Samstag, 10. Januar 2015

Gruß aus der Poetensprechstunde*



Einmal im Monat stehen die NLZ-Türen am Samstagvormittag offen, um sich Rat und Hilfe zum Gedichteschreiben zu holen. Natürlich sind Schreibende; Lesende; Leute, die für künstlerische und kulturpädagogische Projekte Mitstreiter suchen; Literaturbegeisterte; Kunstinteressierte ... jederzeit im Literaturzentrum "Ich schreibe!" willkommen - dieser eine Samstag im Monat bleibt jedoch ganz der Lyrik/ der Poesie vorbehalten.
Für alle Dichter folgt hier ein Zitat, das zur Auseinandersetzung einlädt:

"Die Poesie ist der Ort, an dem die Sprache in ihrer Stille am schönsten artikuliert wird. Die Poesie ist die Sprache der Stille. Wenn Sie auf eine Seite Prosa blicken, sehen Sie ein einziges Gedränge von Wörtern. Wenn Sie dagegen ein Gedicht ansehen, ruhen die schlanken Wortgestalten im leeren Weiß der Buchseiten."

John O’Donohue in seinem Buch „Anam Ċara – Das Buch der keltischen Weisheit“


* 2. Samstag im Monat 10:00 bis 11:00 Uhr im NLZ 

Lausitzer Literatursammlung

Die "Lausitzer Literatursammlung" widmet sich dem künstlerischen Werk früherer und heutiger Schriftstellergenerationen.
An dieser Stelle ein Einblick in das Schaffen von Wolfgang Wache, der in Senftenberg/ Brieske lebt und arbeitet.


* * * Wolfgang Wache * * * von gestern * * *

                                 Was erzählen mir
                                 die alten Gemäuer
                                 
                                 die damals
                                 von Hand gemauert

                                 die Burschen trugen
                                 auf den Schultern
                                 ein Reff mit 22 Ziegeln

                                 Tag für Tag
                                 ein Zwölfstundentag

                                 Ziegel für Ziegel
                                 setzten Maurerhände
                                 höher und höher

                                 Mörtel Ziegel
                                 Mörtel Ziegel
                                 Mörtel Ziegel
                                 das Bauwerk wächst

                                 höher
                                 höher
                                 höher

                                 die linke Hand
                                 hielt das Reff
                                 auf der Schulter
                                 mit 22 gebrannten Ziegeln
                                 die rechte Hand am Leiterholm

                                 Auf dem Kopf eine Schirmmütze
                                 um den Hals einen Wollschal
                                 über dem dicken Jumper 
                                 eine Arbeitsweste
                                 an den Füßen Holzpantinen

                                 Stein für Stein
                                 im Kreuzverband

                                 die Wand steht
                                 steht immer noch
                                 im Kreuzverband

                                 dort neben
                                 meinem Schreibtisch

                                 wo einst der
                                 Bursche
                                 sein Reff abstellte

aus: Wolfgang Wache "Es zerreißt mich - Lyrik und Kurzprosa"
ISBN 978-3-940294-16-6


Donnerstag, 8. Januar 2015

2015 in der "Begegnungsstätte für Ortsgeschichte und kulturelle Bildung" Brieske

Werter Blogleser,
die Bäume vom "Advent anno dazumal" sind abgeputzt; Kugeln, Lametta, Kerzenhalter weggepackt. Jetzt geht es an die Vorbereitung und Realisierung neuer Vorhaben in Brieske-Marga.
Besondere Schwerpunkte sind
der Startschuss für die "Lausitzer Literatursammlung",
die Ausführung der "Retrospektive Heinz Herzog" aus Anlass des 90. Geburtstages, den der Fotograf in diesem Jahr gefeiert hätte
und natürlich Aktionen zum "Tag des offenen Denkmals".
Wie auch schon in den vergangenen Jahren werden sich die Ortschronisten Brieske-Marga an jedem ersten Mittwoch des Monats treffen und jeder Geschichtsinteressierte ist herzlich zu den Treffen eingeladen.
Die hinzu gewonnenen Räume der Begegnungsstätte in der Gartenstadt Marga, Parkstraße 12, bieten zudem mehr Platz für Archivierung, Aufarbeitung und Präsentation. Gern können geführte Spaziergänge durch Marga gebucht werden. Die neue Reihe "Briesker Kunstgespräch" lädt zum Austausch von, mit und über Künstler der Region ein.

Jedes Foto, das Heinz Herzog gemacht hat, erzählt eine Geschichte. Er dokumentierte mit seinen Aufnahmen das Leben und Arbeiten in Brieske. Die Ortschronisten wollen an Heinz Herzog erinnern, der in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre und viele Jahre mit der Kamera im Tagebau, auf den Fußball- und Festplätzen, im Kulturhaus und in den Fabriken unterwegs war.

