Ich bin gar nicht in Brieske, nicht in
Senftenberg, nicht in der Lausitz – ich bin mit Paul und Arthur in
Paris, ich bin mit Karen in Nairobi und mit Tania in Rungsted, ich
bin mit Beatrix im Lake District ~ Ich bin auf Reisen durch Raum und
Zeit. Was inspirierte Arthur Rimbaud zu seinem Poem „Das trunkene
Schiff“, Paul Verlaine zu seinen Versen „Claire de lune“, Karen
Blixen alias Tania Blixen zu ihren Kurzgeschichten, Beatrix Potter zu
„Die Geschichte von Peter Hase“? Es war die Langeweile, die Enge
der Provinz, der triste Alltag, der die lebenshungrigen Wortkünstler
hinaustrieb in die Welt. Revolution, Neuordnung, Abenteuer …
Absinth, Maßlosigkeit, Missernten, Krankheit, Bankrott … zu wenig
Geld … zu wenig Geld.
Arthur Rimbaud, ein Teenager mit
unglaublichem lyrischen Talent endete seine literarische Laufbahn mit
ca. 20 Jahren. Paul Verlains Leben endete am 8. Januar 1896 – vor
130 Jahren -, er war derjenige, der Arthur nach Paris einlud und in
die dortige junge Literatenszene einführte. Das Verhältnis der
beiden und ihr Verhalten waren aber trotz allem freizügigen Denkens
„to much“ für diese Gesellschaft.
Karen Blixen schrieb
ebenfalls bereits als Mädchen, dann mit Ende 20 die Heirat und der
Umzug nach Kenia, als sie 18 Jahre später nach Dänemark krank
zurückkommt, erkämpft sie sich als Isak Dinesen im Alter von 50
Jahren in den USA und später in England einen Platz in der
Literaturbranche. Im Sechsteiler „The Dreamer – Becoming Karen
Blixen“ gesteht die Autorin der Verlagsmitarbeiterin:
„Ich
arbeite langsam. Ich habe eine chronische Krankheit, die meine Arbeit
beeinträchtigen kann.“
Darauf antwortet diese: „Alle
großen Schriftsteller sind krank. Ich würde mir Sorgen machen, wenn
Sie sagen würden, dass es Ihnen gut geht.“
„Es ist eine
Rückenmarkskrankheit – es ist eine Nachwirkung von Syphilis.“
„Da sind Sie in guter Gesellschaft: Oscar Wilde, Nietzsche...“
„Baudelaire, Maupassant... Es ist nur schade, dass ich nicht so
viel Spaß hatte wie diese Herren.“
„Eine weitere
Ungerechtigkeit, nicht wahr?“
Yana Arlt
Mediathekentipp:
The Dreamer – Becoming Karen Blixen
Arthur Rimbaud – Sechs Monate in der Hölle
Tania Blixen
Es
verhält sich mit einer neuen Idee oft so, daß, wenn sie bescheiden
und mit den besten Erklärungen für ihre Existenz kommt und an die
Tür der Gesellschaft klopft, drinnen ein beispielloser Aufstand
ausbricht. Man einigt sich darauf, daß, wenn diese Idee jemals
Eingang in die Gesellschaft erhält, die Gesellschaft nicht lange
bestehen wird.
Textquelle:
zitate.eu
