Das schwarze Gold ist verbrannt + + + + Kunst Im Margahof
Argumente
für Kulturelle Bildung
Warum Kulturelle Bildung wichtig ist
5 / Perspektiven wechseln
Kultur, Kunst, Spiel und ästhetische Erfahrungen bieten die Chance, die Welt aus neuen Blickwinkeln zu betrachten. So erfahren Kinder und Jugendliche, dass es bereichernd sein kann, Gewohntes zu hinterfragen und ungewohnte Perspektiven einzunehmen. Und dass es zu einer Frage verschiedene Antworten und für ein Problem unterschiedliche Lösungen geben kann. Kulturelle Bildung trägt so dazu bei, unterschiedliche Perspektiven einnehmen und sich eine eigene kritischeMeinung bilden zu können.
Impressionen der "Kunst Im Margahof" 2019
Vorhaben 2021
20. August / OYA-Geschichtensommer / mehr erfahren
21. August / Tag des offenen Ateliers / TV-Beitrag über TdoA 2020
+ Lese-Tanz-Performance "ein Haus - zwei Leben" / Yana Arlt / Lydia Arlt-Kirste
22. August / Tag des offenen Ateliers
+ Lesung "Es zerreißt mich" / Wolfgang Wache / reinhören
3. - 5. September / 9. Lausitzer Lyrikfestival
mit Schwerpunkt "Lyrik & Multimedia"
Buchpremiere "Das schwarze Gold ist verbrannt"
in der Begegnungsstätte & Galerie MARGA
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| Udo Tiffert liest "Wandel und Festhalten" |
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| Kristiane Marx liest "Enkelkind eines leidenschaftlichen Fotografen/ Über meinen Großvater Heinz Herzog" |
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| Wolfgang Wache liest "Bergmanns Anerkennung" |
vom 17. bis 23. Mai 2021
Stell
dich vor meine Mitte
aus:
Philipp Poisel „Wie soll ein Mensch das ertragen“
~ ULRIKE EBERHARDT-LAUTERBACH ~
08.01.2020
Was
ist auf einmal alles möglich !?
Langsam begreife ich, das der
goldenen Käfig ein Geschenk für mich war.
Eine Chance Erwachsen
zu werden ohne an den vielen Herausforderungen im Alltag zu
scheitern.
Es wäre zu viel geworden, es hätte mich erdrückt.
Die
vielen schwierigen Entscheidungen und Abwägungen.
Viel zu Viele
auf einmal.
Ich konnte mich immer wieder zurück ziehen in den
goldenen Käfig und die vorhandenen Regeln als die eigenen annehmen.
Doch jetzt habe ich das Gefühl ich bin flügge geworden.
Es
ist an der Zeit eigene Regeln ( Grenzen) zu erkennen, zu begreifen,
zu leben.
Und somit auch eigene Freiräume zu definieren und
auszufüllen.
30.01.2020
Ich
habe mich auf den Weg gemacht, um heraus zu finden was ich wirklich
will.
Ich weiß noch nicht wo ich ankommen werde.
Vielleicht
verweile ich auch nur ab und zu mal hier mal dort, um dann erneut
aufzubrechen, um rauszufinden
wer ich bin,
wer ich sein kann,
wer ich sein möchte.
Eine Wortspiel aus meiner Jugend
ging so:
Wer bin ich ?
Bin ich wer?
JA, Ich bin
WER!?
Wer bin ich ?
Mutter, Kranichmitglied, Freundin,
Ehefrau, Angestellte, Senftenbergerin,
Oya-Leserin,
Kirchgängering, Schachspielerin, Trommlerin, Schwester, Tochter,
Mutmacherin, …. Trost & Geborgenheiten Suchende und
Spendende
Und wer möchte ich bleiben und wer möchte ich
morgen sein ?
Lass es uns rausfinden, ich lad dich ein !
Juni
2006 neues Tagebuch mit dem Titel „Als ich verloren ging“
begonnen.
Eintrag 07.01.2010
Als ich mich fand,
war
ich gespannt,
was ist aus mir geworden
muß ich mich noch
sorgen,
oder (kann ich schauen) auf jeden neuen Morgen
schauen
mit viel Zuversicht
und Gott dann zu mir spricht:
„Ich
lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.
Ich bring neues
Leben, siehst du es denn nicht.
Amen. (Jahreslosung)
~ STEFAN RESCHKE ~
Der Mann mit Luftballons
28.04.2021
Ich kaufte mir 20 Ballons
beim Mann
in der Einkaufsfiliale.