JA

Dienstag, 6. Januar 2015

Vielen Dank an Susann

unsere (selbsternannte) Kalendertürchen-Beauftragte, die uns mit der mühevollen Aufbereitung der Wunschlisten wunderbar in das neue Jahr geleitet hat.
Und was passt besser als Dankeschön als ein Türchen - aufgenommen im Senftenberger Ortsteil Hosena.

JA

Wochenthema 5. bis 11. Januar 2015

Das Wochenthema wird seit der 14. Kalenderwoche 2009 veröffentlicht.
Wir wünschen euch in der 2. KW 2015 gutes Gelingen bei der literarischen, künstlerischen Umsetzung des Themas: 

Anschauung
 

Gedichte, Geschichten, Fotos, Grafiken etc. könnt ihr senden an:  
nlz-ich-schreibe[at]gmx.de

Drei-Königs-Tag

Vermiculus + Sophia + Raz
JA

Samstag, 3. Januar 2015

Türchen ins neue Jahr
3. Januar 2015

Ihr hört mein Räuspern, werte Leserschaft, denn ich bin ganz aus dem Schneckenhäuschen und eröffne hiermit die Wunschliste 2015 von Bücherwurm Vermiculus.


Das muss gesagt werden:

Zuallererst möchte ich, der Bücherwurm Vermiculus, einmal ein „Heureka!“ großes DANKE erklären – ein DANKE an meine Freunde Wolfgang Wache und Yana Arlt! Für das Zuhause, das mir beide geben – tief in den Bücherregalen des Literaturzentrums. Für ihren Glauben an mich, wenn mich beide auf die Bretter der literarischen Wanderpuppenbühne holen und mich ernst nehmen, denn man könnte auch meinen, ich wäre nur ein kleiner Wurm, dem wichtig ist, was scheinbar (!) nicht wirklich wichtig ist, also nicht von Bedeutung, also nichts Richtiges ist, weil man damit die Miete nicht bezahlen kann. Das ist alles nämlich großer Quatsch! So jetzt habe ich das mal gesagt, eben weil es mir so wichtig ist!
(Da hat die Keckheit von Leseratte Raz mal ordentlich abgefärbt und mich beeinflusst – könnte ich mich hier rechtfertigen. Mach ich aber gar nicht! Ne! Das bin alleine ich, Vermiculus, der sich sein Wurmherz gefasst und sich freigespielt hat! ;-))

Das soll weniger werden:

Diese Iiii(gittigitt)-Bugg-Rieda! Mensch, und nicht weil die irgendwas mit eurer Realitätswahrnehmung machen, was mit Beliebigkeit zu tun haben und irgendwie nur mit Strom funktionieren – ne, das sag ich ja hier gar nicht, mach ich nicht! Ne, ne! Ich meine aber, weg mit den Dingern, weil sie ganz (und ich betone es hier ausdrücklich) furchtbar schmecken! Und ich muss das wohl wissen, ich bin ein Bücherwurm …

Das soll mehr werden:

AUFTRITTE, AUFTRITTE, AUFTRITTE!
Raz, Sophia, ich und Wolfgang und Yana und … (Da miaut doch im Literaturzentrum auch dieser schwarze Kater, der immer gaaanz laaange Geschichten zu erzählen hat, umher, nicht wahr? ;-))

Das soll größer werden:

Na, hallo, natürlich immer unser Mut!



... und angesteckt davon entlasse ich alle, die in diesem Sinne entlassen werden möchten, in das Jahr 2015 und danke für rege Aufmerksamkeit!

Kalendertürchen-Beauftragte Susann Vogel 



(Die Wunschlisten sind redaktionell unbearbeitet und geben nicht in jedem Fall die Meinung der Blog-Redaktion/des NLZ wider.)

Freitag, 2. Januar 2015

Türchen ins neue Jahr
2. Januar 2015

Nun denn!

Es ist mir eine Freude: Es folgt Leseeule Sophias Wunschliste für das taufrische Jahr 2015. (Ich bin ganz aufgeregt!)

Das soll weniger werden:

Im Jahr 2015 will ich, die Leseeule Sophia, etwas weniger im Bücherregal herumschmökern. Ich möchte mehr Zeit haben, um am Tage in allen Schulen herumzufliegen und die Besonderheiten von Büchern zu erklären.

Das soll mehr werden:

Im Jahr 2015 sollen viel mehr Besucher als bisher an den Schülerliteraturtagen im Monat Mai und am Lyrikfest im September in Senftenberg teilnehmen. Bei diesen Veranstaltungen soll man mich mit meinen Freunden kennen lernen.

Das soll kleiner werden:

Das Nichtinteresse für unsere literarische Wanderpuppenbühne.

