Montag, 9. Februar 2026

Inspirieren lassen ~ Ein Transparent

Auch wenn es mir schwer fällt, ich werde nicht über die wunderbare Malerin Paula Modersohn Becker schreiben, zu deren 150. Geburtstag gerade die Kunstwelt in Entzücken über ihre revolutionäre Art Bilder zu malen, gerät. Ich werde auch nicht über die Dichterin Eva Strittmatter schreiben, die ebenfalls an einem 8. Februar geboren wurde, und besonders den lesenden Frauen der DDR ein bekannter Name ist.

Ich werde über einen Künstler schreiben, der heute vor 78 Jahren starb. Ein Mann, der für seine besondere körperliche Erscheinung bekannt ist und für seine legendären Bühnennummern – u.a. mit Liesl Karlstadt. Ein echtes Münchner Original soll er gewesen sein und ein seltsamer Kautz. Mit 20 Jahren begann er, erste Sketche auf der Bühne zu inszenieren, bald entdeckt er das Medium Film für sich und dreht über 40 kurze Filme, viele basieren auf den Bühnensketchen.
Ich lernte die Komik von Karl Valentin in der „Kunstschule Birkchen“ kennen. Wolfgang Wache, ein großer Fan der Kunstform der Clownerie hatte ganze Schuber voller CDs, die er zuweilen während der Schreibcamps einlegte. Stellt euch vor, den ganzen Tag habt ihr mit unglaublichen jungen Schreibtalenten tolle Texte geschrieben, die Region auf Ausflügen entdeckt, gemeinsam gegessen und gelesen und dann kommt der Abend, die letzte Geschichte, ein Ergebnis der heutigen Schreibzeit ist in der Vorleserunde nach dem Abendbrot vorgestellt worden, nun möchte so mancher von den Kindern und Jugendlichen noch schreiben – denn hier im Schreibcamp wird man nicht dafür gehänselt oder belächelt. Oder man quatscht über Bücher, über Geschichtenideen, über die Mädels, die „doof sind“ oder den Jungen, den man „süß findet“, über die Schwierigkeiten in Mathe oder Englisch und dass man das nächste Schuljahr auf einer neuen Schule beginnt, wo man niemanden kennt, über den nervigen kleinen Bruder oder die große Schwester, die sich schminkt. Das alles fließt in die Geschichten ein, auch wenn es Fantasy-Geschichten sind oder Gedichte, bei denen sich auf „Schmerz“ das Wort „Herz“ wunderbar reimt. Die Schreibcamps im „Birkchen“ bieten eine besondere Atmosphäre und sind auch ein Schutzraum für die jungen Talente. Genau an so einem Abend, wenn alle in den Zimmern sind und die Nachtwache ihren Dienst angetreten hat, ziehen wir uns in die Küche im Keller neben dem Keramikraum zurück, Wolfgang beginnt Champignonköpfe zu panieren und in Butter zu braten – eine echte Geduldsarbeit– aber wir haben ja Zeit. Vielleicht unterscheiden sich unsere Gespräche gar nicht so sehr von denen im ersten und zweiten Obergeschoss und eigentlich sind es die Themen, die auch frühere Generationen umtrieb... Zwei Themen sind in der Kulturarbeit und in den Einrichtungen der Kulturellen Bildung immer präsent: 1. wir haben zu wenig Geld 2. die Bürokratie kostet uns zu viel Zeit und Energie! Da hieb der „Buchbinder Wanninger“ von Karl Valentin genau in die richtige Kerbe. Ich konnte mich damals nicht einkriegen vor Lachen: Ja, genau so ist es! Karl Valentin ist keine leichte Kost und kein gefälliger Humor. Als Künstler stand er während seiner gesamten Bühnenlaufbahn immer vor der Herausforderung, seinen hohen Anspruch zusammenzubringen mit dem, was Behörden zuließen und dem, was das Publikum hören und sehen wollte. Man könnte sagen: Es hat geendet, wie es enden musste. Valentin Ludwig Fey alias Karl Valentin verarmte, er ist unterernährt, erkrankt an einer Erkältung, die seinem Körper den Rest gibt. Am 9. Februar 1948 stirbt er 65 Jährige in Planegg.


