Donnerstag, 20. Mai 2021

12 Argumente für Kulturelle Bildung 5 / "Stubenfliege Puck" Paul Kehle


 

 

Argumente für Kulturelle Bildung
Warum Kulturelle Bildung wichtig ist

bkj

 

5 / Perspektiven wechseln

Kultur, Kunst, Spiel und ästhetische Erfahrungen bieten die Chance, die Welt aus neuen Blickwinkeln zu betrachten. So erfahren Kinder und Jugendliche, dass es bereichernd sein kann, Gewohntes zu hinterfragen und ungewohnte Perspektiven einzunehmen. Und dass es zu einer Frage verschiedene Antworten und für ein Problem unterschiedliche Lösungen geben kann. Kulturelle Bildung trägt so dazu bei, unterschiedliche Perspektiven einnehmen und sich eine eigene kritischeMeinung bilden zu können.




Mittwoch, 19. Mai 2021

Lausitzer Lesefestival / 29. Mai "Kunst Im Margahof" ENTFÄLLT


 

 Impressionen der "Kunst Im Margahof" 2019






 Vorhaben 2021 

20. August / OYA-Geschichtensommer / mehr erfahren

21. August / Tag des offenen Ateliers / TV-Beitrag über TdoA 2020
+ Lese-Tanz-Performance "ein Haus - zwei Leben" / Yana Arlt / Lydia Arlt-Kirste

22. August / Tag des offenen Ateliers
+ Lesung "Es zerreißt mich" / Wolfgang Wache / reinhören

3. - 5. September / 9. Lausitzer Lyrikfestival
mit Schwerpunkt "Lyrik & Multimedia"



Dienstag, 18. Mai 2021

Lausitzer Lesefestival ~ 28.Mai "Das schwarze Gold ist verbrannt" ENTFÄLLT


 

Buchpremiere "Das schwarze Gold ist verbrannt"
in der Begegnungsstätte & Galerie MARGA

 

Udo Tiffert liest "Wandel und Festhalten"

Kristiane Marx liest
"Enkelkind eines leidenschaftlichen Fotografen/
Über meinen Großvater Heinz Herzog"

Wolfgang Wache liest
"Bergmanns Anerkennung"

Viele Besucher lauschten den Geschichten
aus der Lausitz und betrachteten die Fotografien
von Heinz Herzog, der stets mit der Kamera
in der ehemaligen Bergbauregion Lausitz,
in der Brikettfabrik, den Kultureinrichtungen
und bei Volksfesten in Brieske-Marga
unterwegs war.

 


Es gibt noch viele Geschichten, Gedichte und Fotos - daraus soll ein 2. Band entstehen.

 

Montag, 17. Mai 2021

Wochenthema 20kw21

vom 17. bis 23. Mai 2021


Stell dich vor meine Mitte



aus: Philipp Poisel „Wie soll ein Mensch das ertragen“

 

Ulrike Eberhardt-Lauterbach "Gedanken, Januar 2020" / Schaufenstergalerie "150. Geburtstag Christian Morgenstern"

~ ULRIKE EBERHARDT-LAUTERBACH ~

 

08.01.2020

Was ist auf einmal alles möglich !?
Langsam begreife ich, das der goldenen Käfig ein Geschenk für mich war.
Eine Chance Erwachsen zu werden ohne an den vielen Herausforderungen im Alltag zu scheitern.
Es wäre zu viel geworden, es hätte mich erdrückt.
Die vielen schwierigen Entscheidungen und Abwägungen.
Viel zu Viele auf einmal.
Ich konnte mich immer wieder zurück ziehen in den goldenen Käfig und die vorhandenen Regeln als die eigenen annehmen.
Doch jetzt habe ich das Gefühl ich bin flügge geworden.
Es ist an der Zeit eigene Regeln ( Grenzen) zu erkennen, zu begreifen, zu leben.
Und somit auch eigene Freiräume zu definieren und auszufüllen.



30.01.2020

Ich habe mich auf den Weg gemacht, um heraus zu finden was ich wirklich will.
Ich weiß noch nicht wo ich ankommen werde.
Vielleicht verweile ich auch nur ab und zu mal hier mal dort, um dann erneut aufzubrechen, um rauszufinden
wer ich bin,
wer ich sein kann,
wer ich sein möchte.

Eine Wortspiel aus meiner Jugend ging so:

Wer bin ich ?
Bin ich wer?
JA, Ich bin WER!?

Wer bin ich ?
Mutter, Kranichmitglied, Freundin, Ehefrau, Angestellte, Senftenbergerin,
Oya-Leserin, Kirchgängering, Schachspielerin, Trommlerin, Schwester, Tochter,
Mutmacherin, …. Trost & Geborgenheiten Suchende und Spendende

Und wer möchte ich bleiben und wer möchte ich morgen sein ?
Lass es uns rausfinden, ich lad dich ein !



Im Tagebuch wieder entdeckt,

Juni 2006 neues Tagebuch mit dem Titel „Als ich verloren ging“ begonnen.

