Montag, 24. August 2026

Inspirieren lassen ~ schmunzelndes-seufzendes Publikum

Ich spüre seinen Widerstand. Seine Ablehnung. Das kann ich doch nicht... Passt das zu so einem Ort? Werden es die Menschen verstehen? Nein, es sind keine „Wohlfühltexte“, die ich aus der Reihe „Almanach“ für unser Leseprogramm am 2. September im „Cultara“ herausgesucht habe. Ich habe bewusst auf die Texte verzichtet, die jeder von uns schon einmal und öfter gelesen hat. Über die Zeit hat sich eine bestimmte Vortragsweise entwickelt. Pausen. Stimmhebungen und -senkungen. Lesetempo. Pausen. Immer wieder Pausen! Pausen sind wichtig, um das Gelesene wirken zu lassen, ankommen zu lassen. Am Sonntag habe ich etwas getan, das ich lange vor mir herschob. Ich habe das Programm für den Leseabend geschrieben, der das Lausitzer Lyrikfestival XIV eröffnet. Selbst ich fühle mich nicht wohl mit allen Texten, die da auf dem Zettel stehen. Aber genau das ist es wohl, es sollen die Texte gelesen werden, die jahrelang stiefmütterlich behandelt wurden. Der „Almanach“ ist für mich so etwas wie ein „Backstagebereich“. Hier veröffentliche ich Texte, Bilder, Experimentelles, das nirgendwo sonst einen Platz hätte – wohl wissend, dass diese Buchreihe nie hohe Auflagen und Verkaufszahlen erreichen wird. Vielleicht kenne ich sogar Jeden, der ein oder mehrere Exemplare in einem Regal oder Schrank stehen hat mit seinem Namen. Nur dieses Wissen macht mich mutig. Mutig, Texte, Ideen, Skizzen, Bilder zu veröffentlichen. Ich weiß nicht, wie es Alexander Kiensch, Stefan Reschke, Nanette Kubusch und Wolfgang Wache geht, ob auch diese AutorInnen des „Autorenkreis Kornblumen“ sagen: Ach komm, für den Almanach passt es doch. Ich mag, wie sich diese Buchreihe zu einem großen Spielzimmer entwickelt hat. Oder ist es eher ein „Fundbüro“? Ja, auch alte Texte, die immer noch Gültigkeit besitzen aber nie gedruckt in die Öffentlichkeit gerieten, haben hier einen Platz. Manchmal werden sie dann von ihren Schöpfern selbst vergessen. Aber das ist ja das Faszinierende, wenn ich ein Leseprogramm schreibe, ich entnehme dem Sammelsurium genau diese kleinen Stücke, die fast schon Rost angesetzt haben. Das steht es nun auf meinem handgeschriebenen Zettel: Wolfgang Wache „besteln“ / „Almanach 2017“ Seite 14. „Es ist wie Weihnachten“, meint Wolfgang, „ich weiß nicht, was für einen Text du da rausgesucht hast.“ Er schlägt das Buch auf, überfliegt den Text. Ok., Begeisterung sieht anders aus. Er nickt. Ich schaue auf die Uhr, um die Lesezeit zu notieren. Los: 

Vorbei an den Fragmenten einer Verneinung / Vorbei an den Rückständen einer Verneinung...

 Er verhaspelt sich. Das ist nicht schlimm, er hat diesen Text noch nie laut gelesen. Poetisch-philosophische Wortspiele. Nicht jeder kann Frederic Chopin „vom Blatt spielen“ - scheinbar nicht einmal der Komponist selbst. 2 Minuten 10. Nein, es ist wahrlich kein Wohlfühltext! Nicht für den Autor und nicht für das Publikum. Dann lese ich den Text, den ich als ersten von meinen ausgesucht habe. Ich erkläre ihm, wie ich den Aufbau des Abends geplant habe. Irgendetwas arbeitet in Wolfgangs Kopf und ich weiß nicht, ob es zu meinen Gunsten ausfällt. Wir sprechen das Programm durch, einmal komplett, lesen alle Texte, stoppen die Zeit. Es ist verrückt, in Gedanken sehe ich uns dort schon in Carlas Cafe sitzen, lesen, ich sehe wie das Publikum zuerst skeptisch guckt (Stichwort: der Prophet im eignen Land) und sich dann auf unser Konzept einlässt. Und Wolfgang? Lässt er sich auf dieses Experiment ein? Vertraut er mir und meinem Gespür für seine Texte? Nimmt er meine Vorschläge an und macht sich noch einmal neu mit seinen Worten vertraut? Wenn wir die Texte lieben, die wir lesen, dann vermitteln wir sie auch auf unsere ganz besondere Weise, dass man zuweilen ein Kichern oder ein Seufzen in den Publikumsreihen hören kann.

Yana Arlt


Ulla Hahn

Da liegt es
das stillschweigende Buch
wartend dass ich es
zum Jubeln bringe
Amseln
im Apfelbaum
buchstabenschwarz
zwischen den Blüten
Verheißung
schwarz auf weiß


Textquelle: https://tausendléxi.de/stille-trommeln-ulla-hahn

 

 

Zwischen Laptop und Schiefertafel

Lisa hat die Schiefertafeln und Kreidestifte mit einem Sommerbild eingeweiht.
Ich finde, das Bild ist viel zu schade, um es mit einem Schwamm wegzuwischen, damit ein neues Bild oder Wörter oder Zahlen darauf geschrieben werden können. Vielleicht müssen wir noch weitere Schiefertafeln bestellen 😄

 


Leseratte Raz steht Model, Wolfgang Wache zeichnet - aber dieses Mal nicht auf Papier und mit Zeichenkohle, Bleistift oder Feder. 