Ob nun tatsächlich von ihm oder nur ihm zugeschrieben, die Worte „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, begleitet uns in unserer künstlerischen und kulturpädagogischen Arbeit seit vielen Jahren. Zur ersten FESTWOCHE „Ich schreibe!“, die man als Vorläufer des Lausitzer Lyrikfestivals bezeichnen kann, schrieben wir den Satz auf ein großes Transparent und hingen es an die Fassade des Birkchens, später hing es viele Jahre in den Räumen des „Ich schreibe!“ e.V.


Wie viel Arbeit auch vergängliche Kunst machen kann, ist in dieser TWIST-Sendung zu sehen.

Stundenlang arbeiten KünstlerInnen an den Mandala-Mustern im Schnee, an den LandArt-Bildern aus Steinen am Strand, an den Eisskulpturen... und dann ist alles verschwunden.

In den vergangenen Tagen habe ich die „Himmelsscheibe von Nebra“ auf einer Schneefläche hier in der Gartenstadt Marga nachgestaltet. Was auf der originalen Bronzescheibe eine grüne Patina (Malachit ~ Kupfercarbonat) ist, habe ich mit Fichtennadeln von unserem Adventgesteck nachempfunden. Dieses Bild ist in meiner „Mittagspause“ entstanden und ich benötigte dafür etwa 1 ½ Stunden.

Wer mehr über LandArt und speziell über meine Bilder erfahren möchte, der ist herzlich zum Künstlergespräch am 10. Februar um 14 Uhr in meiner Ausstellung „Ein jegliches hat seine Zeit“ eingeladen.

Yana Arlt


Karl Valentin

Ich bin kein direkter Rüpel aber die Brennnessel unter den Liebesblumen.


 

 


 

 

https://www.arte.tv/de/videos/128832-001-A/twist/


 

 

aus unserem POSTEINGANG: 15. März / 16 Uhr / Hoyerswerda / Lesung

 

Bitte beachten Sie, dass für die Veranstaltungen, für die der Verein Informationen und Einladungen erhält, der "Ich schreibe!" e.V. kein Mitveranstalter ist. Wir möchten in der Rubrik "aus unserem POSTEINGANG" auf interessante interdisziplinäre, internationale, interreligiöse Formate aufmerksam machen. Die Verantwortung für Organisation und Inhalt obliegt dem jeweiligen Veranstalter! 

 

 

 

Ein Blick auf die Lesebühne im Cafe Auszeit/ Kulturfabrik Hoyerswerda


 


Samstag, 7. Februar 2026

Gruß zum Wochenende 6kw26

 


 

Verhalten wenn es schneit:

2% bauen einen Schneemann

3% machen eine Schneeballschlacht

95% posten „SCHNEE!“ auf Facebook


Textquelle: vonherzen.sprueche

 

Freitag, 6. Februar 2026

10. FEBRUAR ~ 14 Uhr / Senftenberg / Künstlergespräch mit Yana Arlt

Ich kann vielleicht nicht auf all deine Fragen eine Antwort geben, aber ich werde es versuchen. Komm vorbei, lass dich in die Geschichten hinter den Bildern zu den Themen "Wandel", "Frühling & Sommer", "Herbst & Winter", "Mandala" und "Labyrinth"  entführen.

Yana Arlt 


 

 

Donnerstag, 5. Februar 2026

Eis ~ Glas ~ Jahresauftakt ~ der 5. Februar in Brieske-Marga

Für heute haben wir den Jahresauftakt in unseren Vereinsräumen geplant.

Bitte achtet auf euch! Entscheidet, ob ihr euch auf den Weg nach Brieske macht.

Ich koche Kaffee & Tee, auch ein Stück Kuchen steht bereit. Wer heute nicht zu uns kommt, mit dem bleiben wir auf jeden Fall in Verbindung und freuen uns auf den Besuch zu einem späteren Zeitpunkt.

