Konnten Sie aus dem
Meeting was
mitnehmen?
Eine leere Kaffeekanne.
Nein, ich meine inhaltlich.
Eine volle Blase.
Textquelle: Ich hör' nur mimimi
Konnten Sie aus dem
Meeting was
mitnehmen?
Eine leere Kaffeekanne.
Nein, ich meine inhaltlich.
Eine volle Blase.
Textquelle: Ich hör' nur mimimi
Wir haben uns so gefreut, als uns die Musikerinnen Annett Kränisch und Marlen Wahren um eigene Textbeiträge zur Abschlussprästentation baten.
Es gab 3 Themenbereiche, die sie mit instrumentalen Stücken und Liedern zum Mitsingen gestalteten. Passend dazu wählten Wolfgang Wache und ich Texte aus unseren Publikationen aus.
Für mich war besonders das Lesen eines meiner Prosatexte ein einmaliges Erlebnis und ihn in einer Kirche zu lesen war für mich sehr emotional - der Psalm 23 schlängelt sich durch die Geschichte vom Fortgehen und Wiederkommen.
Als anschließend noch das Lied "Nehmt Abschied Brüder" von allen Konzertgästen gesungen wurde, erhöhte das meinen Puls nochmal um einige Schläge.
Y.A.
Themenbereich 1 ~ Liebe
Wolfgang Wache las: "Die Tasse" aus dem Lyrikzin 8 "DichterInnen schreiben fiktive Liebesbriefe und Gedichte über die Liebe"
Yana Arlt las: "Julimorgen" aus "Gesammelte Jahreszeitentexte, Juni bis August"
Themenbereich 2 ~ Regional
Nach dem gemeinsamen Singen des "Steigerliedes" las Wolfgang Wache "Kohlesammlerin" aus dem Lyrikzin 9 "Bild*Poesie"
Themenbereich 3 ~ Abschied
Yana Arlt las "Wiesenstraße 23" aus dem "Almanach 2017"
Wer Texte von uns hören möchte, ist herzlich zum "Tag der Industriekultur" am 8. August eingeladen. Um 14 Uhr startet die Kunstaktion "Grubenlampe VI" am Zechenhaus Brieske. Musikalisch steht uns Matthias Hausdorf zur Seite. Ihn kennt ihr vielleicht schon von der Klangbegleitung des Märchenerzählabends gemeinsam mit der Trommelgruppe "Ziegenfell".
Vorbereitung für unsere Performance auf den Außenstufen des Zechenhauses Brieske.
Das war der gestrige Ateliertag in der Margahof-KUNST-Woche.
Ihr seid herzlich eingeladen, der "Kohlesammlerin" am 8. August um 14 Uhr zu begegnen. Hört ihre Geschichte!
"Tag der Industriekultur" ~ "Grubenlampe VI" des "Ich schreibe!" e.V. in Brieske-Marga
"Tag der Industriekultur" am Zechenhaus Brieske
Zwei mittelalterliche Wandbilder sind in der Dorfkirche Freienhufen erhalten geblieben. In der Geschichte der Kirche habe ich gelesen, dass sie einst sehr farbenfroh gestaltet worden seien. Na dann: den weißen A1-Papierbogen auf die Pappe klammern, die Zeichenkohle zücken und versuchen, das Motiv so gut es geht auf der Wand zu erkennen und auf dem Blatt nachzuzeichnen. Ich würde meinen, der Übermantel schimmert grün. das Untergewand ist dunkelgrau oder schwarz, den Reif um das Haupt interpretiere ich als Heiligenschein, für den ich ein leuchtendes Gelb wähle.
Was entdeckst du auf dem Wandbild?
Welche Geschichte erzählt uns die Figur?
Schreib mir: nlz-jana.arlt@gmx.de
oder über das Formular hier links von der Text-Bild-Spalte
👈
Ich habe ihn nie auf der Bühne
erlebt.
Ich habe ihn nicht persönlich gekannt.
Ich bin ihm nie
Aug in Auge begegnet.
Ich habe ihn im Radio das erste Mal erlebt.
Es ging gar nicht um seine Musik und ich hatte keine Idee, wer Glen
Hansard war. Dieser Typ mit der angenehmen Stimme, der über die
großartige künstlerische Leistung eines Musikers sprach. Seine
Begeisterung für die Arbeit eines Anderen, sein Plädoyer für die
Musik aller Branchen – das hat mich beeindruckt. Ich war auf dem
Sender hängen geblieben, weil Hansard über einen Künstler sprach,
dessen Musik mich begeisterte. Ich blieb im Auto sitzen, denn ich
hörte die Sendung über das Autoradio – keine Ahnung woher ich
kam, wohin ich fuhr. Was soll ich sagen: ich habe keine Erinnerung
mehr daran, um wen es ging, ich blieb an Glen Hansards Worten und
Stimme hängen. Recherchierte zu seinem Namen. Aha, ein frisches
Album „Didn't He ramble“. Bestellst die CD einfach mal. Hörst
mal rein, was er so macht. Was macht er denn da? Das ist ja
unglaublich! Bämm! Diese 10 Songs haben mich gepackt! Irgendwann
erfuhr ich, dass dieser Songwriter in dem Film „The Commitments“
mitspielte. „The Commitments“!!! Habt ihr diesen Film gesehen?
