Montag, 10. November 2014

Wochenthema 10. bis 16. November 2014

Das Wochenthema wird seit der 14. Kalenderwoche 2009 veröffentlicht.
Wir wünschen euch in der 46. KW 2014 gutes Gelingen bei der literarischen, künstlerischen Umsetzung des Themas: 
 

Einigkeit + Recht + Freiheit
                           Gleichheit
                           Brüderlichkeit

Gedichte, Geschichten, Fotos, Grafiken etc. könnt ihr senden an:  
nlz-ich-schreibe[at]gmx.de

Samstag, 8. November 2014

Gruß aus der Poetensprechstunde

Einmal im Monat stehen die NLZ-Türen am Samstagvormittag offen, um sich Rat und Hilfe zum Gedichteschreiben zu holen. Natürlich sind Schreibende; Lesende; Leute, die für künstlerische und kulturpädagogische Projekte Mitstreiter suchen; Literaturbegeisterte; Kunstinteressierte ... jederzeit im Literaturzentrum "Ich schreibe!" willkommen - dieser eine Samstag im Monat bleibt jedoch ganz der Lyrik/ der Poesie vorbehalten.
Für alle Dichter folgt hier ein Zitat, das zur Auseinandersetzung einlädt:
 
"Das ist der doppelte Code in der Lyrik, neue Sinn- und Erfahrungsräume dadurch anzuzeigen, dass sie sich auf Bekanntes beruft; andernfalls wird sie ideolektisch und ist nicht nur unverständlich - was Gedichte per se sind -, sondern kann nicht verstanden werden."
 

Kurt Drawert - Kommentar im "Lyrik-Taschenkalender 2014 Herausgegeben von Miachael Braun"
zu Martina Webers Gedicht "oben am steinacker"

Freitag, 7. November 2014

Horst Mönnich ~ III


Es dauerte eine ganze Zeit, bis ich wieder von ihm hörte. Plötzlich stand das Wort Danilowka in der Luft, an einem heißen Tag im Mai, dem heißesten Tag des Jahres 45 – aber das wußte ich erst später, als der Sommer vorbei war.
Der Mann neben mir hatte seine Uniformjacke ausgezogen und sie sich wie ein Tourist über die Schulter gehängt. Er wischte sich den Schweiß fort, der ihm in Strömen vom Kopf lief. Aber die Hitze schien ihm nichts anzuhaben, denn er redete ununterbrochen. Gleich als wir am Morgen aufgebrochen waren vom Sammelplatz, hatte sein Redeschwall begonnen.
Mir war es recht. Ich kam von meinen eigenen Gedanken ab, den Gedanken eines Mannes, der in die Gefangenschaft marschiert. […]


aus: „Erst die Toten haben ausgelernt“ Georg Westermann Verlag 1956

* * * Präsentation von Horst Mönnichs Roman
am 8. November 2014
um 16:00 Uhr im Großen Saal
des Rathauses Senftenberg * * *










Foto "Maitag" JA

Donnerstag, 6. November 2014

Alexander Kiensch ~ Nachtgedanken


Nachtgedanken
(Festival-Impressionen)
Da sitzt du dann also, auf der Erde, irgendwo auf dem Platz, der von Fressbuden und mobilen Toilettenhäuschen begrenzt wird. Du sitzt einfach da, redest mit deinen Kumpels, noch wichtiger aber, redest mit Leuten, die du im Alltag, in Bus und Bahn, auf dem Bürgersteig, im Supermarkt, nie angesprochen hättest, zu einer Uhrzeit, zu der du nie wach wärst, auf einem Boden, auf den du dich nie gesetzt hättest, ohne Decke, ohne Unterlage oder sonst was.
Du sitzt da, stützt dich mit den Armen ab, hast die Beine ausgestreckt. Du spürst den rauen Beton unter deinen Fingern, und siehst dich um, während du den anderen zuhörst. Überall auf dem Platz verteilen sich Gruppen, kleinere und größere, manche sitzen, manche stehen, manche tanzen. Manche haben sich ihre eigenen Liegestühle mitgebracht. Clevere Bürschchen.
Von irgendwoher kommt Musik. Das ganze Wochenende über kommt pausenlos von irgendwoher Musik. Manchmal fragst du dich, wer das eigentlich sein mag, der ständig dafür sorgt, dass hier Musik spielt. Aber meistens ist es dir egal. Meistens genießt du nur den Klang und tanzt und trinkst. Oder nutzt ihn als Hintergrundgeräusch, auf das du dich bei deinen Gesprächen betten kannst.

[…]
Auszug aus dem Text


* * * Präsentation von Alexander Kienschs Texten am 8. November 2014
um 16:00 Uhr im Großen Saal des Rathauses Senftenberg * * *









Foto "Haltestellen" JA

Mittwoch, 5. November 2014

Klaus Böhnisch ~ Schlimm ist dran


Schlimm ist dran,

Wer im Winter
Nichts weiß vom Frühling

Schlimm ist dran,
Wer im Frühling
Nur bangt um die kommende Frucht

Schlimm ist dran,
Wer im Sommer
Die grüne Frucht sich nimmt.

