Ein Tag am See... jetzt ist die perfekte Zeit! Die Wassertemperaturen gestatten ein paar ordentliche Schwimmzüge, der Himmel sieht aus wie auf einer Gemäldeleinwand von Claude Monet, Sonne-Wolken-Wind... herrlicher Wind! Nur ab und zu ein Fahrradfahrer, ein Spaziergänger, dort hinten ein Sonnenbader und tatsächlich zwei Leute, die auch kurz in den See steigen. Der Kaffeeduft, die Käseschnitten, die ersten Melonenstücke. 17°C Wassertemperatur zeigt das Onlineportal für den Senftenberger See an, vor 4 Tagen, am Himmelfahrtstag sollen es 12°C gewesen sein. Ab und zu meldet sich der Kuckuck aber auch er ist nicht sehr gesprächig bei 19°C Lufttemperatur. Ein Zitronenfalter flattert vorüber, der barocke Himmel spiegelt sich auf der stillen Wasseroberfläche, ehe sich unter dem Streicheln des Maiwindes die Haut kräuselt. Nach den ersten angespannten Gesprächen und den Fragen aufwerfenden E-Mails am Morgen, nach dem ersten Montagsblues genießt man einfach nur die Zeit am See, ehe es zurück geht an den PC, ans Telefon, zur Liste der Arbeitsaufgaben. Ich mache noch einige Fotos von den fragilen Mustern des Blütenpollenteppichs, in den sich Schilfstängel und Binsenschatten gewebt haben und seufze: wann habe ich das letzte Mal ein Landartbild gelegt, wann habe ich mich das letzte Mal der Dicht- und Bildkunst gewidmet? Immerhin, ich habe den Dichter Dylan Thomas in den vergangenen Wochen für mich entdeckt, war in der Ausstellung von Paula Modersohn-Becker & Edvard Munch (bis 31.Mai in Dresden), lese gerade die ersten achtzig Manuskriptseiten von Alexander Kienschs „Humanity Endevour“ und lese mich so tief hinein, dass ich mich selbst als Crewmitglied empfinde. Natürlich könnte jeder von uns ellenlange Listen schreiben, was er sich wünscht, was er noch braucht aber vielleicht kann jeder von uns auch sehr viel auf eine Liste schreiben, was er schon hat, welche Wünsche bereits in Erfüllung gegangen sind und auch worauf er sich freut. Die Tasse Kaffee am Morgen; die Abendsonne zwischen dicker Wolkendecke und Hecke, die beim Gießen der Gemüsebeete wie ein Lichtspot aufs Gesicht fällt; der Monet, der Morisot, der O'Keeffe, der van Gogh, der Spitzweg, der Werefkin ~ wir sind mitten darin. Der MontagsBLUEs ist ja doch himmelblau und seeblau und sogar noch Ehrenpreis-, Günsel- und Hasenglöckchenblau mein Mousepad, das neben mir liegt ist blau und die Auslegware unserer Begegnungsstätte & Galerie MARGA, ich nehme den blauen Kugelschreiber zur Hand und notiere: Information aller Anwohner Platz des Friedens über Tag der Baukultur 30. Mai, Geschirr & Besteck prüfen, Antwortmail Thomas, Stück Bau-Kuh-Uhr, Wochenkalender Marga Druck.... die Liste der Arbeitsaufgaben setzt sich fort.
Yana Arlt
Dylan
Thomas
A
good poem is a contribution to reality. The world is never the same
once a good poem has been added to it. A good poem helps to change
the shape of the universe, helps to extend everyone's knowledge of
himself and the world around him.
Quelle:
https://beruhmte-zitate.de/autoren/dylan-thomas/
Ein gutes
Gedicht ist ein Beitrag zur Wirklichkeit. Die Welt ist niemals
dieselbe, sobald ihr ein gutes Gedicht hinzugefügt wurde. Ein gutes
Gedicht hilft dabei, die Gestalt des Universums zu verändern; es
hilft, das Wissen jedes Einzelnen über sich selbst und die Welt um
ihn herum zu erweitern.
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