich wie ein Klassentreffen der besonderen Art, ein Wiedersehen einer verschworenen Gemeinschaft, die nicht nur durch das poetische Wort, sondern auch durch ihre Herzenswärme für sich und das Publikum da waren. So gesehen, gewannen die einladenden Worte zum Fest für eine gemeinsame Bootsfahrt ihre wahre Bedeutung: Wir sitzen alle im selben Boot. 


Renate Hensel (re) mit dem Dichter und Zeichner Bernd Lunghard im Gespräch