Der packte sie mir in Kartons
und rief
weiter: „Kauft Ideale!“
Ich hab’ das zunächst nicht
verstanden.
Viel später erst konnt’ ich es seh’n,
denn
viele Ballons, die verschwanden,
zu Haus zwischen meinen Kakteen.
~ YANA ARLT ~
Man hat diesem Gesang bisher viel zuviel untergelegt. Er verbirgt
einfach (sic!) - ein Endspiel. Keiner, der Schachspieler ist, wird
ihn je anders verstanden haben. mehr lesen
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| Yana Arlt "Das große Lalula" / Installation / 2019 |
~ ARND KELLER ~
[…]
Also, mit der Sprache, mit dem verstanden werden, ist das so eine Sache.
Zuerst sind es ja einfach technische Dinge, um zu verstehen, verstanden zu werden. Akustisch alles in Ordnung, sind die Ohren geputzt, kann ich Worte klar und deutlich formen oder geht es in einem unverständlichen Nuscheln unter. Ist es die Sprache, die ich auch spreche oder wenigstens verstehe, in der ich mich heimisch fühle, also, wenn ich verstanden werden will, muß ich mich auch ausdrücken können, es beschreiben können, schön wäre es, ich hätte auch wirklich etwas zu sagen. Mit Menschen sprechen, die sich der sprache auch gut bedienen. Oftmals ist das Verstehen von mehr Erfolg, wenn man leise spricht, der Gegenüber zuhört und beide dazu gewillt sind, miteinander zu sprechen, sich nicht gegenseitig niederzubrüllen. Mitunter bedarf es auch keiner Worte, weil man sich so sehr vertraur ist durch langes gemeinsames Beieinandersein.
Zu DDR-Zeiten hat man oftmals ohne Worte gewußt, wo der andere Fremde dazugehört, man hat sich erkannt, geahnt wie der andere, gleich mir, versteht, leider hat man auch manchmal daneben gelegen.
Manchmal höre ich Menschen sprechen, in einer anderen Sprache, Dialekt und es ist gut so.
„Und die Leute reden eine Sprache, die ich nicht versteh … wie zauberhaft es ist, nur eine Melodie von Wort zu hören und den ganzen Quatsch, der dahintersteckt, nicht zu verstehen.“ Irmgard Keun „Gilgi – eine von uns“
Wird mein Haus immer enger, abgeschirmter, weil man immer mal Menschen nicht mehr versteht, ihren Argumenten nicht mehr folgen kann und will und auch sie einen schon von vornherein ausgrenzen?
Selbst die Person, die mich am besten verstehen müßte, also ich selbst, habe schon auch noch manche Nachfrage zu manchem Tun und Handeln.
Aber vielleicht ist Verstehen gar nicht das erstrebenswerte Ziel, ist Verstehen endpunkt, Stillstand, ist doch der ständige Diskurs der Weg? Mal so und mal so, verstanden werden, verstehen können, sich angekommen fühlen, geborgen, aufgehoben und geschützt ist schon ein starkes, warmes „daheim-Gefühl“.
~ GISELA CESARO ~
Alles, was den Krug zum Krug macht, ist der Ton, der die Leere umschließt. Gäbe es die Leere nicht, gäbe es auch den Krug aus Ton nicht (Zitat i.c.)
Unwiederbringlich.
Wie Sand zwischen den Fingern –
zerrinnen Tage.
Zeit zerrinnt stetig –
wie Sand zwischen den Fingern.
Unwiederbringlich.
~ BARBARA SEIDL-LAMPA ~
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| Barbara Seidl-Lampa "Käferschöpfung" / Keramik / 2015 |
DREI KÄFER (FÜR CH.M.)
JÜNGST
AUF DER TERRASSE
DREI KÄFER KÄFERTEN
AN MEINER TASSE
SIE
HOBEN IHRE BEINCHEN
BEINCHEN
SECHS
FÜNF
VIER
DREI
ZWEI
EINS
KEINS
WESHALB?
