Komm, lass uns Kunst machen!
Camilo Pessanha
A Abel Anibal de Azevedo
PASSOU O OUNTONO
JÁ, JÁ
TORNA O FRIO . . .
- Outono de seu riso magoado.
Álgidọ
Inverno! Oblíquo o sol,
gelado . . .
- O sol, e as águas
límpidas do rio.
Águas
claras de rio! Águas de
rio,
Fugindo sob o meu olhar cansado,
Para onde me levais meu
vão cuidado?
Aonde
vais, meu coração
vazio?
Ficai, cabelos dela, flutuando,
E, debaixo das águas
fugidias,
Os seus olhos abertos cismando . . .
Onde ideas
a correr, melancolias?
- E, refractadas, longamente ondeando,
As
suas mãos translúcidas
e frias . . .
DER OKTOBER ZOG
SCHON HIN, SCHON WIRD ES KALT . . .
- Herbst mit seinem
schmerzlichen Lachen,
Klirrender Winter! Die Sonne, eisig, steht
tief . . .
- die Sonne, und helles Flusswasser wallt.
Klare
Wasser des Flusses! Wasser immerzu,
du entfliehst unter meinem
müden Blick,
wohin tragt ihr mein eitles Trachten?
Mein leeres
Herz, wohin ziehst du?
Bleib doch, ihr Haar, es treibt
dahin,
und unter den flüchtigen Wassern
ihre offenen Augen,
sinnend.
Wohin so eilig, Melancholien?
- vom Licht
gebrochen, wellig rinnend,
ihre durchfluteten Hände kalt . . .
aus: „Fünf Dichter aus
Coimbra“
shantarĭn
ISBN 9789895342204
zweisprachige Ausgabe
Auswahl und Einführung
Luís Quintais
Übersetzung
Orlando Grossegesse
In 1 Monat, am 20. November 2026, ist "Bundesweiter Vorlesetag"!
Was liest du?
Liest du vor - deinen Kindern, Senioren, einer Gruppe Sehschwacher und Blinder?
Was liest du vor?
Welchen Tipp hast du für uns?
Und nun mal eine "verrückte Idee": Wenn du dir ein Buch wünschen könntest, dass wir dir vorlesen sollen - welches wäre das?
Würdest du am Freitag, 20.11.2026, nach Brieske kommen, damit wir dir aus deinem Buch vorlesen?
nlz-ich-schreibe@gmx.de
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Ich sitze auf der Bank im Hof, es ist
Sonntagmorgen, die Schale Milchkaffee wärmt meine Hände ~ Ich höre
den Herzschlag der Stille in meinen Ohren. Zwischen meinen nackten
Zehen kitzelt ein Grashalm, den ich beim Spaziergang über die Wiese
aufgelesen habe. Ein Grünspecht. Fünf Kraniche. Zwei Krähen. Kein
einziger Windhauch. Oktoberduft. Ein Elsterschackern. Ich schließe
die Augen – atmen. Atmen. Ich darf das Atmen nicht vergessen.
Oktoberduft. Ich schaue auf den Maulbeerbaum. Er ist noch voller
Blätter. Und da wallt sie noch einmal in mir auf – die Trauer. Die
Trauer über den Verlust eines Menschen. Atmen. Es gab nicht viele
Früchte in diesem Jahr. Von keiner Frucht gab es „viele“ - kaum
Äpfel, einige Trauben, kaum Pflaumen, wenige Kastanien, einige
Kirschen... nicht viele aber köstliche. Kaum Maulbeeren. Vielleicht
muss ich aber noch mehr Äste ausschneiden, die Krone noch mehr
lichten. Das Besondere an Maulbeeren ist, dass sich am selben Zweig
Früchte in vollkommen unterschiedlichen Reifestadien befinden. Jeden
Morgen musst du mit deinen Blicken die Zweige abstreifen und die
tiefdunklen Früchte pflücken. Viele landen trotzdem im Gras unter
dem Baum, zwischen den Stängeln von Pfingstrose und Taglilie. Die
Zeit der Früchte ist längst vorbei. Ich weiß nicht, wann der
Sommer sich verabschiedet hatte – wann ist es Herbst geworden? Ich
blättre im Kalender zurück, blättre durch die Notate und durch die
Fotos. Irgendwo zwischen erster Kirsche und letzter Rosenblüte ist
etwas verloren gegangen. Oder wurde es verdrängt von etwas
Hinzugekommenem? Oder hat sich etwas Bewahrtes verwandelt? Die Trauer
ist mehr als Herbstmelancholie an diesem stillen, bewölkten
Sonntagmorgen. Sie lässt ihre Trauer nicht auf ihr Gesicht treten.