Hier mal ein Einblick in die kommenden Aktionen:

Kreativer Donnerstag ab 14 Uhr Im Margahof 3 - je nach Witterung ab April wieder im MARGA-Atelier

10. Februar / 14 Uhr Künstlergespräch mit Yana Arlt in ihrer LandArt-Ausstellung im Trauercafe Senftenberg

1. März Einsendeschluss "Laternenlyrik" für NLZettel SPEZIAL zum Welttag der Poesie 

2. März / 17 Uhr Treff zur Vorbereitung "Tag der Baukultur" ~ Ausschreibung zur Teilnhme an der Atelier- und Galeriemeile

15. März / ab 14 Uhr Tag der Druckkunst 

21. März "Welttag der Poesie" ~ NLZettel SPEZIAL "Laternenlyrik" (Ausschreibung bis 1.3.) 

23. April / 14 Uhr Haiku-Schreibwerkstatt und Lesung zum "Welttag des Buches"

2. & 3. Mai "Tag des offenen Ateliers" mit Sandlabyrinth zum "World Labyrinth Day" (Samstag)


 

Von den Herausforderungen, mit unsicherer Finanzierung als Verein Projekte für 2026 zu planen

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer,
wir möchten euch über den aktuellen Stand unseres Projektantrags „WortWeg Lausitz – Bild, Bühne, Fantasie“ informieren.

Wir haben zwei Schreiben eines Fördermittelgebers erhalten:
1. Eine Ausnahmegenehmigung für den vorzeitigen Maßnahmebeginn ab 01.01.2026. Das bedeutet lediglich, dass wir dürfen, nicht dass wir können – denn diese Genehmigung enthält keinerlei finanzielle Zusage.
2.Eine Inaussichtstellung einer Förderung. Auch dieses Schreiben ist ausdrücklich keine Bewilligung, sondern nur eine unverbindliche Aussicht. Ein Rechtsanspruch entsteht daraus nicht.

Damit bleibt festzuhalten:
Solange keine Bewilligung vorliegt und keine Mittel auf unserem Konto eingegangen sind, können wir keine verbindlichen Honorarzusagen machen.
Wenn wir bereits jetzt mit Planung, Vorbereitung oder ersten Arbeitsschritten beginnen, geschieht dies zwangsläufig ehrenamtlich. Das betrifft sowohl interne Abläufe als auch die Zusammenarbeit mit externen Künstlerinnen, Pädagoginnen und Partnern.
Unter diesen Bedingungen ist eine verlässliche Projektarbeit kaum möglich.
Wir können weder Termine fest zusagen noch öffentlich für die Angebote werben, solange unklar bleibt, wann und ob die Fördermittel tatsächlich bewilligt und ausgezahlt werden. Gerade Projekte, die sich an junge und ältere Menschen richten, brauchen jedoch Planungssicherheit, Verlässlichkeit und eine solide finanzielle Grundlage.
Wir gehören zu den wenigen Glücklichen, deren Projekt positiv votiert wurde – und stehen dennoch vor der paradoxen Situation, dass wir trotz Anerkennung und Aussicht auf Förderung praktisch handlungsunfähig bleiben.
Diese Praxis erschwert kulturelle Arbeit erheblich und belastet insbesondere kleine Vereine, die auf Honorarkräfte angewiesen sind und keine finanziellen Risiken tragen können.
Wir halten euch auf dem Laufenden und danken euch für eure Geduld, euer Verständnis und eure Unterstützung. Unsere Motivation ist ungebrochen – aber wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, um gute Arbeit leisten zu können.

Herzliche Grüße Wolfgang Wache für das Nachwuchs-Literatur-Zentrum „Ich schreibe!“ e.V.

 

 

* * *  Mit deiner SPENDE den 
Verein "Ich schreibe!" unterstützen  * * *


Als gemeinnütziger Verein können wir Ihnen eine Spendenquittung z.B. für die Einkommenssteuererklärung ausstellen.


Mittwoch, 4. Februar 2026

Lyrikzin 8 "DichterInnen schreiben ~fiktive~ Liebesbriefe und Gedichte über die Liebe"

 Jetzt bestellen und zum Valentinstag eine Freude bereiten!