Eintrag 07.01.2010

Als ich mich fand,
war ich gespannt,
was ist aus mir geworden
muß ich mich noch sorgen,
oder (kann ich schauen) auf jeden neuen Morgen
schauen mit viel Zuversicht
und Gott dann zu mir spricht:

„Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.
Ich bring neues Leben, siehst du es denn nicht.
Amen. (Jahreslosung)



Sonntag, 16. Mai 2021

Stefan Reschke "Der Mann mit Luftballons" / Yana Arlt "Das große Lalula" / Arnd Keller "verstanden werden" / Schaufenstergalerie "150. Geburtstag Christian Morgenstern"

~ STEFAN RESCHKE ~

Der Mann mit Luftballons

28.04.2021


Ich kaufte mir 20 Ballons
beim Mann in der Einkaufsfiliale.
Der packte sie mir in Kartons
und rief weiter: „Kauft Ideale!“


Ich hab’ das zunächst nicht verstanden.
Viel später erst konnt’ ich es seh’n,
denn viele Ballons, die verschwanden,
zu Haus zwischen meinen Kakteen.

 

 

 

 

~ YANA ARLT ~

Man hat diesem Gesang bisher viel zuviel untergelegt. Er verbirgt einfach (sic!) - ein Endspiel. Keiner, der Schachspieler ist, wird ihn je anders verstanden haben. mehr lesen

Yana Arlt
"Das große Lalula" / Installation / 2019

 

 

 

~ ARND KELLER ~

 

[…]

Also, mit der Sprache, mit dem verstanden werden, ist das so eine Sache.

Zuerst sind es ja einfach technische Dinge, um zu verstehen, verstanden zu werden. Akustisch alles in Ordnung, sind die Ohren geputzt, kann ich Worte klar und deutlich formen oder geht es in einem unverständlichen Nuscheln unter. Ist es die Sprache, die ich auch spreche oder wenigstens verstehe, in der ich mich heimisch fühle, also, wenn ich verstanden werden will, muß ich mich auch ausdrücken können, es beschreiben können, schön wäre es, ich hätte auch wirklich etwas zu sagen. Mit Menschen sprechen, die sich der sprache auch gut bedienen. Oftmals ist das Verstehen von mehr Erfolg, wenn man leise spricht, der Gegenüber zuhört und beide dazu gewillt sind, miteinander zu sprechen, sich nicht gegenseitig niederzubrüllen. Mitunter bedarf es auch keiner Worte, weil man sich so sehr vertraur ist durch langes gemeinsames Beieinandersein.

Zu DDR-Zeiten hat man oftmals ohne Worte gewußt, wo der andere Fremde dazugehört, man hat sich erkannt, geahnt wie der andere, gleich mir, versteht, leider hat man auch manchmal daneben gelegen.

Manchmal höre ich Menschen sprechen, in einer anderen Sprache, Dialekt und es ist gut so.

„Und die Leute reden eine Sprache, die ich nicht versteh … wie zauberhaft es ist, nur eine Melodie von Wort zu hören und den ganzen Quatsch, der dahintersteckt, nicht zu verstehen.“ Irmgard Keun „Gilgi – eine von uns“

Wird mein Haus immer enger, abgeschirmter, weil man immer mal Menschen nicht mehr versteht, ihren Argumenten nicht mehr folgen kann und will und auch sie einen schon von vornherein ausgrenzen?

Selbst die Person, die mich am besten verstehen müßte, also ich selbst, habe schon auch noch manche Nachfrage zu manchem Tun und Handeln.

Aber vielleicht ist Verstehen gar nicht das erstrebenswerte Ziel, ist Verstehen endpunkt, Stillstand, ist doch der ständige Diskurs der Weg? Mal so und mal so, verstanden werden, verstehen können, sich angekommen fühlen, geborgen, aufgehoben und geschützt ist schon ein starkes, warmes „daheim-Gefühl“.

 

 

Samstag, 15. Mai 2021

Gisela Cesaro "Unwiederbringlich" / Barbara Seidl-Lampa "Käferschöpfung" / Schaufenstergalerie "150. Geburtstag Christian Morgenstern"

 ~ GISELA CESARO ~

Alles, was den Krug zum Krug macht, ist der Ton, der die Leere umschließt. Gäbe es die Leere nicht, gäbe es auch den Krug aus Ton nicht (Zitat i.c.)


Unwiederbringlich.
Wie Sand zwischen den Fingern –
zerrinnen Tage.


Zeit zerrinnt stetig –
wie Sand zwischen den Fingern.
Unwiederbringlich.






~ BARBARA SEIDL-LAMPA ~


Barbara Seidl-Lampa
"Käferschöpfung" / Keramik / 2015

DREI KÄFER (FÜR CH.M.)

