Dienstag, 3. März 2026

Neue Reihe auf Instagram ~ Einblicke in den "Almanach 2025" des "Autorenkreis Kornblume"

„Autorenkreis Kornblume“
KünstlerInnenkreis im „Ich schreibe!“ e.V.
Schreibende aus ganz Deutschland
fantastische Geschichten
grandiose Gedichte
und das ganze Leben ist mit drin

Wir starten diese neue Post-Reihe "spacig" - mit den ersten Sätzen von Alexander Kienschs Roman.
In unserer fünften Gemeinschaftspublikation der Reihe "Almanach" erhaltet ihr wieder exklusive Einblicke in die aktuellen literarisch-künstlerischen Arbeiten.

 

https://www.instagram.com/nlzichschreibe/?hl=de

 

 

MEHR erfahren über den "Autorenkreis Kornblume"

 

Montag, 2. März 2026

Inspirieren lassen ~ Teddys für den Kinderschutz (Plüschtiere bis 9.3. schicken: Kinderschutz Lausitz e.V., Parzellenstraße 95, 03046 Cottbus.)

 

Ich kann wirklich nur von weiter Ferne eine Vorstellung dazu entwickeln, warum man ein Plüschtier wegwirft. Und dann nicht einmal weil es kaputt ist und nicht einmal in die Tonne und weg. Nein, in einer Plastetüte mit zerschlissenen, verschmutzten Kleidungsstücken. Einfach hingeworfen in den dunklen Hauseingang.

Kannst du eine Vorstellung dazu entwickeln, warum man Kinder misshandelt/ missbraucht? Es gibt die Generationen, die noch mit dem Gürtel vom Vater verprügelt wurden, die sich mit Gleichaltrigen über die Art der Misshandlung austauschten und sich sogar gegenseitig übertrumpften. Es gibt die Generationen, die „ein paar hinter die Löffel“ bekommen haben, weil sie zu langsam liefen oder die Hausaufgaben nicht schnell genug verstanden und machten oder weil sie die Suppe nicht aufessen wollten. Es gibt die Generationen, die angebrüllt wurden, weil sie Nähe suchten, weil sie Hunger hatten und damit „genervt“ haben. „Kindeswohlgefährdung“ das ist ein wahrhaftiger Bürokratiebegriff, da muss man erst mal drauf kommen. 72.800 Fälle im Jahr 2024 in Deutschland. Diese abstrakte Zahl ist so unfassbar. Stell dir ein normales Streichholz vor. Standartlänge 4,8 cm. In einer Schachtel liegen um die 38 Stück. Legst du 72.800 Streichhölzer hintereinander, ergibt das eine Strecke von 3,5 Kilometern. Du benötigst für diese Strecke ca. 1.916 Packungen Streichhölzer. Um 3,5 Kilometer zu spazieren, brauchst du ungefähr eine Stunde. Nein, ich denke das nicht. Obwohl diese 3,5 Kilometer lange Streichhölzchenstrecke unglaublich lang ist, denke ich, dass sie eigentlich noch viel länger ist. Dass viele Kinder gefährdende Situationen und Verhältnisse gar nicht ans Licht kommen, gar nicht bemerkt werden, nicht gesehen, nicht gehört werden. Ab wann ist das Wohl eines Kindes gefährdet? Wir reden hier auch nicht nur von der Gefährdung durch elterliches Verhalten. Es gibt Statistiken, Analysen, Berichte, Fachkonferenzen, Forderungen, Pläne und immer wieder........ zu wenig Geld! Zu wenig, um Hilfsangebote aufzubauen, auszubauen, zu stabilen Angeboten zu machen – nicht nur für einen Förderzeitraum von 3 Jahren … von 1 Jahr. Die ewige Bürokratie. Die Zeit, die durch das Stundenglas rieselt... die Seelen, die im Uhrengetriebe zerquetscht und zermahlen werden. Ein Häufchen Unglück. Wer prägte diese Formulierung? Er hat Recht. Es gibt Menschen, die sich aus den Bruchstücken und dem Staub wieder zusammensetzen, die sich neu kreieren, neu deffinieren, neu „erfinden“. In Japan gibt es die Kunst des Kintsugi, Scherben von Porzellantassen, Steingutkrügen u.a. werden zusammengesetzt, geklebt und die Bruchstellen, Risse und Sprünge in Keramiken werden mit speziellen Metalllacken betont, so entstehen „Narben aus Gold“. Bist du schon einem Menschen begegnet, bei dem du solche Narben gesehen hast? Sie sind nicht immer offensichtlich, wie bei einer zusammengesetzten Teeschale. Sie sind unscheinbarer. Vielleicht nehmen auch nur andere Menschen sie wahr, die selbst solche Narben tragen. Welche Narben trägst du? Versteckst du sie oder zeigst du sie? Sprichst du über sie? 

