Nachwuchs-Literatur-Zentrum "Ich schreibe!" e.V.
Mittwoch, 18. März 2026
Dienstag, 17. März 2026
"Es bleibt die leise Hoffnung, dass auch die Enthüllung inszeniert ist"
Gepostet gegen 9:30 Uhr am 17.März
auf fb
Ich gestatte mir, diese Zeilen hier auf dem NLZ-Blog zu teilen, denn ich bin seit Jahren ein Bewunderer und Fan des Künstlers/ der Künstlerin/ des Künstlerkollektivs und hatte während der ganzen Zeit NIE das dringende Bedürfnis zu wissen, welcher Name, welches Gesicht hinter den Kunstaktionen steckt . . .
"Der Kunst haben sie jedenfalls das Herz rausgerissen, es auf den Boden geworfen und es mit ihren Lederschuhen zertreten." Sorgenboy
DAS WAR: Tag der Druckkunst
15. März 2026 / 13 Uhr Ich spaziere los, um in der Ringstraße noch einige Frottagen zu machen, die ich ab 14 Uhr beim "Tag der Druckkunst" bearbeiten möchte.
Die Turmuhr schlägt viertel... ein paar Nieseltropfen fallen auf die Frottagen und die weißen Blätter in der Größe A1 und A3
Die Turmuhr schlägt halb... meine Hände sind von Zeichenkohle und Pastelölkreide schwarz, jetzt schnell die Papierbögen zusammenrollen, im Köcher verstauen und zurück ins Atelier.
Die Turmuhr schlägt dreiviertel... der Kaffee tröpfelt durch den Filter in die Thermoskanne, der Kamillentee ist aufgebrüht, der Aufsteller mit Wolfgangs Willkommens-Text davor.
Die Turmuhr schlägt um zwei... schnell noch die Tassen ins Atelier, die Spendenbüchse aufgestellt, den Arbeitsplatz eingerichtet.
Doch schon stehen die ersten Gäste im MARGA-Atelier... wir kommen uns Gespräch, es werden lebhafte Diskussionen, Erklärungen, Anleitungen, Gedankenaustausch - dafür öffnen wir unser Atelier! Kaffee wird zwischen zwei Beitellinien, Tee zwischen zwei Schnitte in die Kartoffelfläche getrunken; die Madeleines bleiben bis zum Feierabend gegen halb sechs abends unberührt.
In der Runde vor dem Panoramafenster schauen wir dem Tagesende zu, Wilfried sah noch Licht im "Kulturzentrum" und hielt auf einen Schwatz an. Wir sitzen, essen Madeleines, schlürfen Tee und sind auf sehr angenehme Weise erschöpft. Kunst gemacht! Einen Nachmittag lang Kunst gemacht!
Als ich am Montagmorgen die Tür zum Atelier öffne, ist da ein Gänsehautmoment, ein Zuhausegefühl, etwas Wohliges... es wird ein großartiges Kunstjahr!
Yana Arlt
Montag, 16. März 2026
Inspirieren lassen ~ Was bleibt von uns als Spur
Wolfgang Wache
Poetische Anleitung – „Zwischen Sein und Traum“
(für meinen Workshoptext)
Ich trete an die Leinwand wie an eine Schwelle. Zwischen dem, was ist, und dem, was werden will. Zwischen Abdruck und Ahnung. Zwischen Spur und Schweigen.
Die Kartoffel liegt in meiner Hand wie ein kleines Stück Erde, ein Körper, der Formen freigibt, wenn ich sie aus ihm herausschneide. Ich schnitze kein Motiv – ich befreie eine Möglichkeit. Ein Fragment. Ein Zeichen. Ein Echo.
Jeder Druck ist ein Moment des Vorhandenseins. Ein „Ich war hier“. Ein „Ich bin noch“. Ein „Vielleicht bin ich nur ein Traum“.
Die Acrylflächen öffnen Räume, in denen sich das Gedruckte verlieren darf. Farben fließen wie Gedanken, die sich nicht festhalten lassen. Die Stempel wiederholen sich wie Erinnerungen, die sich selbst erzählen, bis sie zu etwas Neuem werden.
Ich arbeite nicht gegen den Zufall. Ich lade ihn ein. Denn im Traum ist nichts gerade, und im Sein ist nichts endgültig.
So entsteht ein Bild, das nicht erklärt, sondern fragt: Was ist Sein? Was bleibt? Was träumt uns?
Arbeitsabläufe in der Ich-Form – für dich als Künstler
1. Vorbereitung – Ankommen im Thema
Ich lege meine Materialien bereit: Kartoffeln, Messer, Acrylfarben, Pinsel, Schwämme, die ovale Leinwand. Ich atme kurz ein und aus und lasse das Thema in mir aufsteigen: Sein. Vorhandensein. Traum.