JÜNGST AUF DER TERRASSE
DREI KÄFER KÄFERTEN
AN MEINER TASSE
SIE HOBEN IHRE BEINCHEN
BEINCHEN SECHS
FÜNF
VIER
DREI
ZWEI
EINS
KEINS

WESHALB?
DAS MONDKALB HAT ES MIR VERRATEN
UND AUCH DER RABE ROLF ROCH ROCH DEN BRATEN
SECHS BEINE WARN'S UND KEINES MEHR, UND AUCH NICHT VIER,
WIE WERWOLF, WIEWOLF, WENWOLF ODER SONSTIGES GETIER:

SECHS KÄFERBEINE KÄFERTEN,
NEIN ACHTZEHN AN DER ZAHL
SIE KÄFERTEN AN MEINER TASSE
WIE BANAL

UND NUR DAS REHLEIN FALTET SCHEU DIE ZEHN,
NEIN ZWEI
NICHT DREI

NUN LASST UNS GEHN

DIE FISCHE SINGEN STILLE IHRE LIEDER
EIN NACHTGESANG UND GROSSES LALULA


DURCH EINEN TRICHTER FÄLLT DAS LICHT
       VOM MORGENSTERN IN KLEINEN
           WORTEN; TROPF UM TROPF
                   IN MEINEN LEEREN
                          KÄFERKOPF
                              TROPF
                               ORPF
                                 PF
                                  F

                                 O

                                 O




Freitag, 14. Mai 2021

Birgit Schwarz "Ein Kranz" / Alexander Kiensch "Was ein besonderer Mensch ist?" / Schaufenstergalerie "150. Geburtstag Christian Morgenstern"

~ BIRGIT SCHWARZ ~

Warum sollte dies mein Leben ein Anfang oder ein Ende sein, da doch nichts ein Anfang oder Ende ist.
Warum nicht einfach eine Fortsetzung, der unzähliges Wesensgleiche vorangegangen ist und unzähliges Wesengleiche folgen wird.

Christian Morgenstern

 

 

~ ALEXANDER KIENSCH ~

Was ein besonderer Mensch ist?

"Hört ihr das?", fragt er.

Klar, denke ich unbeeindruckt. Der Wind pfeift, die Blätter rascheln, das Kornfeld rauscht.
"Das sind die Ähren im Feld, die der Wind gegeneinander schlägt."

Und dann höre ich, was ich schon die ganze verdammte Zeit gehört, aber offensichtlich zu ignorieren beschlossen habe: das Klappern der Ähren, leise aber deutlich, über dem Rauschen des Kornfelds. Und ich begreife, dass ich das jeden Tag mache, durch diese Welt streife und nichts, einfach nichts wahrnehme, weil ich zu bequem, zu unaufmerksam, zu ignorant oder weiß Gott was bin. Und ich nehme mir vor, ab jetzt meine Augen zu öffnen, die Ohren zu schärfen und wenigstens zu versuchen, all die winzig kleinen Bedeutsamkeiten zu bemerken, an denen tagtäglich hundert Menschen vorübereilen, bevor einer mal stehen bleibt und sie zu würdigen weiß. Wenn man das lange genug tut, stellt man bald fest, dass man plötzlich in einer völlig anderen Welt lebt.

Und das alles nur dank dir. Ich danke dir, Wolfgang.

 

Donnerstag, 13. Mai 2021

Michael Georg Bregel "Der Eisvogel" "Schneckradiert" / Irina Wache "Hausschnecke" / Schaufenstergalerie "150. Geburtstag Christian Morgenstern"

~ MICHAEL GEORG BREGEL ~

 


Der Eisvogel


Franz Vogel ging es schlecht wie nie,
er saß auf seinem Zweig - hatschi! -
und schniefte sich 'nen Ast, jawoll,
Franz hatte echt den Schnabel voll!

Ein jeder kam mit guten Tipps,
mit Eierpunsch und Glühweinschwips.
Franz nickte, keuchte, dacht' - hatschum! -
ihr haltet mich für vogeldumm!

Ich picke weder Vitamine,
noch Honigwaben frisch von Biene,
Gesundkram hass' ich sowieso,
küsst mir doch alle den – hatscho!

Aufwärmen soll ich mich? Hatsche!
Die dickste Decke ist aus Schnee!
Mein kühler Bürzel wird schon wieder,
wozu hat man sein Prachtgefieder?

Der Franz vergaß beim Lamentieren:
Das kalte Er- kommt nach dem Frieren.
Als man ihn fand, war er längst blau,
der Schnabel Rotzefrost – hatschau!

 

 

Schneckradiert

 

Na, was treibst du da, du Reimer?
Fragt die Schnecke, und der Schleimer
kriecht einmal quer übers Blatt.
Tja, was dort gestanden hat
ist jetzt nur noch schwarze Schliere.
Denn anders als andre Tiere
geht Schneck nicht auf allen Vieren,
kann jedoch ganz gut radieren.

 


 

 

~ IRINA WACHE ~

Irina Wache
"Hausschnecken" / Stoff / 2021
 

Gespräch einer Hausschnecke
mit sich selbst

Christian Morgenstern

Soll i aus meim Hause raus?
Soll i aus meim Hause nit raus?
Einen Schritt raus?
Lieber nit raus?
Hausenitraus –
Hauseraus
Hausenitraus
Hausenaus
Rauserauserauserause ...

(Die Schnecke verfängt sich in ihren eigenen Gedanken oder vielmehr diese gehen mit ihr dermaßen durch, daß sie die weitere Entscheidung der Frage verschieben muß.)