In ihren Worten höre ich so viel Bitternis und Wut. In ihrer Stimme
ist die Trauer zu hören. Die Trauer kann laut sein – in einem
zynischen Lachen. Wie lang ist es her, dass sie von den
Maulbeerbäumen in ihrem Garten erzählte und der mit ihr am Tisch
saß, witzelte über Maulschellen. Die weißen Maulbeeren und die
schwarzen und überhaupt: der Garten! All das, was sie vorhat und was
sie stets neu entdeckt. Ich weiß nicht ihren Namen,und nur winzige
Satzfetzen aus ihrem Leben. Was uns verbindet, ist die Zeit im Cafe.
Der gleiche Tag zur gleichen Zeit, jeder möglichst an seinem
„Stammplatz“. Wenige Male haben wir uns gegrüßt. Vielleicht als
Versicherung, dass alles wie gehabt ist. Eine Zuverlässigkeit. Eine
Verbundenheit. Habe ich sie je allein am Tisch sitzen sehen? Lange
war ich nicht an diesem Tag, zu dieser Zeit, an diesem Platz... nun,
nach Wochen, Monaten, Jahren(?) saß ich wieder dort, Kaffee und
Gebäck vor mir auf dem Tisch, dem Tisch, der nicht mein „Stammplatz“
ist. Und am Nebentisch dieser Mensch voller Wut, Erschöpfung und
überwältigender Trauer. Ich versuche aus diesem Wollknäul einen
roten Faden zu spinnen, einen Faden, der sich beim Anblick des
Maulbeerbaums um meinen Brustkorb schnürt. Atmen. Es ist nicht meine
Trauer. Es ist nicht meine Wut. Atmen. Einen Schluck des Kaffees
nehmen. Sich zu dem Spatzentschilpen gesellen und eine Runde mit den
Wildgänsen fliegen. Ich denke an Seidenraupen. Seidenraupen werden
mit Maulbeerblättern gefüttert. Verschiedenste Raupen und Falter
haben sehr spezifische Nahrungspflanzen. Eine Raupe des
Maulbeerspinners frisst drei Wochen lang Maulbeerblätter, der Faden,
mit dem sie sich dann verpuppt/ einspinnt ist 1.500 Meter lang. Für
1 kg Seide braucht man 5000 Raupen, die ca. 180 kg Blätter fressen
(das ist das Laub von ungefähr 25 Bäumen), die 9 kg Kokons werden
in heißes Wasser geworfen, damit die Raupen absterben, denn würden
die Falter aus dem Kokon schlüpfen, würden sie dabei den Faden
zerstören, der sich dann nicht mehr in einem Stück abspulen ließe.
(mehr
über Seide erfahren) Seide ist ein sehr besonderer Stoff – in
Geschichte, Herstellung, Verarbeitung und selbst über den Träger/
die Trägerin von Kleidung aus Seide gefertigt, sagt es etwas aus.
