Nachwuchs-Literatur-Zentrum "Ich schreibe!" e.V.
Dienstag, 15. September 2026
"Lyrikowy festiwal w Brjazkach" Ein kurzer Bericht über die Pflege der sorbischen Poesie beim Lausitzer Lyrikfestival
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~ ~ Fotos vom Lausitzer Lyrikfestival ~ ~
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| Róža Domašcyna |
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Jill-Francis "Źilka" Ketlicojc | Jill-Francis Käthlitz |
Montag, 14. September 2026
Inspirieren lassen ~ Ein Strauß für einen besonderen Menschen
Ich habe keine Ahnung, ob du
orangefarbene Rosen magst aber ich dachte an dich, als ich diesen
Strauß am Montagmorgen kaufte. Die Blüten duften sogar etwas.
Meinst du nicht, dass die blaue Vase gut zu der Blütenfarbe passt?
Ich mag blau – ich mag alle 53 Blautöne des Cyanometers. Neun
Stängel sind mit einem Gummi zusammengehalten und in eine Folie
gewickelt gewesen. Behutsam habe ich sie gelöst, die unteren Blätter
entfernt und die Stängel frisch angeschnitten. Er soll dir lange
Freude bereiten, dieser Strauß. Er soll dich daran erinnern, wie
sehr ich dich schätze – unsere Gespräche, die stillen Momente, in
denen wir nebeneinander sitzen und Kaffee oder Tee trinken. Das
wirklich Tiefe kommt selten zur Sprache, ich weiß davon durch einen
Blick, durch eine kleine Geste, durch einen tiefen Atemzug, die Art
wie deine Schultern anspannen. Vielleicht lief dein Leben bisher
nicht so, wie du es mal als Kind oder Jugendlicher erträumt hattest,
vielleicht vermisst du etwas in deinem Leben, vielleicht hast du auch
Entscheidungen getroffen, die zu ihrer Zeit logisch und gut begründet
waren und die du jetzt bedauerst. Vielleicht bist du Wege gegangen,
von denen du dir mehr oder ganz anderes erhofft hattest. Vielleicht
hast du Dinge getan oder nicht getan, weil die Umstände, deine
Familie und Freunde, deine Lehrer, dein Chef, irgendeine Statistik,
irgendwelche Werte... es so erwarteten – nur waren es nie deine
Erwartungen und Träume. Welche Werte sind normal? Ich meine nicht
nur Blutdruck, BMI, Follower, Beziehungen/ Lebenspartnerschaften,
besuchte Länder, Einkommen, Kilometer, Zentimeter, Quadratmeter,
Kubikmeter, IQ, EQ etc. Du bist gerade nicht sehr glücklich. Aber
was heißt das schon? Das bedeutet, dass du auf dem Weg bist, dass du
etwas erkannt hast, etwas erfahren hast über dich und dein Leben und
dass du die Notwendigkeit einer Veränderung erkannt hast. Das ist
gut. Das ist Bewegung. In letzter Zeit denke ich oft an den
Ausspruch: Das Leben ist wie Fahrrad fahren, hörst du auf dich zu
bewegen, fällst du um. Du bewegst dich! Manchmal wirst du mit
Steinen auf deinem Weg konfrontiert, die unüberwindbar scheinen. Wer
oder was hat sie dorthin gelegt? Wie sollst du das schaffen? Hat das
überhaupt Sinn, hier weiterzugehen? Ich möchte deine Hand nehmen,
möchte sie mit meinen beiden Händen sanft umschließen, wie man
einen erschöpften Vogel in die Hände nimmt, um ihm einen Moment der
Ruhe, Geborgenheit und Wärme zu geben, damit er sich erholen kann.
Hunderte Zitate schwirren mir dabei durch den Kopf, die ermutigen
sollen und zuweilen auch richtig platziert sind. Doch hier, mit
deiner Hand in meinen, schweige ich. Du bist erschöpft. Du bist
müde. Du bist leer. Du bist randvoll... noch ein Tropfen... Ich kann
dir nichts davon abnehmen. Ich koche Kaffee. Ich koche Tee. Ich öffne
zwei Flaschen alkoholfreies Bier – denn es geht nicht um den
Rausch, die Betäubung, die Flucht; es geht um die gemeinsame Zeit.
Ich bin hier. Und wenn du sagst: Ich muss jetzt allein sein. Dann
stehe ich auf und gehe … und bleibe in Rufweite. Vielleicht höre
ich dann Weinen, vielleicht Fluchen, vielleicht ein Dutzend
Warum-Fragen – geschluchzt, geschrien, geflüstert… ich weiß, du
wirst die Antworten finden.
Leise, sehr leise stelle ich die blaue
Vase mit den orangefarbenen Rosen auf die Tischplatte.
Es sind
echte Rosen – mit Dornen, Blättern und einem leichten Blütenduft.
Yana Arlt
Christian Morgenstern
Von
den heimlichen Rosen
Oh, wer um alle
Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten steh'n
oh wer um
alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben geh'n.