 


 

 

Ausschreibung bis 31. März 2026 ~ Haiku zum Thema "Wetterkapriolen"


 

Hai-ku zu schrei-ben
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ist nichts für je-der-mann--frau
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Oft ist's ein Sen-ry-ū
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Yana Arlt 

 

 

Dienstag, 3. Februar 2026

Glücksmoment ~ Verschneiter Schlosspark

Frisch gefallener Schnee auf den Wiesen im Schlosspark, auf den Wegen, auf den Bänken und Bäumen, auf dem Teich und dem Dach des Pavillons. Es ist Dienstagmorgen ca. halb Acht Uhr, ich knirsche über die unberührten Schneewege, der blau-graue Morgenhimmel taucht den winterlichen Park in überirdisches Licht und dann bemerke ich, dass der Strahler, der einen orangefarbenen Lichtspot auf den Schlosspavillon wirft, noch an ist. In etwa einer halben Stunde geht dort, hinter dem hellgrauen Vlies, das sich über das Firmament zieht, die Sonne auf. Es ist diese schummrige Zeit, in der alles möglich zu sein scheint, noch können wir entscheiden, welche Farbe wir dem Tag geben. Die kommenden Stunden werden uns mit Bildern und Klängen, Aromen und Empfindungen überschütten und wir werden entscheiden, welche davon wir auf der Leinwand, im Fotoalbum oder auf den Seiten unseres Tagebuchs festhalten.

27. Januar 1945 . . . Auschwitz  . . . 462 km entfernt von Senftenberg . . . ein Routenplaner gibt die Autofahrzeit mit 5 h 22 min an . . .
Im Schlosspark befindet sich auch ein "Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus" (Infos) von Ernst Sauer. Immer wieder berühren, erschüttern mich die Figuren des Reliefs - nicht nur in den Morgenstunden des 27. Januars.

Ich verweile an diesem Platz am Schlossteich, schaue über die weite Fläche unberührten Weiß', bis mein Blick am Pavillon hängen bleibt und plötzlich ist da die Erinnerung an einen Sommerabend vor vielen Jahren. Und ich bin dankbar. Dankbar, dass ich in Frieden aufwachsen konnte, dankbar für meine Entwicklung - besonders die künstlerische, dankbar für die wunderbaren Menschen in meinem Leben, die mit so viel Verständnis und Liebe mich geprägt, gefördert, ermutigt und begleitet haben.    

 

Schlosspark Senftenberg, 27. Januar 2026 



 

Schlosspark Senftenberg, Sommer 2009

"Lichtwegenacht"

"Lyrisches Kartenspiel" an dieser Stelle des Schlossteichs
 ~ gegenüber dem Pavillon 

 


 

Montag, 2. Februar 2026

Inspirieren lassen ~ Geheimnis des Lebens

 zu Paula Modersohn-Beckers
150. Geburtstag ~ 8. Februar


„Paula Becker an Rainer Maria Rilke
[Berlin] Eisenacher Str. 61 * Geburtstagsabend [8.2.1901]
Lieber Freund, Es hat Liebe auf mich nieder geströmt warm und weich und linde. Nun ist es Abend und ich sitze in Stille am alten gelben Schreibpult von Großvater Bültzingslöwen. In der Küche nebenan tickt die Uhr und sagt, ich solle mich nicht fürchten, und ich wäre nicht einsam denn sie wache noch. Und ich bin nicht einsam, wahrlich nicht. Ich bin ein glückliches Menschenkind, dem aus wunderbaren milden Händen ein roter, reifer Apfel nach dem anderen zugerollt wird. Und ich empfange einen jeden neuen wie ein Wunder vom lieben Himmel und seufze schier vor Glück. Und ich danke jenen Händen, daß sie auch Sie an die Hand nahmen und mir zuführten auf meine grüne Wiese. Und ich warf Ihnen meinen roten Apfel hin und Sie legten mir manch süße Blume in den Schoß und heute auch einen süßen Syringenstrauß.
Es wird Frühling.
Und dann kamen Sie selbst, nicht auf meine grüne Wiese, sondern hinauf auf meinen Turm, was doch so schwer ist und so viele, viele Mühe macht. Da reiche ich Ihnen dankbar meine beiden Hände und blicke in Ihre gütigen Augen und als Empfangender bitte ich Sie: Bleiben Sie mir so. […]
In lieber Freundschaft
Ihre Paula Becker“