Neben ganz praktischen Auswirkungen wie Hautfreundlichkeit,
Geruchshemmung und kühlendem Effekt, sind es auch energetische
Schutzfunktionen, Förderung des kreativen Flusses, der Seidenstoff
steht für Metamorphose, Reinheit und Eleganz. Um den spirituellen
Wert von Seidenstoffen zu erhöhen, gibt es auch gewaltfreie
Produktionsabläufe – also ohne das Abbrühen der Kokons.
Ich
möchte ihr ein Tuch, einen Schal aus Seide kaufen und sie ermuntern,
Rat bei den Maulbeerbäumen einzuholen. Diese ganz spezielle
Blattform der Maulbeere... halten Sie sich an diese Einzigartigkeit,
lassen Sie die Blätter los und auch die Früchte, vertrauen Sie auf
das kommende Frühjahr, vertrauen Sie den Schmerz, die Wut, die
Trauer dem Maulbeerbaum an. Aber ich kenne sie ja nicht. Ich habe kein Recht mich derart in ihr Leben zu drängen.
Yana Arlt
Maulbeeren
schwarz weiß
hinter dem Haus im Garten
Im Haus ist es
still
Yana Arlt
Notate 2026
Johann Seidl
Krähenherz
Der Sommer steht verlassen
In Händen
ein Blumenstrauß vom Bahnhofskiosk
Der Zug der Vögel ist
abgefahren
den hat er verpast
Der Herbst meint es lieb
und
schenkt ihm sein schwarzes Krähenherz
Der Herbst ist der Freund
vom weißen Winter
und weiß es nicht besser
Der Sommer
steht verlassen da und weint
Er hat den Frühling vergessen
Veröffentlichung mit Genehmigung des Autors
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Johann Seidl las beim Lausitzer Lyrikfestival 2026 seinen Text "Der Elf und die fantastische Welt der N" - mit passendem Hemd.
Vor einiger Zeit flog/fuhr Ulrike mit einer kleinen Gruppe Interessierter nach Südafrika, um dort mit den Produzenten der Produkte des FAIRTRADEs ins Gespräch zu kommen. Sehen, wie die Menschen leben und arbeiten, deren Schokolade, Keramik, Kaffee, Tücher und Schals im Eine-Welt-Laden zum Verkauf angeboten werden. Sie kam mit einem reichen Schatz zurück - prägende Eindrücke von Land und Leuten. Es sind also weit mehr als "Reisegeschichten", die ihr heute in den neuen Räumen der Stadtbibliothek Senftenberg hören und sehen werdet.
mehr erfahren über FAIRTRADE
mehr erfahren über den Kranich e.V. Senftenberg
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Im Eine-Welt-Laden gab es wunderbare Leseveranstaltungen von uns und Ulrike brachte zur "Kunst im Margahof" verschiedene Kaffeesorten und besondere Produkte aus dem FAIRTRADE-Angebot mit.
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| "Kunst im Margahof" 2019 |
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| Yana Arlt und Wolfgang Wache lesen ihre Texte unter dem Titel "Ostern war's". |
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| Ulrike Eberhardt Lauterbach und Yana Arlt lesen Märchen von Oscar Wilde (engl. & dt.) |
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| Yana Arlt liest, Stefan Kietzmann begleitet Buchpremiere "Labyrinth - Der Weg zu sich" |
Wir waren am 11. Oktober als Gastleser dabei!
Vielen Dank für die Einladung!
Dank an "Pfeffi" für die Organisation und
an Konstanze Niemz für die Moderation incl. eigener Songs.
Lesetipp: 21. November 2026 🌟Knappenrode 🌟 Wolfgang Wache und Yana Arlt stellen die Gedichtmagazine "Lyrikzin" vor 🌟
Werte Kreative in Hoyerswerda,
wir freuen uns auf eure Bilder & Texte für das "Lausitzer Labyrinth"!
Seid auch gern bei den Workshops und Pleinairs dabei, in denen wir gemeinsam Geschichten und Geschichte erarbeiten, die wir dann auf den 1 x 1 Meter großen Siebdruckplatten darstellen wollen.