Das soll größer werden:

Die Leseratte Raz und der Bücherwurm Vermiculus sollen wieder mehr mit mir auf der Puppenbühne stehen. In einer besonderen Aufführung möchte ich unter Beweis stellen, dass die Eule nicht zu Unrecht die Weisheit der Göttin Minerva repräsentiert. Sie ist die Göttin der Weisheit, der taktischen Kriegsführung, Beschützerin sowohl der Handwerker als auch der Dichter und Lehrer. Vermiculus, der Bücherwurm, könnte ja die Minerva auf der Bühne darstellen und ich die Weisheit verkörpern.

Das soll es öfter geben:

Beifall Applaus für das Bühnenprogramm der drei Hauptdarsteller auf der literarischen Puppenwanderbühne. Yana Arlt und Wolfgang Wache sollen sich wieder mehr um ihre Ideenkinder Leseratte Raz, den Bücherwurm Vermiculus und die Leseeule Sophia sorgen. Sie sollen neue Texte schreiben und ein Tourneeprogramm mit uns gemeinsam planen und organisieren.

Das soll am besten ganz verschwinden:

Ich, die Leseeule Sophia, möchte dass es keine Analphabeten mehr gibt.

Das soll werden:

Ich wünsche mir einen vollen Terminkalender für die literarische Wanderpuppenbühne. Ich wünsche mir im Jahr 2015 mehr öffentliche Gespräche mit Wolfgang. Dabei möchte ich mit ihm über die Wichtigkeit und Bedeutung der Dichtkunst in der heutigen Zeit diskutieren.
Ich wünsche mir, dass Vermiculus und Raz noch lange an meiner Seite sind und mit mir das Wort ergreifen, wenn es um Angelegenheiten der Literaturvermittlung geht. Jeder von Ihnen, ist mir ans Herz gewachsen. Ich wünsche mir, dass uns drei Handpuppen die Ideengeber und Puppenspieler Yana Arlt und Wolfgang Wache niemals im Stich lassen. Deshalb wünsche ich den Beiden weiterhin ein gutes Wohlbefinden für das Jahr 2015.


Inspiriert von Sophias Zeilen entsende ich uralte und weise Grüße in den Freitag hinein

Kalendertürchen-Beauftragte Susann Vogel


(Die Wunschlisten sind redaktionell unbearbeitet und geben nicht in jedem Fall die Meinung der Blog-Redaktion/des NLZ wider.)

Donnerstag, 1. Januar 2015

Türchen ins neue Jahr
1. Januar 2015

Ohne viele Worte, meine Damen und Herren und Freunde und Kollegen und und und ... Hier die Wunschliste für 2015 von der Leseratte Raz!


Das soll weniger werden:

Bürokram, von dem keiner satt wird. Mein Freund Vermiculus frisst lieber Geschichten – lange Geschichten. Kann denn hier nicht einmal jemand an die Bücherwürmer denken!

Das soll mehr werden:

Kies, Moos, Kohle ohne Tamtam. Das Tamtam nervt Wolfgang und Jana und die laufen dann genervt im NLZ hin und her und ich sitze daneben und kann wenig – kaum - gar nicht helfen. Gebt dem NLZ GELD! JETZT! SOFORT!

Das soll kleiner werden:

Ich denke es gibt schon genug tolle Menschen, Tiere, Wälder … , die immer klein gemacht werden.

Das soll größer werden:

Meine Gagenkäsestücken und der Beifall für meine – räusperräusper: UNSERE - Arbeit

Das soll es öfter geben:

Kartoffelpufferessen im NLZ, Auftritte in Bibliotheken – ich bin so gerne unterwegs mit meinen Freunden Vermiculus und Sophia und erzähle den Kindern was Lyrik ist

Das soll am besten ganz verschwinden: 
 
Leute, die, wenn sie nicht verstehen (wollen!) was wir machen, sagen: Typisch Künstler ~
Macht, dass ihr in eure Erdlöcher zurück kriecht und eure Mammuts mit Feuersteinen zerlegt.

Das soll neu werden:

Wir sind 2012 zum Lyrikpark nach Hildesheim mit einem geliehenen Kleinbus gefahren. Das war eine Tour, die mir phänomenalstens gefallen hat. Es hat während der Autobahnfahrt wie aus Feldsprenglern geregnet. Das Hin und Her der Scheibenwischer war richtig hypnotisierend. Ich durfte sogar gaaaanz vorne sitzen, also noch vornerer als auf dem Fahrersitz und man kann von dort so schön runter gucken. Ich wünsche mir für das NLZ einen Kleinbus – da passt dann auch unser ganzes Zuhause, die Bücherregalbühne hinein und Janas Trommeln und ein paar schöne runde Käselaibe …


Kalendertürchen-Beauftragte Susann Vogel dankt ausdrücklich Raz für seinen Gastbeitrag und wünscht ein solides 2015 - Ahoi!


(Die Wunschlisten sind redaktionell unbearbeitet und geben nicht in jedem Fall die Meinung der Blog-Redaktion/des NLZ wider.)