Eine tolle Geschichte und un-glaub-lich-e Musik!!!
Ich kann nicht
unbedingt von mir behaupten, dass ich von irgendwem Fan bin – weder
MusikerIn, DichterIn, MalerIn oder andere KünstlerInnen. Es ist eher
wie eine kleine Liebesgeschichte, die mit einem Vers, einem Satz,
einem Takt, einer Bewegung beginnt und dann in mir vibriert und etwas
verändert. Es ist die Stimmung einer Melodie, die Strichführung in
einer Grafik, der innere Klang eines Textes... und immer wieder
Stimmen! Sprechstimmen, Gesangsstimmen! Es muss zusammen passen –
das WAS gesprochen und gesungen wird und WIE es gesprochen und
gesungen wird. Ein unerwartetes Timbre, ein unangemessenes Tempo –
schon ist die ganze Botschaft futsch. Es gibt LyrikerInnen, die mich
Jahr für Jahr bei unserem Lausitzer Lyrikfestival faszinieren. Ich
könnte ihnen stundenlang zuhören, weil sie in einer physischen und
mentalen Festigkeit ihre Verse größten Schmerzes und größter
Freude lesen, weil sie zuvor lebten, was sie nun lesen. Ich habe
während unserer jahrzehntelangen Vereinsarbeit auch vermeintliche
AutorInnen erlebt, die auf Effekte setzen, auf gefällige Texte oder
auf Themen, die gegen das Heileweltbild gebürstet sind, auf
vereinheitlichte Meinungen, die sie wie kleine Pflänzchen in einer
künstlich hergestellten Umgebung hochzüchten: wir, hier in dieser
Blase, gegen „die da“. Das alles kann man machen. Man kann den
verknautschten Zettel aus der Hosentasche ziehen und den Text über
das Studenten-WG-Leben im einheitlichen Singsang vorlesen; man kann
die x-te Version der junge-Eltern-geworden-Erfahrung oder
Wechseljahre-Hitzewellensurfen schreiben und auf Internetplattformen
präsentieren – als geschriebenen Text oder als Video. Das alles
kann man machen. Das alles. Kann.
Ich sitze am Mittwochabend im
NLZ... keine Ahnung, was ich für wichtige Dinge noch erledigen
wollte, bevor mein Gehirn am nächsten Tag bei angekündigten
Außentemperaturen von 37°C zu keinem klaren Gedanken mehr in der
Lage ist... ich will den PC runterfahren – alles geschafft, jetzt
ist Feierabend – da springt mir die Meldung vom Tod Glen Hansards
ins Auge. WAS? Im Alter von 56 Jahren starb er bei einem
Motorradunfall. Noch Tage danach sauge ich jeden Post auf Instagram
in mich auf. Es ist wahr? Unzählige Fotos, Texte, Zeichnungen werden
veröffentlicht. Es bleibt surreal. Morgen, 4. August, findet um
13:30 Uhr die Trauerfeier in Dublin statt. Noch immer ist mir, als
wäre das eine irgendwie alptraumhafte Inszenierung. Keine Ahnung für
wen oder wofür, keine Ahnung mit welcher Botschaft. Es ist eine
Inszenierung! Ganz sicher. Und ich kann nicht einmal sagen, warum
mich dieser Tod so berührt. Allerdings bin ich mir sicher, dass es
eine Reihe von psychologischen Erklärungen gibt.
Yana Arlt
Man ist diesen Menschen nie begegnet,
aber wenn man vom Tod Prominenter hört oder liest, ist es trotzdem
ein Schock. […]
Aber warum bewegt es uns so, wenn Prominente
sterben? Zum einen natürlich, weil sie uns vertraut sind; und wenn
ein Mensch jung stirbt, steht immer auch eine persönliche Tragödie
dahinter. […]
Wie sehr solche Nachrichten die Menschen
bewegen, war in diesem Jahr auch ganz stark in den sozialen Medien
weltweit sehr gut zu beobachten: Weinende Smileys und
Trauerbekundungen werden zigtausendfach gepostet. Viele teilen aber
auch Links zu einem Musikvideo, einem besonderen Interview, das in
Erinnerung blieb, oder einer Filmszene. Mancher hört eine alte
Platte an oder blättert durch ein Buch des Gestorbenen – denn
eines haben die meisten der gestorbenen Prominenten gemeinsam: Sie
hinterlassen mit Musik, Filmen oder Büchern ein lebendiges
Erbe.
Textquelle: suedkurier