Verletzungen, Wunden, Narben sichtbar zu machen, so könnte man die Plüschtieraktion von Martin Schüler doch auch verstehen. Die Ausstellung mit Plüschtieren, Briefen, Bildern u.a. soll am 11. März 2026 auf Kindheit, auf Kindeswohlgefährdung und Kinderschutz aufmerksam machen. Bis zum 9. März kann man seinen Beitrag noch schicken.

Yana Arlt


Übrigens, Albrecht, das Bärchen aus dem Hauseingangsflur, gebe ich nicht her! Aber der Teddy hat hier im „Ich schreibe!“ schon andere Plüschies kennengelernt, die nun ein neues Zuhause suchen. Also, möchtest du nach Cottbus und nach Berlin reisen, um Kindern Freude zu bereiten, um einem Kind ein Freund zu sein? Dann schauen wir jetzt mal, ob wir für dich einen Karton finden, den wir gut auspolstern mit Zeitungen und einem schönen Bogen weißem hauchzarten Papier – hauchzart wie japanische Teeschalen aus feinstem Porzellan.


https://www.artschueler.com/pages/tagesordnung-kindheit-mitmachausstellung

 

Erster Montag im Monat = 2. März 2026 / 17 Uhr / Treff des "Freundeskreis Brieske~Briesker Kirche"


Einen frühlingshaften Gruß in die Runde!

Unser nächster Treff des "Freundeskreis Brieske/ Briesker Kirche" findet am heutigen Montag = erster Montag im März 2026 um 17 Uhr im "Ich schreibe!" statt.
 
Wir freuen uns auf Ideen und Berichte, wie die einzelnen Aktionen verlaufen sind, welche Resultate es bei Anfragen und Gesprächen gab.
 
Das Paket "Tag der Baukultur" werden wir am Montag fertigpacken, verschnüren und abschicken - also sinnbildlich formuliert.
 
Was steht sonst noch an? _________________
 
Jana
 


 

 

Jaja, ich bin auch der Verführung des Fotomotivs erlegen ~ Schneeglöckchen auf dem Rasenkarree des Briesker Marktplatzes. Sie sind aber auch wirklich fotogen und dabei so unprätentiös. 

 

Text-/ Bildquelle: Facebook Andre Stickel 

 

 

 

Freitag, 27. Februar 2026

"Die Badende" mit Schneeschal im Schlosspark

Das Winterfoto der Skulptur habe ich vor einem Monat, am 27. Januar 2026 gemacht. Es war dieser magische Moment zwischen Nacht und Morgen... hellblau leuchtet der Schnee, die Lampen im Hintergrund setzen kontrastierend einige Lichtpunkte. Die dunklen Äste des laubfreien Baumes umrahmen die Badende fast wie auf einem Jugendstilgemälde.

Wie oft gehen wir an solchen Kunstwerken im öffentlichen Raum vorüber. Wir sind in Eile, immer von irgenwo herkommend, nach irgendwo hineilend. Wo steht eine Frauenfigur? Ist mir nie aufgefallen. Dabei schwindet die Kunst mehr und mehr von den Plätzen, aus den Parks. Was aus wiederverwertbarem Material ist, z.B. aus Bronze, wird gestohlen, andere Werke werden beklebt oder besprüht, einige "vergammeln". Die Figuren aus Stein setzen eine grüne Patina an, sämtlichen Witterungen ausgesetzt, werden sie grau und verschwimmen den unsteten Blicken farblich mit ihrem Hintergrund - wenn überhaupt noch jemand die Welt um sich herum betrachtet und nicht am Bildschirm haftet.