DAS
MONDKALB HAT ES MIR VERRATEN
UND AUCH DER RABE ROLF ROCH ROCH DEN
BRATEN
SECHS BEINE WARN'S UND KEINES MEHR, UND AUCH NICHT
VIER,
WIE WERWOLF, WIEWOLF, WENWOLF ODER SONSTIGES GETIER:
SECHS
KÄFERBEINE KÄFERTEN,
NEIN ACHTZEHN AN DER ZAHL
SIE KÄFERTEN
AN MEINER TASSE
WIE BANAL
UND NUR DAS REHLEIN FALTET SCHEU
DIE ZEHN,
NEIN ZWEI
NICHT DREI
NUN LASST UNS GEHN
DIE
FISCHE SINGEN STILLE IHRE LIEDER
EIN NACHTGESANG UND GROSSES
LALULA
DURCH EINEN TRICHTER FÄLLT DAS LICHT
VOM
MORGENSTERN IN KLEINEN
WORTEN; TROPF UM TROPF
IN MEINEN
LEEREN
KÄFERKOPF
TROPF
ORPF
PF
F
O
O
~ BIRGIT SCHWARZ ~
Warum sollte dies mein Leben ein Anfang
oder ein Ende sein, da doch nichts ein Anfang oder Ende ist.
Warum nicht einfach eine Fortsetzung,
der unzähliges Wesensgleiche vorangegangen ist und unzähliges
Wesengleiche folgen wird.
Christian Morgenstern
~ ALEXANDER KIENSCH ~
Was ein besonderer Mensch ist?
"Hört
ihr das?", fragt er.
Klar, denke ich unbeeindruckt. Der
Wind pfeift, die Blätter rascheln, das Kornfeld rauscht.
"Das
sind die Ähren im Feld, die der Wind gegeneinander schlägt."
Und
dann höre ich, was ich schon die ganze verdammte Zeit gehört, aber
offensichtlich zu ignorieren beschlossen habe: das Klappern der
Ähren, leise aber deutlich, über dem Rauschen des Kornfelds. Und
ich begreife, dass ich das jeden Tag mache, durch diese Welt streife
und nichts, einfach nichts wahrnehme, weil ich zu bequem, zu
unaufmerksam, zu ignorant oder weiß Gott was bin. Und ich nehme mir
vor, ab jetzt meine Augen zu öffnen, die Ohren zu schärfen und
wenigstens zu versuchen, all die winzig kleinen Bedeutsamkeiten zu
bemerken, an denen tagtäglich hundert Menschen vorübereilen, bevor
einer mal stehen bleibt und sie zu würdigen weiß. Wenn man das
lange genug tut, stellt man bald fest, dass man plötzlich in einer
völlig anderen Welt lebt.
Und das alles nur dank dir. Ich
danke dir, Wolfgang.
~ MICHAEL GEORG BREGEL ~
Der Eisvogel
Franz Vogel ging es schlecht wie
nie,
er saß auf seinem Zweig - hatschi! -
und schniefte sich
'nen Ast, jawoll,
Franz hatte echt den Schnabel voll!
Ein
jeder kam mit guten Tipps,
mit Eierpunsch und
Glühweinschwips.
Franz nickte, keuchte, dacht' - hatschum! -
ihr
haltet mich für vogeldumm!
Ich picke weder Vitamine,
noch
Honigwaben frisch von Biene,
Gesundkram hass' ich sowieso,
küsst
mir doch alle den – hatscho!
Aufwärmen soll ich mich?
Hatsche!
Die dickste Decke ist aus Schnee!
Mein kühler Bürzel
wird schon wieder,
wozu hat man sein Prachtgefieder?
Der
Franz vergaß beim Lamentieren:
Das kalte Er- kommt nach dem
Frieren.
Als man ihn fand, war er längst blau,
der Schnabel
Rotzefrost – hatschau!
Schneckradiert
Na, was treibst du da, du Reimer?
Fragt
die Schnecke, und der Schleimer
kriecht einmal quer übers
Blatt.
Tja, was dort gestanden hat
ist jetzt nur noch schwarze
Schliere.
Denn anders als andre Tiere
geht Schneck nicht auf
allen Vieren,
kann jedoch ganz gut radieren.
~ IRINA WACHE ~
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| Irina Wache "Hausschnecken" / Stoff / 2021 |
Gespräch einer Hausschnecke
mit
sich selbst
Christian Morgenstern
Soll i aus meim Hause raus?
Soll i
aus meim Hause nit raus?
Einen Schritt raus?
Lieber nit
raus?
Hausenitraus
–
Hauseraus
Hausenitraus
Hausenaus
Rauserauserauserause
...
(Die Schnecke verfängt sich in ihren eigenen Gedanken
oder vielmehr diese gehen mit ihr dermaßen durch, daß sie die
weitere Entscheidung der Frage verschieben muß.)