Dienstag, 3. Februar 2026

Glücksmoment ~ Verschneiter Schlosspark

Frisch gefallener Schnee auf den Wiesen im Schlosspark, auf den Wegen, auf den Bänken und Bäumen, auf dem Teich und dem Dach des Pavillons. Es ist Dienstagmorgen ca. halb Acht Uhr, ich knirsche über die unberührten Schneewege, der blau-graue Morgenhimmel taucht den winterlichen Park in überirdisches Licht und dann bemerke ich, dass der Strahler, der einen orangefarbenen Lichtspot auf den Schlosspavillon wirft, noch an ist. In etwa einer halben Stunde geht dort, hinter dem hellgrauen Vlies, das sich über das Firmament zieht, die Sonne auf. Es ist diese schummrige Zeit, in der alles möglich zu sein scheint, noch können wir entscheiden, welche Farbe wir dem Tag geben. Die kommenden Stunden werden uns mit Bildern und Klängen, Aromen und Empfindungen überschütten und wir werden entscheiden, welche davon wir auf der Leinwand, im Fotoalbum oder auf den Seiten unseres Tagebuchs festhalten.

27. Januar 1945 . . . Auschwitz  . . . 462 km entfernt von Senftenberg . . . ein Routenplaner gibt die Autofahrzeit mit 5 h 22 min an . . .
Im Schlosspark befindet sich auch ein "Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus" (Infos) von Ernst Sauer. Immer wieder berühren, erschüttern mich die Figuren des Reliefs - nicht nur in den Morgenstunden des 27. Januars.

Ich verweile an diesem Platz am Schlossteich, schaue über die weite Fläche unberührten Weiß', bis mein Blick am Pavillon hängen bleibt und plötzlich ist da die Erinnerung an einen Sommerabend vor vielen Jahren. Und ich bin dankbar. Dankbar, dass ich in Frieden aufwachsen konnte, dankbar für meine Entwicklung - besonders die künstlerische, dankbar für die wunderbaren Menschen in meinem Leben, die mit so viel Verständnis und Liebe mich geprägt, gefördert, ermutigt und begleitet haben.    

 

Schlosspark Senftenberg, 27. Januar 2026 



 

Schlosspark Senftenberg, Sommer 2009

"Lichtwegenacht"

"Lyrisches Kartenspiel" an dieser Stelle des Schlossteichs
 ~ gegenüber dem Pavillon