Du
brichst hinein mit rauen Sinnen
als wie ein Sturm in einen
Wald
und wie ein Duft wehst du von hinnen
dir selbst
verwandelte Gestalt.
Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die
rings in stillen Gärten steh'n
oh wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben geh'n.
Ein Kalender voller Rosen
Liebe Freunde von Poesie und Fotografie,
in diesem aufregenden Jahr verdanke ich den Netzwerken sehr viel. Wir haben gemeinsam geschrieben, viele Gespräche geführt, engagieren uns für die Weiterführung von Gesprächen. Das halte ich in dieser Zeit der Polarisierung für sehr wichtig.
Aus Gesprächen und Begegnungen sind die neuen Veröffentlichungen entstanden. Sie werden zu den Veranstaltungen angeboten, sind aber natürlich auch über den Buchhandel bzw. über mich zu beziehen.
Herzliche
EInladung zur Veranstaltung am 26.09.2026,
Tanzstudio Merhaba (Am Gut 1a, 08547 Plauen-Steinsdorf ), Beginn
19:00 Uhr
„Nachts.
Wenn alles schläft? Ein interdisziplinäres Performance-Projekt zur
Interkulturellen Woche 2026
Neu auf dem Mark ist der Hirten-Adventskalender "Kommt, wir gehen nach Bethlehem" (St. Benno, 11.00 €). Da lohnt es sich, schnell zu sein. Im vergangenen Jahr war der Adventskalender recht schnell ausverkauft.
In diesem Jahr gibt es auch wieder einen Jahreskalender: Die Stütze der Rose. Im Gespräch mit Hilde Domin (12 € zzgl. Versandkosten). An diesem Gespräch sind beteiligt: Yana Arlt und Wolfgang Wache (Senftenberg, Autoren), Petra Steps (Lambzig, Autorin), Bodo Tiedemann (Ammelshain, Fotografie) und ich.
Mit großer Freude habe ich in den letzten Tagen vom Thomas Verlag, mit dem ich seit vielen Jahren verbunden bin, die erste Weihnachtskarte erhalten: Die Geburt (https://thomasverlag.de/produkt/leipziger-karte-die-geburt/) mit einem Text aus dem Adventskalender "Das alles, was Maria sang ist wörtlich war, ist Gottes Klang" (St. Benno).
Ich freue mich auf alle Begegnungen und Gespräche in der nächsten Zeit, danke für gute Gedanken, Anregungen und Unterstützung der Projekte.
Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen an alle
Bettine Reichelt
Samstag, 12. September 2026
Gruß zum Wochenende 38kw26
Zieht einer um und bekommt von einem Blumenladen einen Strauß mit einer Karte.
Auf der steht: „Ruhe in Frieden!“
Empört ruft er den Blumenladen an, um sich zu beschweren.
Der Verkäufer des Blumenladens sagt: Tut uns leid, das war eine Verwechslung. Aber was meinen Sie, was jetzt auf der Beerdigung los ist! Da hängt am Kranz Ihre Karte mit der Aufschrift Herzlichen Glückwunsch zu Deiner neuen Wohnung!“
Textquelle: WITZ BLITZ TV
Freitag, 11. September 2026
Das war unser Beitrag beim Zusatztermin "Offener Maltreff"
Jippi, so konnte ich am vergangenen Dienstag doch noch beginnen, meine Idee umzusetzen ~
Links auf dem Foto ist die Inspiration zu sehen - eine Art quadratische Folie, farblich aus 2 weißen und 2 schwarzen Quadraten, die an die Metallplatte vor dem Waschkauenfenster geklebt ist.
Nun bin ich selbst gespannt, wie das Werk aus schwarzem und weißem Karton, Pflanzendrucken und Haikuschriftzügen am Ende aussehen wird . . .
Hier mal das Werk, an dem ich im MARGA-Atelier während des einstündigen Stromausfalls am Mittwochmorgen gearbeitet habe. Einen kreativen Menschen kann nix erschüttern - naja, war schon übel, dass auch die Kaffeemaschine nicht funktionierte 😄
Es ist eigentlich ganz unwichtig, was an diesem Nachmittag entsteht - du genießt das Spätsommerwetter, das Gemurmel um dich herum und die Ruhe, das Experiment mit Farben und Formen . . . und Wolfgang und ich haben uns diese kreativen Stunden zum Ausklang des Lausitzer Lyrikfestivals 2026 gegönnt!
