Da stehen wir also … im Dunklen …
im Schatten … kollektiv.
Sind hier hinauf getapselt, auf die
Anhöhe, die früher einmal bewaldet war. Dann wurde ein Großteil
der Bäume gerodet. Militär braucht Sichtfreiheit. Schießfreiheit?
Einsicht. Aussicht. Durchsicht. Sandgrube. Mülldeponie. Trümmerberg.
Es gibt vielleicht einige von den Hunderten, die stehen auf 164 m ü.
NN … wir sind etwas darunter. Ich habe keinen Höhenmesser dabei.
Aber ein Taschenmesser mit Flaschenöffner. Prost. Die Flaschenböden
klirren aneinander. Ein Vorübergehender witzelt: „Na, welche Band
spielt denn heute hier?“ Ich gebe mir keine Mühe, eine
schlagfertige Antwort zu finden. Nur der Song „Here comes the sun“
geht mir jetzt nicht mehr aus dem Kopf. Na dankeschön. Vielleicht
klimpert irgendwo doch jemand auf der Klampfe – Jubel und Applaus
setzen ein. „There goes the sun“. Steht knapp über dem Horizont,
der mit Heißluftballons dekoriert ist. Alles geht sehr langsam und
doch rasend schnell. Es ist hell. Es ist dämmrig. Es ist dunkel. Es
ist hell. Ein letztes Aufleuchten. Es ist dunkel. Es ist finster.
Finster mit einem Dutzend Verglühspuren am Himmel. Ich konnte sie
sehen – von meiner Hängematte im Garten aus. Über dem wilden
Wein. Zwischen Flieder und Maulbeerbaumkrone. Dann wären mir fast
die Augenlider zugefallen. „Geh ins Bett“, flüstert mir jemand
ins Ohr, „es war ein langer Tag.“ Ein ganz normaler Dienstag im
August. Einer, der ganz anders endete als ich ihn zu Beginn geplant
hätte. Er wurde zu 90% anders als am Morgen mit Kaffee auf der
Gartenbank vermutet. Prost! Prost, auf solche Tage! Mit einem
Sonnensichellächeln im Bett liegen und noch einmal die Wünsche
vorüber schnuppen lassen. Eins ~ Zwei ~ Drei ~ Vier ~ Fünfffff ~ Sechssssss
Yana Arlt
Ich
hab von der Sonnenfinsternis nichts gesehen.
Der Mond war voll im
Weg.
Textquelle: DEBESTE

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