Schlimm ist dran,
Wer im Herbst
Nicht erntet.


aus „Lebenskürzlich / Aphorismen und ähnlich Anderes, Gereimtes und Ungereimtes“
verlag*wache wolfgang 2013


* * * Präsentation von Klaus Böhnischs Texten
am 8. November 2014

um 16:00 Uhr im Großen Saal
des Rathauses Senftenberg * * *










Foto "Herbstanfang" JA

Dienstag, 4. November 2014

Elias ~ Vergangenheit




Wenn man sich
alte Fotografien
ansieht
geht man in die
Vergangenheit
~ zumindest denkt man das


* * * Präsentation von Elias' Texten
am 8. November 2014

um 16:00 Uhr im Großen Saal des Rathauses Senftenberg * * *

 
 








Foto "abblättern" JA

Montag, 3. November 2014

Wochenthema 3. bis 9. November 2014

Das Wochenthema wird seit der 14. Kalenderwoche 2009 veröffentlicht.
Wir wünschen euch in der 45. KW 2014 gutes Gelingen bei der literarischen, künstlerischen Umsetzung des Themas: 
 
vermisst in Flandern


Gedichte, Geschichten, Fotos, Grafiken etc. könnt ihr senden an:
 
nlz-ich-schreibe[at]gmx.de

Hanna ~ schreiben

Zu jedem Wort kann man schreiben
- und zu diesem?
Nein
was
wer
wie
wo
wann
warum?
Verknüpfung
oder ohne
Man braucht dieses Wort
Es gibt mir ein
sicheres und warmes
Gefühl
Es kann jeder
Was um alles in der Welt
wären Worte und Geschichten ohne es
und
umgekehrt?

Mir ist ja doch viel eingefallen
und all das
SCHREIBE
ich


 

* * * Präsentation von Hannas Texten
am 8. November 2014

um 16:00 Uhr im Großen Saal des Rathauses Senftenberg * * *










Foto "Ich schreibe!" JA

Sonntag, 2. November 2014

Yana Arlt ~ Malerinnen & Dichterinnen


Auch Malerinnen nehmen
sich
das Leben
sagte die Dichterin
im rechtfertigenden Tonfall

Sie las gerade im Café
ein Buch mit Biographien
bildender Künstlerinnen
und erinnerte sich an
Karoline von Günderode
Virginia Woolf
Marina Zwetajewa
Sylvia Plath
Hertha Kräftner


Sie überlegte
ob sie fortan den Bleistift
zum Zeichnen nutzen sollte



Text zum Wochenthema „Taufe“ 21. Kalenderwoche 2014






* * * Präsentation von Yana Arlts Texten am 8. November 2014
um 16:00 Uhr im Großen Saal des Rathauses Senftenberg * * *









Foto Wolkenbild JA

Samstag, 1. November 2014

Kalenderblatt NOVEMBER 2014



Werter Blogleser,
ich lade dich ein, mit mir zusammen Senftenberg zu entdecken.


Unverkennbar, dies sind Bahnanlagen und der weite blaue Abendhimmel. An solchen Motiven kann ich in den seltensten Fällen einfach vorbeiziehen. Wenn man zu Fuß oder per Rad unterwegs ist, ist es auch leicht, anzuhalten und die Kamera heraus zu holen – zumindest eine kleine Digitalkamera habe ich stets bei mir. Es gibt einige Fotografierende, die für Landschaft in weiter Ansicht oder als Detail einen guten Blick haben. Wenige beherrschen es, Begegnungen von Menschen mit einer Aufnahme festzuhalten, einen Hauch der Stimmung wiederzugeben. Kennst du die Schnappschüsse von privaten Feiern? Sieht man sie sich mit einem zeitlichen Abstand an, dann scheint es fast, als wäre es eine ganz andere Party gewesen als die, auf der man selbst war. In der Malerei ist es ähnlich. Ein wirklich gutes Bild zeigt viel mehr von der dargestellten Person als nur das Antlitz. Auch bei unseren Aktionen mit Schreibenden, Dichtern, Schriftstellern, Autoren müssen wir meist selbst zur Kamera greifen, um wenigstens unsere Arbeit dokumentieren zu können. Natürlich ist der Mensch am Auslöser dann wiederum nicht auf den Bildern zu sehen. Aber wie anders sind die Aufnahmen von einem Profi! Beim letzten Lyrikfest haben wir Steffen Rasche gebeten, uns bei der Fotodokumentation zu helfen. Im NLZettel September 2014 haben wir einige Aufnahmen davon veröffentlicht.
Was nun das Novembermotiv betrifft – lass dich einladen zu einer Reise. Unterwegs sein gedanklich und/ oder real, den Horizont erweitern, Landschaften entdecken… Vielleicht kann ein Zitat von Gorch Fock dich dabei begleiten: „Du kannst dein Leben nicht verlängern, nicht verbreitern, nur vertiefen.“


Link zur Kalenderblatt-PDF ~
http://www.verlag-wache.de/aktuelles