"Die Bandende" stand einst auf einer Wiesenfläche zwischen Kita "Zwergenhaus am See" und "Grundschule am See" - warum und wann genau sie dann im Schlosspark aufgestellt wurde, ist mir nicht im Detail bekannt. Besucher des Stadthafens dürften allerdings auch nicht unbedingt bis zu ihr gelangen, wer entfernt sich schon mehr als ein paar Schritte von den Bootsanlegeplätzen, dem Eisstand, dem Spielplatz und dem Badestrand. Der Eingang zum Tierpark ist in der Nähe gelegen, dort gibt es zwei Straußenplastiken von Ernst Sauer zu betrachten, die dort gut aufgehoben sind seit dem Abriss der "POS 5 / Otto-Grotewohl-Schule". Die Plastik "Pinguinfamilie" vom Senftenberger Künstler Ernst Sauer hat bereits einige Standorte in der Stadt bewohnt, nun stehen sie in der Nähe des Umweltbildungszentrums/ Wirtschaftsgebäude Tierpark. Es tummeln sich noch mehr Tiere in der Stadt, so gibt es vor der Marianne-Seidel-Schule in der Gottschalk-Straße ein Waschbärpaar. Die Rohrleitungsfragmente und das Becken davor lassen darauf schließen, dass die zur Familie der Kleinbären gehörenden Raubtiere einst einen Springbrunnen krönten. Auch dieses Figurenpaar ist in keinem guten Zustand und aufgrund seiner unauffälligen Größe und "Farbe" bisher von vielen Senftenbergern noch nicht einmal bemerkt worden. Ich gestehe, dass ich von dieser Skulptur auch erst in diesem Jahr erfuhr, aber ich habe sie sofort ins Herz geschlossen und vielleicht gibt es ja irgendwo, von irgendwem detaillierte Informationen ~ 


Haltet die Augen offen! Entdeckt Kunstwerke auf euren alltäglichen Wegen! Haltet kurz inne, denn da hat sich ein Künstler/ eine Künstlerin wirklich Gedanken gemacht. Jemand hat Geld investiert, um KünstlerInnen zu fördern und die Stadt etwas schöner zu gestalten. Es ist jemandes Werk, in dem Gedanken, Gefühle und Begeisterung stecken.

Yana Arlt

 

Waschbärengruppe
Skulptur von Ernst Sauer


PS: Die Frauenfigur vom Sockel im Rosenrondell auf dem Marktplatz Brieske wurde aus Sicherheitsgründen vor einigen Jahren entfernt und eingelagert. Eigentlich sollte ein Wachsnachguss dieser Figur wieder in der Gartenstadt Marga aufgestellt werden. Aber: siehe oben - wer nimmt heute noch Geld in die Hand für Kunstwerke im öffentlichen Raum.

Auf dem Flyer der Stadt Senftenberg ist die Frauenfigur noch zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

HIER geht es zu einer "Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Senftenberg"



Donnerstag, 26. Februar 2026

"Was die Welt zusammenhält ~ Märchen von Feuer, Wasser, Luft und Erde" / Auftaktabend mit Märchen, Klängen, Malerei / 17. März / Senftenberg

31. Märchentage der Stadt Senftenberg

Auftaktabend
mit Märchenerzählern, Trommelgruppe "Ziegenfell" & Matthias

17. März 2026 / 19 Uhr

Bürgerhaus "Wendische Kirche"

 

 

Dies ist KEIN offizielles Plakat des Veranstalters Stadt Senftenberg.

Die Bilder von Lydia Arlt Kirste sind an diesem Abend im Original zu sehen.

 


 

 

HIER geht es zu der Veranstaltungsinformation auf der Seite des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland


 

Mittwoch, 25. Februar 2026

Umzug von der Parkstraße in den Platz des Friedens... vor 10 Jahren

25. & 26. Februar 2016

 

 

Parkstraße 12 ~ Abbau der Ausstellung

Parkstraße 12 ~ Abbau der Ausstellung


Platz des Friedens 2 ~ 26. Februar 2016



Provisorischer Aufbau der Ausstellung ~ erste Gäste

5. März 2016

5. März 2016

5. März 2016


Streichen der Wände


22. März 2016

22. März 2016

Seit 10 Jahren!!!

Keine Heizung
Kein Fußboden
Kein fließendes Wasser
Keine Toilette

 

 

 

Ausbau unterstützen, Kulturarbeit/ Kulturelle Bildung fördern ~

 

SPENDENKONTO
des Vereins "Ich schreibe!" e.V.
mit Begegnungsstätte & Galerie MARGA





Dienstag, 24. Februar 2026

DAS WAR: Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs 2026

 

Bildquelle: https://www.instagram.com/p/DVB8YKxgMSV/?hl=de
 

Der Bezirksentscheid findet im April 2026 im Rathaus Senftenberg statt.