Wolfgang kennt aus seiner eigenen Schulzeit noch die Schiefertafel, natürlich gab es nicht solche praktischen, farbenfrohen Kreidestifte und recht bald schrieb auch er in die Schreibhefte aus Papier.

Hier entsteht gerade ein Motiv, mit dem er die neuen Schiefertafeln testet. Sieht doch schonmal gut aus, die Leseratte Raz. Ausprobieren könnt ihr das Schreiben und Malen auf Schiefertafeln am 5. September ab 10 Uhr in der Begegnungsstätte & Galerie MARGA. Neben dem Sitzen auf alten Schulbänken und Schreiben wie es eure Groß- und Urgroßeltern kannten, gibt es noch viele weitere Dinge zu entdecken, zu hören und zu sehen beim "Großen Gedichtetag für Kinder & Familien". Leseratte Raz ist natürlich mit dabei!

 




Janas Fotosommertour durch das Lausitzer Seenland ~ Zurück im Margahof

 

Wir wünschen allen SchülerInnen, LehrerInnen, Familien, dem Schulpersonal und SchulbussfahrerInnen ein inspirierendes neues Schuljahr 2026/2027!


 

 

Habt ihr eine besondere Entdeckung in den Ferien gemacht, eine angenehme Begegnung gehabt, Neues kennen gelernt oder einfach eine gute Zeit gehabt? Dann schickt uns euer Lieblingsferienfoto oder eure kleine besondere Urlaubsgeschichte. Und ja, es kann auch etwas Trauriges oder Beängstigendes sein ~ nicht immer ist der Urlaub schön, nicht immer sind die Ferientage leicht und entspannend.

nlz-ich-schreibe@gmx.de

Nutzt gern das Formular links neben der Text-Bild-Spalte
👈 

 

Samstag, 22. August 2026

Janas Fotosommertour durch das Lausitzer Seenland - 45


 

 Wann erreicht ein Trabbi seine Höchstgeschwindigkeit?

Wenn er abgeschleppt wird.

 

Textquelle: https://witze.net/trabant-witze 

Mittwoch, 19. August 2026

HÖRTIPP: Mittwoch 8:10 Uhr "Radio Cottbus" / "Voll Verein(t)" Vereine der Region vorgestellt / 19.8. NLZ "Ich schreibe!" e.V.


 

 

 

Weitere Infos über den "Ich schreibe!" e.V.

http://www.nlz-ich-schreibe.de/?page_id=2

 

Sehr geehrte Redaktion,

zu dem von mir heute gesprochenen Text möchte ich als Vorsitzender des Nachwuchs-Literatur-Zentrums "Ich schreibe!" e.V. einige wichtige Erläuterungen ergänzen – und zugleich meinen herzlichen Dank dafür, dass Radio Cottbus wesentlich dazu beiträgt, dass Vereinsarbeit in der Lausitz sichtbar wird. Diese Wertschätzung stärkt uns und ist ein bedeutender Beitrag zur kulturellen Selbstbehauptung unserer Region.

Unsere Vereinsarbeit verfolgt das Ziel, kulturelle Bildung in der Breite zu fördern. Die Kunstwerkstätten unseres Vereins befinden sich in Brieske, in der Gartenstadt Marga, auf dem Margahof. Diese Werkstätten sind offene Räume – keine Kurse, keine Unterrichtsformate. Jeder Mensch kann sie nutzen und sich in die verschiedenen Kunstprojekte einbringen. Entscheidend ist der Wunsch, kreativ tätig zu werden und gemeinsam mit anderen künstlerische oder literarische Prozesse zu gestalten.

Jana Arlt und ich begleiten diese Arbeit als Lyrikerin und Lyriker, Künstlerinnen und Künstler, die selbst mit großer Leidenschaft und – ja – einer gewissen Besessenheit an ihren Projekten arbeiten. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass neben uns viele weitere Literaten und Künstlerinnen und Künstler als beratende Anleiter tätig sind. Sie bringen ihre eigenen Handschriften, Erfahrungen und künstlerischen Perspektiven ein und machen die Werkstätten zu einem vielfältigen, lebendigen Ort des Austauschs. Diese kollektive künstlerische Kompetenz ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit.

Zu unserer Arbeit gehören auch literarische Ausschreibungen, etwa für die Lyrikzeitschrift "Lyrikzin" oder den Band "Mathe, Deutsch & blaue Flecken". Ebenso entwickeln wir Formate wie unser Puppenspiel mit der Leseratte Raz, unserem Bücherwurm Vermiculus und der Leseeule Sophia, mit dem wir versuchen, die junge Generation spielerisch und fantasievoll an Lyrik und Literatur heranzuführen.

All diese Aktivitäten – Werkstätten, Lesungen, Performances, Ausstellungen, Arbeitsgruppen und jährliche Aktionen – bilden gemeinsam den kreativen Wald, durch den der gesprochene Text führt. Sie sind Ausdruck einer offenen, lebendigen Kulturarbeit, die wir in der Lausitz weiter stärken möchten. In einer Region im Wandel ist Kultur nicht nur ein schöner Zusatz, sondern ein identitätsstiftender Kern. Sie schafft Zusammenhalt, Selbstbewusstsein und Zukunftskraft.

Für diese kulturfördernde Arbeit freuen wir uns über jede Spende. Sie hilft uns, weiterhin frei zugängliche Kunst- und Bildungsräume zu gestalten und Menschen jeden Alters für Kreativität zu begeistern.

Mit freundlichen Grüßen 
Wolfgang Wache 
Vorsitzender Nachwuchs-Literatur-Zentrum "Ich schreibe!" e.V.

Brieske, 11. August 2026