Donnerstag, 10. September 2026
Rückblick auf das Lausitzer Lyrikfestival XIV
Lausitzer Lyrikfestival XIV
Fenjas Fotos und Wolfgang Waches Abschlussgedanken gibt es auf unserer Website: www.nlz-ich-schreibe.de
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| Setz- und Druckwerkstatt wie zu Gutenbergs Zeiten |
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| Sütterlinschrift entdecken und ausprobieren |
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| DichterInnen lesen und singen mit Leseratte Raz |
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| Auch beim Lausitzer Lyrikfestival XIV gab es eigene Poesie gelesen und gesungen. |
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| Die frisch gedruckte Edition "Septemberwinde" wird beim "Lyrischen Spaziergang zwischen Gärten und Zechenhaus" am Sonntagnachmittag vorgestellt. |
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| Kunstlaternen + Spieluhren + Textmix aus fünf Ausgaben der Reihe "Almanach" = Eröffnungslesung des Lausitzer Lyrikfestivals |
Mittwoch, 9. September 2026
Letzte Kornblumenblüten vom Feldrand
Seerundfahrt mit dem Rad am
1. September 2026
Letzte Kornblumenblüten auf dem Feld bei Buchwalde
Ein Tag vor dem Lausitzer Lyrikfestival XIV ~
Dienstag, 8. September 2026
Montag, 7. September 2026
Inspirieren lassen ~ Nachlese zum Lausitzer Lyrikfestival XIV
Wolfgang Wache
Abschlussgedanken
zum 14. Lausitzer Lyrikfestival
Als wir am 2. September
begonnen haben, wussten wir nicht, welche Wege sich öffnen
würden.
Ein Festival ist immer ein Spiegel:
Es zeigt uns die,
die kommen, und die, die fernbleiben.
Es zeigt uns die, die Wärme
suchen, und die, die nur einen Nutzen sehen.
Es zeigt uns die, die
sich öffnen, und die, die sich verschließen.
Doch trotz aller
Gegensätze haben wir etwas geschaffen, das größer ist als jede
einzelne Begegnung.
Wir haben einen Raum geöffnet, in dem
Menschen sich als Schreibende, als Fühlende, als Künstler – und
einfach als Menschen – begegnen konnten.
Einen Raum, der nicht
laut war, sondern wahr.
Einen Raum, der bleibt.
Ein besonderer
Ausdruck dieser Gemeinschaft war die Entstehung der Edition
Septemberwinde.
Unter der inspirierenden Anleitung von Ingo Cesaro
wählten die beteiligten Autorinnen und Autoren jeweils ein Haiku
aus, setzten es spiegelverkehrt in Einzellettern aus Blei und
druckten auf der Handpresse 24 Handabzüge.
Mit der kundigen und
geduldigen Begleitung von Gisela Gülpen wurden die Drucke
anschließend in fernöstlicher Durchstichtechnik gebunden. Leider
reisten einige Teilnehmer erst später an und konnten nicht an allen
künstlerischen Begegnungen und Arbeitsphasen teilnehmen.
Doch auch ihre späteren Schritte waren Teil des gemeinsamen
Weges – und die Edition trägt dennoch die Handschrift aller, die
sich beteiligt haben.
Zum Abschluss des Festivals
konnten wir allen Beteiligten diese Edition überreichen – ergänzt
durch Malerei und Linolschnitte.
Ein Werk, das zeigt, wie viel
Kraft entsteht, wenn Menschen gemeinsam handeln, gestalten und
Verantwortung teilen.
Mein herzlicher Dank gilt Ingo Cesaro und
Gisela Gülpen für ihre fachkundige, warmherzige und inspirierende
Begleitung dieses Projekts.
Was in diesen Tagen entstanden ist,
war mehr als ein Festival.
Es war unser gemeinsamer Versuch, die
Welt ein Stück menschlicher zu machen.
Wir haben etwas aufgebaut,
das nicht käuflich ist: Gemeinschaft, Mut, Haltung, Herz.
Was wir
getan haben, bleibt.
Was wir begonnen haben, wächst.
Was wir
getragen haben, trägt uns weiter.
Wir sind nicht am Ende – wir
stehen am Anfang des Weges zum 15. Lausitzer Lyrikfestival.
Und
dann war da dieser Sonntag,
dieser Spaziergang durch Natur und
Architektur,
durch das Denkmal Marga,
das unsere Schritte wie
ein stiller Kranz umgab.
Unsere lyrischen Worte legten sich sanft
in die Landschaft und bereicherten den Tag.
Für einen Augenblick
durfte sogar ein Mensch, der mit seiner Einsamkeit lebt,
durch
unsere Verse einen Lichtblick erfahren.
Das ist es, was
bleibt:
die Schritte, die wir gemeinsam tun,
die Worte, die wir
teilen,
die Herzen, die wir berühren.
Das ist unser Werk.
Das
ist unser Lied.
Mit diesem Gedanken endet das Lausitzer
Lyrikfestival XIV für dieses Jahr.
Seinen letzten, stillen und
zugleich kraftvollen Akzent setzt die Ausstellung, die ich als
Dichter und Künstler – mit der Unterstützung von Jana beim Aufbau
und Hängen der Bilder – eröffnen darf:
Morgen, Dienstag, um 15
Uhr eröffne ich im Trauercafé des Hospizdienstes Senftenberg
meine
Ausstellung Atelierfundstücke – begleitet von einer Lesung eigener
Texte.
Ich freue mich auf alle Gäste,
auf Begegnungen, auf
Zuhören, auf gemeinsames Verweilen.




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