Montag, 4. Mai 2026

Inspirieren lassen ~ Von nun an getrennte Wege

Er ist weg.
Viereinhalb Monate waren wir zusammen.
Sind überallhin gemeinsam gegangen. Wir waren unterwegs, haben einiges erlebt. Das gemeinsame Weihnachtsfest war schon etwas Besonderes und auch Ostern war eine schöne Zeit zusammen. Suchen und Finden – das war unser Ding. Er hat mich begleitet beim Abholen der Ausstellungstafeln bei der Paketstation und dann beim Aufhängen im Cafe „Lichtblick“. Meine eigene LandArt-Ausstellung. Fünf Tafeln mit Bildern und Texten – ich glaube, er hat meine Naturkunst gemocht; er ist ja selbst jemand, der gern draußen unterwegs ist. Er hat mich dazu gebracht, mehr darauf zu achten, was ich zu mir nehme. Wir reden hier nicht nur von Kaffee, Alkohol, Schokolade..., sondern auch von dem was andere schreiben, sagen, zeigen. „An apple a day keeps the doctor away“ - der Spruch könnte sein Lebensmotto sein und ich plünderte im Supermarkt die Stiege mit den rotbäckigen „Die Anderen“, preisgünstiger, ohne Folienverpackung und sehr wohlschmeckend! Da saßen wir also und schnurbselten Äpfel. Mit leuchtenden Augen habe ich meiner Familie, meinen Freunden und auch vielen, die es vielleicht gar nicht interessiert hat, von ihm erzählt und ihn vorgestellt. Die Geschichte unserer ersten Begegnung ~ wie oft ich die wohl erzählt habe. Ob Kino- oder Tanzabend – er kam mit. Nach der Fastenzeit, gleich nach den Osterfeiertagen beim ersten Milchkaffee im Café war er mit dabei. Also gut, das mit dem lebenslangen Verzicht auf Kaffee das bekomme ich nicht hin, 7 Wochen von Aschermittwoch bis Ostersonntagmorgen waren lang genug. Ob er einen Blick in meine Notate geworfen hat, weiß ich nicht und auch nicht, was er überhaupt zu meinen Versen zu sagen hätte. Aber er hat gelächelt, als ich stolz die über 400 abgeschriebenen und ausgedruckten Seiten der Notate 2025 in den Händen hielt. Er verstand, wie wichtig mir das ist, wie bedeutungsvoll, denn er registrierte jede Stunde, die ich am PC mit dem Abschreiben verbrachte. Fragen kann ich ihn nicht mehr, ob er Gedichte mag, ob er meine Gedichte mag.
Er ist weg.
Der Tag unserer Trennung war schneller heran gerückt als es mir lieb war.
Der 2. Mai kam ja nicht überraschend und es war lange ausgemacht, dass wir ab diesem Samstag im Mai getrennte Wege gehen werden.
Jetzt ist er weg.
Und es ist seltsam.
Und es ist gut.
Vielleicht bekomme ich eine Nachricht von dort, wo er jetzt ist. Von allen Orten, an denen er jetzt sein wird. Ich würde mich über ein Bild von ihm wirklich freuen. Wir hatten ja eine sehr intensive Zeit miteinander.

Yana Arlt


Auch getrennte Wege
gehen weiter

 


 

 

Erster Montag im Mai = Treff des Freundeskreis Brieske/ Briesker Kirche


 

Im Mai treffen wir uns wie gewohnt am 1. Montag des Monats = 4. Mai 2026 um 17 Uhr in der Begegnungsstätte & Galerie MARGA, Platz des Friedens 2, Brieske.

 

Samstag, 2. Mai 2026

Gruß zum Wochenende 18kw26

 


 

Du denkst vielleicht
Ich höre dir zu
Aber in Gedanken
Fahre ich meinen
Traktor 

 

 

Textquelle: schilderkreis24 

World Labyrinth Day

 


 

 

Einladung

Begehbares Labyrinth aus Sand

Martin-Luther-Kirche Brieske

Wir gehen "Um 1 als Eins" durch das Labyrinth. (13 Uhr MESZ)

Das Labyrinth ist je nach Witterung ca. ein bis zwei Wochen auf dem Platz vor der Kirche zu sehen.