 

aus unserem POSTEINGANG: 6. bis 31. März / Oberspreewald Lausitz Kreis / Brandenburgische Frauenwochen

 

Bitte beachten Sie, dass für die Veranstaltungen, für die der Verein Informationen und Einladungen erhält, der "Ich schreibe!" e.V. kein Mitveranstalter ist. Wir möchten in der Rubrik "aus unserem POSTEINGANG" auf interessante interdisziplinäre, internationale, interreligiöse Formate aufmerksam machen. Die Verantwortung für Organisation und Inhalt obliegt dem jeweiligen Veranstalter! 

 

 

Liebe Frauen und Interessierte,


im Landkreis Oberspreewald-Lausitz finden vom 06.03. bis 31.03.2026 die Brandenburgischen Frauenwochen statt. Die Organisator*innen haben ein vielfältiges Programm zusammengestellt.

Ein paar Veranstaltungen möchte ich Ihnen heute im besonderen Empfehlen:


  • Auftaktveranstaltung des Landkreises OSL – „Worte Konzert – Geschichten aus dem Leben einer Frau“ mit Clara Werden, Liedermacherin aus Cottbus und Autorin Marion Suckow aus Hornow am 14.03.2026 um15:00 Uhr im Bürgerhaus der Wendischen Kirche in Senftenberg

  • „Gut vorbereitet für den Notfall“ am 16.03.2026 um 17:00 Uhr im Landratsamt Senftenberg, Haus I, großer Sitzungssaal

  • Filmvorführung „Die Berufung – ihr Kampf um Gerechtigkeit“ am 20.03.2026 um 18:00 Uhr im Landratsamt Senftenberg, Haus I, großer Sitzungssaal

  • „Frauen im Strukturwandel – Unternehmerinnen gestern und heute“ – Führung und Gespräche im Kunstguss-Museum Lauchhammer am 25.03.2026 um 17:00 Uhr

  • „Wie Worte wirken und Lernen gelingt – Impulse für Eltern von Grundschulkindern“ am 26.03.2026 um 18:00 Uhr im Landratsamt Senftenberg, Haus I, großer Sitzungssaal

  • „Eltern-Kind-Medienberatung“ am 31.03.2026 um 18:00 Uhr im Quartierstreff Großräschen, Chransdorfer Straße 2a


Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem beigefügten Programmflyer.


Wir laden Sie herzlich ein. Nehmen Sie sich Zeit und besuchen Sie die Angebote und nehmen Sie Freundinnen, Kolleginnen oder Nachbarinnen mit.


Mit freundlichen Grüßen


Ramona Metag

Büro der Gleichstellungs- und

Behindertenbeauftragten

 


Montag, 23. Februar 2026

Inspirieren lassen ~ Stadt am Morgen

 