2. Kartoffelstempel schnitzen – die Form befreien
Ich nehme eine Kartoffel und schneide sie in zwei Hälften. Ich schnitze eine einfache, archetypische Form: ein Oval, ein Auge, ein Labyrinthfragment, eine Welle, ein Kreis mit Lücke. Ich denke nicht zu viel – ich lasse die Form entstehen. Sie soll ein Symbol sein, kein Bild.
3. Acrylflächen anlegen – Traumräume öffnen
Ich beginne mit weichen, fließenden Acrylflächen. Ich arbeite mit Übergängen, Lasuren, Nebel, offenen Räumen. Ich lege Zonen an, in denen das Gedruckte später auftauchen oder verschwinden kann. Ich male nicht Dinge – ich male Atmosphären.
4. Drucken – Spuren setzen
Ich färbe den Kartoffelstempel ein und setze die ersten Drucke. Ich wiederhole sie, verschiebe sie, drehe sie, überlagere sie. Ich drucke bewusst und unbewusst. Ich lasse Lücken, Brüche, Unschärfen zu. Jeder Abdruck ist ein Moment des Seins.
5. Überlagerung – Traum und Realität mischen
Ich drucke in trockene und in nasse Acrylflächen. Ich lasse manche Drucke verlaufen. Ich setze andere klar und scharf. Ich beobachte, wie Traum und Spur miteinander sprechen.
6. Linien und Akzente – Bewusstsein einziehen lassen
Ich ziehe feine Linien mit einem dünnen Pinsel oder Holzstab. Ich setze kleine Akzente, die wie Gedankenfäden wirken. Ich verbinde Drucke miteinander oder trenne sie. Ich lasse das Bild atmen.
7. Letzte Setzungen – das Bild entscheidet
Ich trete zurück. Ich schaue. Ich frage das Bild, was es noch braucht. Vielleicht einen letzten Druck. Vielleicht eine Fläche. Vielleicht nichts mehr.
8. Abschluss – das Bild als Frage
Ich lasse das Bild stehen wie eine offene Tür. Es muss nichts erklären. Es darf fragen: Ist Träumen Leben? Ist Leben ein Traum? Was bleibt von uns als Spur?
Ich war von Anfang an
dabei! Die Idee, mit Kartoffeldruck ein abstraktes Bild zu gestalten,
die ovalförmige Leinwand, die ich in unserem Atelier fand, das
Schnitzen der ersten Kartoffelstempel, der erste Farbauftrag auf die
Leinwand, das Bild wie es am Sonntagabend aussah... dann die
Überraschung am Montagmittag. Wolfgang hatte eine halbe Stunde im
Atelier an dem Bild gearbeitet – eigentlich hat es die ganze Nacht
in ihm gearbeitet: Irgendetwas fehlt noch. Dann zeigte er es mir:
Jetzt ist es fertig! Ich hatte sofort eine Verbindung zu dem Bild.
Was war es, was mir so vertraut vorkam? Was berührte mich so sehr?
Und dann kam ich drauf: Die Holzbalkentore im Ringheiligtum vonPömmelte. Ich fand im Internet ein paar Aufnahmen dieser
rekonstruierten frühbronzezeitlichen Anlage und zeigte sie Wolfgang.
Es gibt Formen, Symbole, die über Jahrtausende in uns wohnen...
die Planetenbahnen um die Sonne sind eliptisch, das Ringheiligtum ist
kein perfekter Kreis (und von der Aussichtsplattform aus
fotografiert, erscheint es oval). Selbst die (Oster)Eier, die von
neuem Leben künden, sind oval. Schaut euch um, wo entdeckt ihr ovale
Formen?
Und nun, da sich uns dies alles auftat, lest noch einmal
den Workshoptext von Wolfgang Wache, den er bereits vor Wochen als
Leitfaden für seine künstlerische Arbeit schrieb. ~ Yana Arlt
Samstag, 14. März 2026
Freitag, 13. März 2026
15.MÄRZ ab 14 Uhr MARGA-Atelier geöffnet zum "Tag der Druckkunst"
Am 15. März sind auch wir in Brieske-Marga wieder beim "Tag der Druckunst" mit dabei. Wolfgang Waches Linolschnitte sind zu sehen und sein sehr experimenteller Kartoffeldruck, zu dem bisher noch kein Text entstanden ist. Wär ja mal ein Vorhaben für das kommende Wochenende ;-)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
b.jpg)
b.jpg)

.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)


.jpg)







-k.jpg)


-k.jpg)
-k.jpg)
.jpg)


