Montag, 3. August 2026

Inspirieren lassen ~ Stimme im Radiointerview

Ich habe ihn nie auf der Bühne erlebt.
Ich habe ihn nicht persönlich gekannt.
Ich bin ihm nie Aug in Auge begegnet.
Ich habe ihn im Radio das erste Mal erlebt. Es ging gar nicht um seine Musik und ich hatte keine Idee, wer Glen Hansard war. Dieser Typ mit der angenehmen Stimme, der über die großartige künstlerische Leistung eines Musikers sprach. Seine Begeisterung für die Arbeit eines Anderen, sein Plädoyer für die Musik aller Branchen – das hat mich beeindruckt. Ich war auf dem Sender hängen geblieben, weil Hansard über einen Künstler sprach, dessen Musik mich begeisterte. Ich blieb im Auto sitzen, denn ich hörte die Sendung über das Autoradio – keine Ahnung woher ich kam, wohin ich fuhr. Was soll ich sagen: ich habe keine Erinnerung mehr daran, um wen es ging, ich blieb an Glen Hansards Worten und Stimme hängen. Recherchierte zu seinem Namen. Aha, ein frisches Album „Didn't He ramble“. Bestellst die CD einfach mal. Hörst mal rein, was er so macht. Was macht er denn da? Das ist ja unglaublich! Bämm! Diese 10 Songs haben mich gepackt! Irgendwann erfuhr ich, dass dieser Songwriter in dem Film „The Commitments“ mitspielte. „The Commitments“!!! Habt ihr diesen Film gesehen? Eine tolle Geschichte und un-glaub-lich-e Musik!!!
Ich kann nicht unbedingt von mir behaupten, dass ich von irgendwem Fan bin – weder MusikerIn, DichterIn, MalerIn oder andere KünstlerInnen. Es ist eher wie eine kleine Liebesgeschichte, die mit einem Vers, einem Satz, einem Takt, einer Bewegung beginnt und dann in mir vibriert und etwas verändert. Es ist die Stimmung einer Melodie, die Strichführung in einer Grafik, der innere Klang eines Textes... und immer wieder Stimmen! Sprechstimmen, Gesangsstimmen! Es muss zusammen passen – das WAS gesprochen und gesungen wird und WIE es gesprochen und gesungen wird. Ein unerwartetes Timbre, ein unangemessenes Tempo – schon ist die ganze Botschaft futsch. Es gibt LyrikerInnen, die mich Jahr für Jahr bei unserem Lausitzer Lyrikfestival faszinieren. Ich könnte ihnen stundenlang zuhören, weil sie in einer physischen und mentalen Festigkeit ihre Verse größten Schmerzes und größter Freude lesen, weil sie zuvor lebten, was sie nun lesen. Ich habe während unserer jahrzehntelangen Vereinsarbeit auch vermeintliche AutorInnen erlebt, die auf Effekte setzen, auf gefällige Texte oder auf Themen, die gegen das Heileweltbild gebürstet sind, auf vereinheitlichte Meinungen, die sie wie kleine Pflänzchen in einer künstlich hergestellten Umgebung hochzüchten: wir, hier in dieser Blase, gegen „die da“. Das alles kann man machen. Man kann den verknautschten Zettel aus der Hosentasche ziehen und den Text über das Studenten-WG-Leben im einheitlichen Singsang vorlesen; man kann die x-te Version der junge-Eltern-geworden-Erfahrung oder Wechseljahre-Hitzewellensurfen schreiben und auf Internetplattformen präsentieren – als geschriebenen Text oder als Video. Das alles kann man machen. Das alles. Kann.
Ich sitze am Mittwochabend im NLZ... keine Ahnung, was ich für wichtige Dinge noch erledigen wollte, bevor mein Gehirn am nächsten Tag bei angekündigten Außentemperaturen von 37°C zu keinem klaren Gedanken mehr in der Lage ist... ich will den PC runterfahren – alles geschafft, jetzt ist Feierabend – da springt mir die Meldung vom Tod Glen Hansards ins Auge. WAS? Im Alter von 56 Jahren starb er bei einem Motorradunfall. Noch Tage danach sauge ich jeden Post auf Instagram in mich auf. Es ist wahr? Unzählige Fotos, Texte, Zeichnungen werden veröffentlicht. Es bleibt surreal. Morgen, 4. August, findet um 13:30 Uhr die Trauerfeier in Dublin statt. Noch immer ist mir, als wäre das eine irgendwie alptraumhafte Inszenierung. Keine Ahnung für wen oder wofür, keine Ahnung mit welcher Botschaft. Es ist eine Inszenierung! Ganz sicher. Und ich kann nicht einmal sagen, warum mich dieser Tod so berührt. Allerdings bin ich mir sicher, dass es eine Reihe von psychologischen Erklärungen gibt.

Yana Arlt


Man ist diesen Menschen nie begegnet, aber wenn man vom Tod Prominenter hört oder liest, ist es trotzdem ein Schock. […]

Aber warum bewegt es uns so, wenn Prominente sterben? Zum einen natürlich, weil sie uns vertraut sind; und wenn ein Mensch jung stirbt, steht immer auch eine persönliche Tragödie dahinter. […]

Wie sehr solche Nachrichten die Menschen bewegen, war in diesem Jahr auch ganz stark in den sozialen Medien weltweit sehr gut zu beobachten: Weinende Smileys und Trauerbekundungen werden zigtausendfach gepostet. Viele teilen aber auch Links zu einem Musikvideo, einem besonderen Interview, das in Erinnerung blieb, oder einer Filmszene. Mancher hört eine alte Platte an oder blättert durch ein Buch des Gestorbenen – denn eines haben die meisten der gestorbenen Prominenten gemeinsam: Sie hinterlassen mit Musik, Filmen oder Büchern ein lebendiges Erbe.


Textquelle: suedkurier 


 

 

3. August ~ noch 31 Tage

bis zum

 


Alex bringt die frisch gedruckte Anthologie mit Beiträgen zum Thema "Migration" mit. Auch in die Ergebnisse früherer Ausschreibungen des Autorenkollektivs Frei!Geist und des Frei!Geist Autorenverlags, z.B. zu den Themen "Depression" oder "Armut", kann man am Samstag hinein lesen.

Lausitzer Lyrikfestival XIV
2. bis 6. September 2026
Senftenberg ~ Brieske ~ Gartenstadt Marga
 

2. September Lesung im „Cultara“
3. September Haikuwerkstatt
4. September Haiku- und Druckwerkstatt mit Ingo Cesaro
5. September Lyrikmesse im Konzertgarten ~ Lesepavillon ~ Lyrischer Abend im Festsaal „Kaiserkrone“
6. September Lyrik zwischen Gärten und Zechenhaus ~ Lesespaziergang

 

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Janas Fotosommertour durch das Lausitzer Seenland - 26


 

 

Samstag, 1. August 2026

Janas Fotosommertour durch das Lausitzer Seenland - 24


 

 

Können wir den ausprobieren,
bevor wir ihn kaufen?

Das ist ein thermonuklearer Sprengsatz!

Draußen vielleicht?


Textquelle: MadeMyDay