Textquelle: „Paula Modersohn-Becker Briefwechsel mit Rainer Maria Rilke / Mit Bildern von Paula Modersohn-Becker“ Insel-Bücherei Nr. 1242 Erweiterte Neuausgabe Insel Verlag Berlin 2011


Paula Becker, die drei Monate später Otto Modersohn heiratete, schrieb diese Zeilen an Rilke an ihrem 25. Geburtstag. Die Malerin und der Dichter begegneten sich im Sommer davor in Worpswede und den Überlieferungen nach begann eine innige Freundschaft zwischen den beiden jungen Menschen, die zu einer der faszinierendsten Künstlerfreundschaften des 20. Jahrhunderts wurde.Eine Künstlerin, die mit Farbe, Pinsel und Leinwand Atmosphäre einfängt und (Lebens)Geschichten erzählt; ein Künstler, der sich mit Buchstaben, Worten, Versen versucht den chaotischen Stimmungen und dem inneren Getriebensein zu stellen. Beide waren sich in der Wahrnehmung der Welt so ähnlich und hätten doch nicht unterschiedlicher sein können. Ich vermute, das „Geheimnis“ ihrer Verbundenheit, ihrer Freundschaft steckte darin, dass der eine den anderen so gelten ließ wie er war, man respektierte die Unterschiede und genoss die Gemeinsamkeiten. Der Ton in ihren Briefen lässt erahnen, wie sie miteinander bei Begegnungen umgingen. Respektvoll. Fast etwas schwärmerisch? Rilke hat gezeichnet und gemalt und Paula war – meiner Meinung nach – eine wunderbare Tagebuch- und Briefeschreiberin. Die Malerin, die poetisch schreibt; der Poet, der zeichnet. Eine Woche nach dem oben zitierten Brief gaben Rainer Maria Rilke und Clara Westhoff ihre Verlobung bekannt. Clara Westhoff, die Bildhauerin, mit der Paula seit ihrem Kennenlernen in der Künstlerkolonie Worpswede befreundet ist... auch diese Änderung im Beziehungsgeflecht von Paula, Clara, Rainer und Otto schlägt sich auf die Sprache in den Briefen, auf den Umgang miteinander nieder. Die Zeit der getrennten Wege ist für beide auch eine Zeit der Reife. Wie findet man wieder zueinander? Könnte es eine Réunion der beiden auf einem höheren Niveau geben? Hat man sich immer noch etwas zu sagen? Und welches Vokabular ist dafür geeignet? Wäre es zwischen einem gleichgeschlechtlichen Künstlerduo einfacher? Wie verhielt sich Otto Modersohn gegenüber Rainer Maria Rilke, wie ordnete er die Freundschaft seiner Frau mit dem Dichter ein? Vieles aus dem kurzen Leben von Paula Becker/ Paula Modersohn Becker ist aufgearbeitet, analysiert, niedergeschrieben worden und vielleicht kommen in diesem Jahr, im Jahr des 150. Geburtstages der Malerin aus Dresden, noch einige Publiktionen hinzu. Es wird Ausstellungen, Vorträge, Bücher, Filme u.a. geben und fast mutet es seltsam an, dass es trotz der kurzen Lebensspanne von etwas mehr als 31 Jahren so viele Dinge noch zu entdecken sind. Und trotzdem: Niemand kann in das Innere eines Menschen schauen. Niemand kann einen anderen bis ins letzte Molekül, bis in den verborgensten Gedanken, die kleinste Empfindung ergründen. Ein Hauch Geheimnis umgibt Paula und Rainer und Yana und Dich und ... Das ist Wunder-voll!

  Yana Arlt

Rainer Maria Rilke

Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies: einander lassen; denn daß wir uns halten, das fällt uns leicht und ist nicht erst zu lernen.

aus „Requiem. Für eine Freundin“