 

Mittwoch, 29. April 2026

Yana Arlt ~ World Labyrinth Day ~ Tag des offenen Ateliers


 

Yana Arlt

LandArt & Labyrinth & Lyrik

 

Tag des offenen Ateliers

Samstag, 2. Mai 2026, 14 - 18 Uhr

Sonntag, 3. Mai 2026, 11 - 18 Uhr

MARGA-Atelier
Platz des Friedens 2 01968 Brieske
Bitte Ateliereingang über Margahof nutzen 

 

World Labyrinth Day

Samstag, 2. Mai 2026, 12 - 14 Uhr

Martin-Luther-Kirche Brieske 

 

Dienstag, 28. April 2026

14. Januar 2026 80ster Geburtstag PETER DRESCHER ~ 28. April 5ter Todestag

In unserer diesjährigen Veranstaltung "Literarisches Schaffen in der Lausitz ~ Früher, Heute, Morgen" werden wir am 8. November Werke von Peter Drescher vorstellen.

 


 


 

 

Montag, 27. April 2026

Inspirieren lassen ~ Geschrei durch die Natur

Ich surfe auf den Holzschnitten über Aquarelle bis zu den Kreide- und Kohlegrafiken. Leben steckt in diesen Motiven. Leben in allen Druckfarben. Leben in mehreren Farbschichten. Leben in Schwarz und Weiß. Hochdruckverfahren. Tiefdruckverfahren. Flachdruckverfahren. Grobe Pinselstriche. Feinste Pinselstriche. Ich versinke in „Abend. Melancholie I“, ein Farbholzschnitt, der sonst im Munchmuseum in Oslo zu sehen ist. Ich werde ermahnt, auf die Abstandsmarkierungen zu achten. Ich werde ermahnt, mit den Händen nicht zu nah an die Bilder zu kommen. Ich werde aufmerksam beobachtet. Ich beobachte aufmerksam – wie plötzlich der Wind in das Haar des Mädchens fährt, das sich an den Birkenstamm lehnt; wie sich eine Fruchtfliege auf das „Stilleben mit Früchten und französischem Weißbrot“ setzt; wie das Spinnrad surrt und der Wollfaden durch die Hände der „Spinnenden Bäuerin“ gleitet; wie sich die Barthaare des alten Mannes beim Räuspern neu ordnen; wie der Wein riecht in der Flasche, die vor Edvard auf dem Tisch steht; wie sich die Köpfe der drei „Mädchen auf der Brücke“ beim Tuscheln und Kichern hin und her wiegen... ich beobachte das alles, ich höre es, rieche es, spüre es. Nur jetzt nicht hinsetzen. Wenn man einmal sitzt, fällt es schwer, wieder aufzustehen und weiterzugehen. Die Bilder haben sich in den drei Stunden seit Betreten der Ausstellungsräume geändert. Sie sind lauter geworden. Sie sind leiser geworden. Sie sind dunkler geworden. Sie sind bunter geworden. Die Leben der beiden Künstler haben mit meinem Leben zu tun – das Sitzen am Sterbebett, die knisternde Kruste des frischen Baguettes, das Luft- und Seebaden... der Hunger nach Unbeschwertheit, der Durst nach Erlösung-Vergebung-Vergessen. Warum versteht es denn keiner? Warum hält es nicht jemand mit aus, dieses „ich weiß es nicht“? Warum die schnellen Antworten, die kurzen Sätze, die doch niemals wahre Antworten sein können. Der Himmel reicht nicht bis zum Leinwandrand. Den Kopf umgibt ein blauer Haarreif. Haar und Himmel. Arm und Rinde. Fuß und Wiese. Noch nie waren mir die Worte so falsch vorgekommen – Halbwahrheiten im serifenlosen Grotesk auf den Wänden der Ausstellungsräume. Die Zusammenhänge gehen verloren. Die Verbindungen zu Wurzeln werden gekappt. Noch einmal steige ich auf das Brett und lasse mich hinaus tragen von Wellen und Wind.

Yana Arlt

Edvard Munch

Ich ging spazieren mit zwei Freunden – da sank die Sonne – Auf einmal ward der Himmel rot wie Blut – ich hielt inne, fühlte mich erschöpft – ... Meine Freunde gingen weiter, und ich stand allein, bebend vor Angst – Mir war, als ginge ein mächtiges, unendliches Geschrei durch die Natur.

Textquelle: deutschlandfunkkultur

 

albertinum.skd.museum/ausstellungen/paula-modersohn-becker-und-edvard-munch/