Sei ehrlich, wenn du bei einem Konzert,
einer Theater- oder Ballettaufführung, bei einer Lesung Eintritt
bezahlst, dann gibst du den Musikern, den Schauspielern, den Tänzern,
den Autoren nicht noch extra Geld. Vielleicht kauft man eine CD oder
eine Platte, vielleicht auch ein T-Shirt mit den Tourdaten darauf am
Ende des Konzerts. Möglicherweise erwirbst du ein Programmheft, in
dem die Mitwirkenden und der Inhalt des Stücks aufgeführt sind.
Auch Bücher des Autors zu kaufen und sie eventuell signieren zu
lassen, ist üblich. Ich war mal auf einem Trommelkonzert, da konnte
man die signierten Drumsticks der Musiker kaufen. Das alles ist
durchaus üblich. Auch, dass man einige Münzen oder Scheine in die
Kollektenschale legt, wenn man ein Konzert in der Kirche besuchte,
bei dem der Eintritt frei war. Wenn man ein mehr oder weniger teures
Ticket erworben hat, dann gibt man nicht zusätzlich Geld an die
Mitwirkenden. Oder doch? Viele geraten in Bedrängnis oder ins
Grübeln, wenn ihnen ein Künstler auf die Frage: „Was kostet das?“
mit „Geben Sie das, was es ihnen wert ist“, antworten.
In den
sozialen Medien äußern sich Künstler sehr unterschiedlich. Die
einen meinen: Das Material + meine Zeit + meine Erfahrung und mein
Können + meine Ideen/ meine Kreativität →
das hat seinen Preis. Andere geben die Auskunft: Ich will in erster
Linie authetisch sein und Kunst machen, in der ich mich äußere, das
spricht eine spezielle Käuferschaft an. Es gibt unzählige Tipps für
Künstler, wie man mit dem Thema Geld umgehen soll. Was kostet ein
Bild, an dem ich 40 Stunden gearbeitet habe? Welchen Preis kann ich
für die Erstellung eines Songtextes in Rechnung stellen? Woraus
setzt sich der Verkaufspreis eines Buches zusammen? Welches Honorar
soll ich für eine 5-köpfige Musikergruppe zur Begleitung eines
Märchenerzählabends ansetzen? Und welchen Unterschied macht es,
wenn es Amateurmusiker sind? Natürlich kann man für schnelle
Antworten auch den KI-Modus einer Suchmaschine wählen. Der Einzige,
der alle Aspekte der vorliegenden Situation kennt, ist aber der
Künstler selbst. Fakt ist, es „kostet“ dich etwas, dort zu
stehen, wo du jetzt bist – mit all der Erfahrung, den Zweifeln, der
Unsicherheit, den wundervollen, einzigartigen Werken und den
Erfolgen.
Es gibt Menschen, die spüren deine Begeisterung, die
Kraft, die von dir durch dein Werk auf sie wirkt. Es ist die pure
Präsenz! Es werden Einzelne sein, Auserwählte, die sich von deiner
Kunst mitreißen lassen, die mit deinen Worten, deinen Melodien und
Klängen, deinen Bewegungen kommunizieren. So erging es uns als
Trommelgruppe „Ziegenfell“ auch am vergangenen Dienstag. Wie bei
den meisten (künstlerischen) Vorhaben, war die Vorbereitung unserer
klanglichen Verarbeitung der vier Elemente das Spannendste, das
Magische. An dem Märchenabend dann auch noch vor dieser
märchenhaften Kulisse zu spielen, das war nochmal ein Sahnehäubchen.
Ungeprobt und improvisiert luden wir zu der Abschlussmusik auch noch
das Publikum ein, mitzumusizieren. Der Saal war erfüllt von Gong,
Flöte & Saxophon, Klanghölzern, Djembe, Schellentrommel, Guiro,
Rasseln, Röhrentrommel, Egg-Shaker, Triangel... Vielleicht hatten
Einige zum ersten Mal in ihrem Leben ein Instrument in der Hand oder
haben zum ersten Mal mit anderen gemeinsam musiziert. Es war einfach
nur wunderbar! Während die Moderatorin und der Bürgermeister die
Abschlussworte zu der Auftaktveranstaltung der 31. Senftenberger
Märchentage sprachen, ging ich durch die Reihen und sammelte in
einem Körbchen die Instrumente wieder ein und da geschah es, eine
Dame legte 3 Münzen in das Körbchen. Ich war wirklich gerührt, ich
weiß, wie es um die Finanzen von älteren Menschen derzeit bestellt
ist und sie hatte ja schon eine Eintrittskarte bezahlt. Auf dem
Nachhauseweg stellte ich mir vor, wie sie mich mit dem Körbchen sah,
wie in ihr der Entschluss reifte, wie sie ihr Portemonnaie aus der
Tasche zog und die drei Münzen entnahm, wie sie wartete, bis ich zu
der Sitzreihe kam, in der sie ihren Platz hatte... diese drei Münzen
bedeuten mir sehr viel, sie transportieren Wertschätzung, vielleicht
auch Freude und Dankbarkeit für 2 märchenhafte Stunden! Nun liegen
die Münzen auf meinem Schreibtisch – sie erinnern mich an diesen
Abend. Sie erinnern mich an die Wertschätzung einer Dame im
Publikum.
Yana Arlt
Die 5 Säulen (oder Sprachen) der Wertschätzung sind ein Modell, um Anerkennung typgerecht zu zeigen, basierend auf dem Konzept von Gary Chapman. Sie umfassen: Lob & Anerkennung, geteilte Zeit (Aufmerksamkeit), Geschenke, Hilfsbereitschaft (Taten) und körperliche Berührung. Dieses Modell hilft, Wertschätzung im Arbeits- und Privatleben effektiver zu kommunizieren, indem man die Sprache des anderen spricht.
Die 5 Säulen der Wertschätzung im Detail:
Lob und anerkennende Worte: Ehrliche Komplimente, positives Feedback, ausgesprochene Anerkennung für Leistungen (z. B. "Danke für deine tolle Präsentation").
Geteilte Zeit / Aufmerksamkeit: Ungestörte Gespräche, aktives Zuhören oder gemeinsame Aktivitäten ohne Ablenkung
Hilfsbereitschaft / Taten: Unterstützung anbieten, Aufgaben abnehmen, sich aktiv für den anderen einsetzen.
Geschenke / Materielle Gesten: Kleine Aufmerksamkeiten, die zeigen, dass man an die Person gedacht hat (nicht zwangsläufig teuer).
Körperkontakt / Berührung: Im beruflichen Kontext oft verstanden als respektvolle Berührung (z. B. Schulterklopfen), im privaten Kontext Händchenhalten, Umarmungen.
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