In unserer diesjährigen Veranstaltung "Literarisches Schaffen in der Lausitz ~ Früher, Heute, Morgen" werden wir am 8. November Werke von Peter Drescher vorstellen.
In unserer diesjährigen Veranstaltung "Literarisches Schaffen in der Lausitz ~ Früher, Heute, Morgen" werden wir am 8. November Werke von Peter Drescher vorstellen.
Ich surfe auf den Holzschnitten über Aquarelle bis zu den Kreide- und Kohlegrafiken. Leben steckt in diesen Motiven. Leben in allen Druckfarben. Leben in mehreren Farbschichten. Leben in Schwarz und Weiß. Hochdruckverfahren. Tiefdruckverfahren. Flachdruckverfahren. Grobe Pinselstriche. Feinste Pinselstriche. Ich versinke in „Abend. Melancholie I“, ein Farbholzschnitt, der sonst im Munchmuseum in Oslo zu sehen ist. Ich werde ermahnt, auf die Abstandsmarkierungen zu achten. Ich werde ermahnt, mit den Händen nicht zu nah an die Bilder zu kommen. Ich werde aufmerksam beobachtet. Ich beobachte aufmerksam – wie plötzlich der Wind in das Haar des Mädchens fährt, das sich an den Birkenstamm lehnt; wie sich eine Fruchtfliege auf das „Stilleben mit Früchten und französischem Weißbrot“ setzt; wie das Spinnrad surrt und der Wollfaden durch die Hände der „Spinnenden Bäuerin“ gleitet; wie sich die Barthaare des alten Mannes beim Räuspern neu ordnen; wie der Wein riecht in der Flasche, die vor Edvard auf dem Tisch steht; wie sich die Köpfe der drei „Mädchen auf der Brücke“ beim Tuscheln und Kichern hin und her wiegen... ich beobachte das alles, ich höre es, rieche es, spüre es. Nur jetzt nicht hinsetzen. Wenn man einmal sitzt, fällt es schwer, wieder aufzustehen und weiterzugehen. Die Bilder haben sich in den drei Stunden seit Betreten der Ausstellungsräume geändert. Sie sind lauter geworden. Sie sind leiser geworden. Sie sind dunkler geworden. Sie sind bunter geworden. Die Leben der beiden Künstler haben mit meinem Leben zu tun – das Sitzen am Sterbebett, die knisternde Kruste des frischen Baguettes, das Luft- und Seebaden... der Hunger nach Unbeschwertheit, der Durst nach Erlösung-Vergebung-Vergessen. Warum versteht es denn keiner? Warum hält es nicht jemand mit aus, dieses „ich weiß es nicht“? Warum die schnellen Antworten, die kurzen Sätze, die doch niemals wahre Antworten sein können. Der Himmel reicht nicht bis zum Leinwandrand. Den Kopf umgibt ein blauer Haarreif. Haar und Himmel. Arm und Rinde. Fuß und Wiese. Noch nie waren mir die Worte so falsch vorgekommen – Halbwahrheiten im serifenlosen Grotesk auf den Wänden der Ausstellungsräume. Die Zusammenhänge gehen verloren. Die Verbindungen zu Wurzeln werden gekappt. Noch einmal steige ich auf das Brett und lasse mich hinaus tragen von Wellen und Wind.
Yana Arlt
Edvard Munch
Ich ging spazieren mit zwei Freunden – da sank die Sonne – Auf einmal ward der Himmel rot wie Blut – ich hielt inne, fühlte mich erschöpft – ... Meine Freunde gingen weiter, und ich stand allein, bebend vor Angst – Mir war, als ginge ein mächtiges, unendliches Geschrei durch die Natur.
Textquelle: deutschlandfunkkultur
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| albertinum.skd.museum/ausstellungen/paula-modersohn-becker-und-edvard-munch/ |
Wolfgang Wache
Zeichnung & Lyrik
Tag des offenen Ateliers
Samstag, 2. Mai 2026, 14 - 18 Uhr
Sonntag, 3. Mai 2026 11 - 18 Uhr
MARGA-Atelier
Platz des Friedens 2 01968 Brieske
Bitte Ateliereingang über Margahof nutzen
Die Ehe ist wie eine belagerte
Burg.
Die, die drin sind, wollen raus,
und die, die draußen
sind, wollen rein.
Textquelle: herzerobern.de
Gestern hatten wir SchülerInnen aus Senftenberg/ Brieske zu Gast in der "Lausitzer Literatursammlung", die zum Verein "Ich schreibe!" gehört. Schreiben - Lesen - Bücher gestalten. Das sind die Themen unseres Vereins.
Wer selbst Geschichten und Gedichte schreibt, ist eingeladen, sich den "Bücherkindern Senftenberg" anzuschließen und gemeinsam mit anderen Schreibenden das neue Buch zu gestalten.
Anmeldung:
NLZ "Ich schreibe!" e.V.
Im Margahof 3
01968 Senftenberg OT Brieske
nlz-ich-schreibe@gmx.de
www.nlz-ich-schreibe.de
nlz-ich-schreibe.blogspot.com
Informationen gibt es auch persönlich beim Tag der Baukultur am 30. Mai in Brieske und beim Kindertag der Stadt Senftenberg am 5. Juni auf dem Neumarkt Senftenberg.
