Montag, 17. August 2026

Inspirieren lassen ~ voll im Weg

Da stehen wir also … im Dunklen … im Schatten … kollektiv.
Sind hier hinauf getapselt, auf die Anhöhe, die früher einmal bewaldet war. Dann wurde ein Großteil der Bäume gerodet. Militär braucht Sichtfreiheit. Schießfreiheit? Einsicht. Aussicht. Durchsicht. Sandgrube. Mülldeponie. Trümmerberg. Es gibt vielleicht einige von den Hunderten, die stehen auf 164 m ü. NN … wir sind etwas darunter. Ich habe keinen Höhenmesser dabei. Aber ein Taschenmesser mit Flaschenöffner. Prost. Die Flaschenböden klirren aneinander. Ein Vorübergehender witzelt: „Na, welche Band spielt denn heute hier?“ Ich gebe mir keine Mühe, eine schlagfertige Antwort zu finden. Nur der Song „Here comes the sun“ geht mir jetzt nicht mehr aus dem Kopf. Na dankeschön. Vielleicht klimpert irgendwo doch jemand auf der Klampfe – Jubel und Applaus setzen ein. „There goes the sun“. Steht knapp über dem Horizont, der mit Heißluftballons dekoriert ist. Alles geht sehr langsam und doch rasend schnell. Es ist hell. Es ist dämmrig. Es ist dunkel. Es ist hell. Ein letztes Aufleuchten. Es ist dunkel. Es ist finster. Finster mit einem Dutzend Verglühspuren am Himmel. Ich konnte sie sehen – von meiner Hängematte im Garten aus. Über dem wilden Wein. Zwischen Flieder und Maulbeerbaumkrone. Dann wären mir fast die Augenlider zugefallen. „Geh ins Bett“, flüstert mir jemand ins Ohr, „es war ein langer Tag.“ Ein ganz normaler Dienstag im August. Einer, der ganz anders endete als ich ihn zu Beginn geplant hätte. Er wurde zu 90% anders als am Morgen mit Kaffee auf der Gartenbank vermutet. Prost! Prost, auf solche Tage! Mit einem Sonnensichellächeln im Bett liegen und noch einmal die Wünsche vorüber schnuppen lassen. Eins ~ Zwei ~ Drei ~ Vier ~ Fünfffff ~ Sechssssss

Yana Arlt

Ich hab von der Sonnenfinsternis nichts gesehen.
Der Mond war voll im Weg.


Textquelle: DEBESTE