Früh um 3 Uhr, der Wecker klingelt – nein, nicht zur „Kreativen Stunde vor Sonnenaufgang“, das ist morgen, am letzten Dienstag des diesjährigen Februars – ich habe die ganze Nacht kaum geschlafen: Geht die Uhr auch richtig? Ist die Batterie drin, der Akku geladen? Habe ich die richtige Zeit eingestellt? Wird das Auto anspringen? Ich bin so lange nicht gefahren. Wird schon passen, habe ja am Donnerstag eine Tour gemacht, das Auto hat bissl geächzt, ist aber gut gekullert. Stehen die beiden pünktlich zum Abholen bereit? Passen die Koffer und Taschen in meinen Kofferraum? Hab ich eigentlich noch genug Benzin im Tank? Sind die Straßen durch die Stadt frei oder ist schon wieder irgendwo wegen Baumaßnahmen gesperrt? Hatten sie für die Nacht und die frühen Morgenstunden Frost angesagt? Das Freikratzen der Autoscheiben muss ich in die Zeit mit einplanen. Wann müssen die auf dem Bahnhof sein? Wie spät wird es jetzt wohl sein? Ok, kann mich nochmal rumdrehen. Und der Wecker ist korrekt eingestellt? Werde ich ihn hören? Was ist, wenn das Auto doch nicht anspringt? Solls ja geben sowas: gestern noch gefahren und dann ist die Batterie runter. War das Licht im Auto an? Wen könnte ich dann als schnellen Ersatz anrufen? Es ist ja keiner morgens kurz vor vier mal schnell in den Klamotten und dann mit dem Auto in Brieske. Wie spät wird es jetzt wohl sein? Habe ich den Führerschein und die Fahrzeugpapiere? Wann muss eigentlich der Erste-Hilfe-Kasten ersetzt werden? Das Getriebeöl müsste ich auffüllen. Den Reifendruck konnte ich nicht prüfen, das Gerät an der Tankstelle war am Donnerstag nicht einsatzbereit. Jemand erklärte mir, dass der Kompressor mit Wasser funktioniert, aber das funktioniert eben nicht, wenn das Wasser gefroren ist. Wird der Luftdruck für die Strecke zum Bahnhof und mit der zusätzlichen Beladung ausreichen? Warum habe ich zugesagt, die beiden an einem Montagmorgen zum Bahnhof zu fahren? Hätten sie nicht jemand anderen fragen können? … Ich falle in einen Dämmerzustand und dann dröhnt der Wecker plötzlich los. OK, die Dusche ist kurz und kalt, das Zahnputzwasser auch, die Sachen liegen bereit und auch Thermosbecher, Teekännchen und Wasserkocher sind startklar. Wunderbar! Soweit so gut, ich habe sogar noch Zeit, den Text im „Fastenwegweiser“ zu lesen... ein humorvolle Annekdote von Elke Heidenreich über das „Aufräumen“. Ich muss lächeln und verbiete mir, mich in meiner Küche genauer umzusehen und Ähnlichkeiten zum Thema des Textes zu entdecken. Also los! Vorbereitet wie zu einer Marsexpedition tappse ich über den dunklen, stillen Hof zum Auto, lade meinen Rucksack auf die Rückbank, checke den Kofferraum, schiebe die Tasche etwas an die Seite, steige ein und fahre los zum Treffpunkt... alles super, die beiden sind samt Koffer und Taschen beim Bahnhof abgesetzt. Gute Fahrt! Eine wunderbare und erholsame Reise! Meldet euch, wenn... ich steige ins Auto, fahre bis zu einem Parkplatz in Altmarktnähe, es ist noch eine Überweisung zu erledigen... morgens um halb fünf ist die Stadt noch in tiefem Schlaf, nicht einmal eine Bäckerei hat jetzt schon geöffnet. Ich bin erleichtert, genieße die Ruhe, die Magie des Frühmorgens auf dem Marktplatz einer Kleinstadt. Es würde mich nicht wundern, wenn jetzt aus der Schmiedegasse ein Fuchs herbeigehuscht und vom Kirchplatz ein Hase gehoppelt käme und beide sich auf dem Marktplatz treffend Guten Morgen sagen würden. Das Plakat vom Vorlesewettbewerb am vergangenen Samstag ist von der Rathaustür abgenommen – das wurde sicher noch am gleichen Nachmittag erledigt. In einer Boutique an der Ecke zur Schlossstraße leuchten alberne Lampen im Schaufenster. Im Süßwaren- und Spirituosengeschäft in der Schlossstraße entdecke ich an der Schaufensterscheibe ein dem Valentinstag nachhallendes Gedicht. Mir ist noch nie zuvor aufgefallen, wie laut die neuen Geldautomaten brummen. Die ehemalige Sternenbäckfiliale ist ein „schwarzes Loch“. Dutzende Erlebnisse auf und um den Marktplatz sind mir plötzlich gegenwärtig ~ die Leseveranstaltungen in der jetzigen „Seenlandbuchhandlung“ und im „Eine-Welt-Laden“, das Puppenspiel mit Leseratte Raz im vergangenen Mai vor 130 Kindern im Großen Rathaussaal, das Treffen mit Freunden „auf einen Kaffee“, die Trommeltreffen im „Eine- Welt-Laden“, die Festveranstaltung zu Horst Mönnichs 100. Geburtstag, die Ausstellungseröffnungen im Rathaus – auch die der Ortschronisten Brieske-Marga und meine Landart im kleinen Ratssaal, die „offene Baustelle“ des historischen Gebäudes Markt 15, die Sommerkunstwochen bei den Malern Gork und Winkler [und Peitzberg] in den Ateliers und im Hof des Markt 11, die Vorlesewettbewerbe incl. Jurysitzungen, der Samstagskaffee auf einer der Marktbänke und nicht im Cafe während der Coronazeit, die Veranstaltungen der Reihe „Literarisches Schaffen in Senftenberg ~ Früher, Heute, Morgen“ und das Hineinläuten der Abendglocken ... unzählige Abendgeläute, Morgengeläute, Mittagsgeläute … doch jedes Mal ist es etwas Besonderes für mich!
Bis zum Morgengeläut um acht Uhr sind es noch reichliche drei Stunden... langsam macht sich der Schlafmangel bemerkbar ~

Yana Arlt