TIPP
Ein Blog-Beitrag aus dem Jahr 2021:
https://nlz-ich-schreibe.blogspot.com/lieblingsbucher-von-vereinsmitgliedern.html
Welche sind deine Lieblingsbücher / Bücher, die dich prägten?
schreib uns: nlz-ich-schreibe@gmx.de oder
über das Kontaktformular gleich hier links neben den Posts
👈
P R E S S E M E L D U N G
Alle können Kunst machen in Brieske-Marga
Geschichten schreiben, zeichnen, malen, Linolschnitt, Stempelkunst, LandArt es gibt viele Möglichkeiten, sich beim diesjährigen Kunstpleinair vom 12. bis 14. Juni in Brieske-Marga auszuprobieren. An 3 Sommertagen öffnet der „Ich schreibe!“ e.V. das MARGA-Atelier für Kreative jeden Alters. Für Kinder und für Jugendliche wird es spezielle Angebote geben. Anmelden kann man sich per E-Mail: nlz-ich-schreibe@gmx.de. Mehr Informationen gibt es auf der Website: www.nlz-ich-schreibe.de
Nein, ich meine nicht das Lied „Alle
Jahre wieder kommt das Christuskind“, das zur Weihnachtszeit
intoniert wird. Ich meine auch nicht das ironische „Alle Jahre
wieder“, dass man angesichts der Betriebskostenabrechnung, des
Zahnarzttermins oder der Frist für die Einkommenssteuererklärung
augenrollend quittiert. Ich meine die kleinen persönlichen
„Rituale“. Von denen man selbst vielleicht gar nicht mehr so
genau weiß, wann und wie sie begonnen haben, wann und wie sie zu
einer wiederkehrenden Handlung im Verlauf des Tages, des Monats, des
Jahres wurden. Manche sind an ein Datum gebunden, manche an einen
Zeitraum – allgemeine Daten und Zeiträume, die mit individueller
Bedeutung gekoppelt werden. Für den Rest der Welt spielt der 20.
April gar keine Rolle – außer, dass es in diesem Jahr ein f---ing
Montag ist und man wieder auf Arbeit muss, wo gerade dicke Luft
herrscht und man so überhaupt keine Lust hat. Für den Rest der Welt
ist das Blühen des Sauerkirschbaums nur eine ganz normale
Obstbaumblüte, bei der man in Gedanken vielleicht schon panisch auf
die Vorräte der Marmeladen- und Kompottgläser schaut. Für einen
Teil der Welt war der vergangenen Samstag, der 18. April 2026, der
Tag des Frühjahrsputzes in der Stadt Senftenberg, für einen anderen
Teil der Welt war es der Lampenfiebertag zum Bezirksausscheid des
Bundesweiten Vorlesewettbewerbs, für einen Teil der Welt war es ein
Baumarkttour-Autowasch-Gartenarbeits-Tag... jemand hat Geburtstag,
jemand wird beerdigt, jemand heiratet, jemand lernt jemanden kennen,
es wird eine Regenwaldfläche von rund 4.340 Fußballfeldern
abgeholzt, weit über 1.900 Menschen suizidieren sich weltweit, 748
Millionen Tonnen Gletschereis schmelzen, schätzungsweise 150
Tierarten sterben aus, „Forschende der
Universität Greifswald haben eine Methode entwickelt, um Blutplasma
herzustellen, das für alle Blutgruppen einsetzbar ist. Das vermeidet
Engpässe und verbessert vor allem die Versorgung in Notfällen. Das
Paul-Ehrlich-Institut hat die Methode bereits zugelassen.“
(Textquelle: goodnews.eu vom 17.4.2026). Noch mehr gute Neuigkeiten
gibt es HIER.
Es gibt für mich
zwei besondere Zeremonien, die während der Kirschbaumblüte
stattfinden. Eine habe ich zumindest in diesem Jahr bereits
umgesetzt. Es sind nicht nur die gesetzlichen Feiertage, die ein Jahr
strukturieren und an denen schon wieder einmal herumgemäkelt wird.
Sind Ostern, Pfingsten, Himmelfahrt und andere kirchlich begründete
Feiertage noch zeitgemäß in einer zunehmend globalisierten Welt?
Vielleicht ist die Frage falsch gestellt! Es sind eben auch die
kleinen persönlichen Gepflogenheiten, die Orientierung geben. der
starke, schwarze Kaffee vor Sonnenaufgang unter dem blühenden
Kirschbaum ist meine Art den Frühling zu begrüßen. Und besonderes
Ohrenmerk gilt der Welt der gefiederten Mitgeschöpfe... habt ihr ihn
schon gehört? Den Kuckuck? Auch das ein Ritual seit meinen
Kindertagen: beim ersten Kuckucksruf klappert man mit dem
Portemonnaie, damit das Geld das ganze Jahr über nicht ausgeht. Ok,
ist in Zeiten des zunehmenden bargeldlosen Zahlens auch nicht mehr
zeitgemäß – aber Geldkarten, Coupos und Punktesammelkarten
aneinander zu schlagen, macht halt echt keinen Spaß. Von dem
akustischen Desaster mal ganz zu schweigen.
Yana Arlt
Falschzitate
Kuckucks-Zitate
- kennen auch Sie ein paar davon?
"Am Ende wird alles
gut und wenn es nicht gut ist, ist das nicht das Ende." Das ist
doch ein Zitat von John Lennon, oder? Falsch, weiß
Literaturwissenschaftler und Autor Gerald Krieghofer. Der Experte
klärt über Falschzitate auf.
Wie
kommen falsche Zitate zustande?
"90 Prozent entstehen durch
Gedächtnisirrtum und Wunschdenken, Versehen", erklärt Gerald
Krieghofer. Falschzitate gab es immer schon, aber durch das Internet,
die Sozialen Medien und vor allem durch die Onlinezitatsammlungen,
die Zitate ohne Quellen ins Netz stellen, wurde die Verbreitung von
Kuckucks-Zitaten beschleunigt und hat sich ein wenig
verselbstständigt.
Textquelle: br.de
Bildquelle: senftenberg.de
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| Ferienworkshop "Labyrinth" |
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| Labyrinthplane im Margahof Lausitzer Lyrikfestival Foto: Carmen Winter |